Dieser Cache ist Teil einer Reihe von Caches rund um Evangelische Kirchen und Einrichtungen im Burgenland anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Superintendenz Burgenland" im Jahre 2024.
Oberschützen ist für dieses Jubiläum in besonderer Weise von Bedeutung, da Theophil Beyer (1916-1940), der erste Superintendent des Burgenlandes hier wirkte. Von 1924 bis 1940 war Oberschützen der Sitz der burgenländischen Superintendentur.
Sie stehen hinter der Evangelischen Kirche - neben dem Wimmer Gymnasium.
Die Gemeinde
Die reformatorische Verkündigung Martin Luthers fand hier rasch Eingang. Auch die Besitzer der Herrschaft Bernstein, zu der Oberschützen lange Zeit gehörte, die Herren von Königsberg, förderten die Reformation. Ein evangelischer Prediger für Oberschützen – er hieß Alexius Püchler - ist aber erst ab 1565 nachzuweisen. Der Grund dürfte darin liegen, dass Oberschützen zunächst wohl Filiale einer der umliegenden Gemeinden war.
Nach dem Übertritt der Herren von Königsberg zum röm-kath. Bekenntnis und dem Verkauf der Herrschaft Bernstein an die ebenfalls katholischen Batthyány wurden die beiden Orte Jormannsdorf und Tatzmannsdorf zum Schwerpunkt evangelischen Lebens rund um Oberschützen. Evangelische Adelige aus Österreich ließen sich hier nieder, evangelische Prediger erhielten Unterschlupf und Wirkungsmöglichkeit, hierher konnten aber auch Evangelische aus vielen Orten der Umgebung zum Gottesdienst kommen, der in der Scheune eines Adeligen abgehalten wurde.
Nach dem Toleranzpatent von 1781 sollte in Oberschützen die Pfarre für alle Evangelischen in der Herrschaft Bernstein entstehen, die Bernsteiner selbst trennten sich aber bald. Von der 1783 gegründeten Pfarrgemeinde Oberschützen lösten sich 1820 Oberwart und 1863 Unterschützen, dafür kamen 1844 Jormannsdorf sowie 1878 Aschau dazu.
Derzeit zählt die Evangelische Pfarrgemeinde Oberschützen rund 1.560 Evangelische A.B. und H.B.
Die Schule
Im 19. Jahrhundert wurde die Entwicklung der Pfarrgemeinde ganz wesentlich von dem von 1818 – 1848 in Oberschützen als Pfarrer tätigen Gottlieb August Wimmer geprägt. Mit der Errichtung eines „Armenschullehrerseminars“ 1845, aus dem sich dann die Höheren Schulen entwickelten, erlangte Oberschützen Bedeutung für den gesamten westungarischen, im Besonderen für den burgenländischen Raum. 1921 waren das Evang. Gymnasium und die Lehrerbildungsanstalt die einzigen Schulen im neuen Burgenland, an denen die Reifeprüfung abgelegt werden konnte.
Einen deutlichen Einschnitt im Leben der Gemeinde bildete die NS-Zeit. Das ehemalige Anschlussdenkmal in Oberschützen erinnert an die braune Geschichte des Ortes.