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Fruchtschiefer rund um Werda EarthCache

Hidden : 9/9/2024
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Schiefergestein im Allgemeinen, was ist und wie entsteht Schiefer?

Mit „Schiefer“ bezeichnet man nicht mehr als ein blättriges, leicht spaltbares Gestein. Es gibt viele Schieferarten. Allen gemeinsam ist nur die physikalische Eigenschaft der leichten Spaltbarkeit. Die chemische Zusammensetzung und die Genese können dabei völlig unterschiedlich sein.

Schiefer ist letztlich verfestigter Ton.

Ton bildet sich im Verlauf der Diagenese - also der stofflichen Umwandlung der Reste abgestorbener Lebewesen. Sie „mineralisieren“ zu anorganischen, sehr feinkörnigen Substanzen - zu Tonmineralien.

Unter dem Gewicht der manchmal vielen hunderte Meter mächtigen Tonmineralien-Schichten und aufgrund seiner Entwässerung kommt es zur Verhärtung. Zunächst bildete sich Schieferton, der dann in Tonschiefer und schließlich im Rahmen der Metamorphose (das heißt unter Einwirkung von Hitze gepaart mit Druck) in zum Teil sehr harte und beständige Schiefergesteine wie z.B. den Fruchtschiefer Schiefer übergeht.

Die Bildung von Schiefer vollzieht sich über viele Jahrmillionen und kommt in vielen verschieden Variationen, je nach Ursprungssedimenten, weltweit vor.

Der Theumaer Fruchtschiefer entstand schon bei recht geringen Drücken und bei Temperaturen um ca. 500 °C. Bei dieser Temperatur entwickelt sich Cordierit bis zur Getreidekorngröße, was sich namensprägend auswirkte. Zum Mineralbestand gehören Cordierit, Muskovit, Kalifeldspat, Quarz, Biotit und Hornblende.

Theumaer Fruchtschiefer: Im Zeitalter des Ordovizium, vor ca. 450 Mio Jahren, wuchsen hier riesige Farne, Schachtelhalme und eine üppige Vegetation. Die über viele Jahrmillionen entstandenen Tonmineralien aus abgestorbenen Lebewesen wurden dann vor ca. 310 Millionen Jahren, im Oberkarbon,  durch einen großen Vulkanausbruch, im Gebiet des heutigen Ortes Bergen, „zusammengepresst“ bis ein wertvoller Rohstoff entstand: der Theumaer Fruchtschiefer.

Damals stieg unweit von Theuma Magma an die Erdoberfläche (Bergener Granit). Das sich langsam abkühlende Magma lieferte die nötige Hitze für die Metamorphose des umliegenden Tonschiefers. Durch die Einwirkung der hohen Temperaturen und des Drucks auf den sich dort ehemals befindlichen Tonschiefer entstand der Fruchtschiefer.

Geologisch gesehen ist der Fruchtschiefer ein kontaktmetamorphes Gestein das Zeitzeuge einer bewegten Vergangenheit ist und das Ergebnis der gewaltigen inneren und äußeren Kräfte unserer Erde in sich dokumentiert.

Unter dem Mikroskop ist zu erkennen, dass die makroskopisch homogen erscheinende Grundmasse aus einem geschieferten, gleichfilzig bis feinschuppigen Serizit-Chlorit-Biotit-Gewebe mit Korngrößen um 0,015 mm besteht. Diese sehr feinkörnige, feste Grundsubstanz hat einen Anteil von etwa 65% am Fruchtschiefer. Darin eingelagert sind Quarzkörner gleicher Größenordnungen, daher auch die Bezeichnung „Quarzschiefer“.

Die spindel- bis zigarrenförmigen Cordieritporphyroblasten, die Getreidekörner-(Feldfrüchte), sind sehr gut in die Schieferung eingeregelt, innerhalb der Schieferungsebene aber richtungslos angeordnet. Sie sind meistens ca. 2 bis 5mm lang und 0,2 bis 0,5mm dick, es gibt aber auch Schiefergestein bei dem sich das Cordierit deutlich größer ausbilden kann. Cordierit hat einen Anteil von etwa 20% am Fruchtschiefer.

Die dunklen Codierit-Einschlüsse ähneln „Getreidekörnern“, daher die Bezeichnung „Fruchtschiefer“

Technische Eigenschaften: Seine typischen Gesteinseigenschaften und sein unverwechselbares Erscheinungsbild, die blaugraue Farbe mit dem silbrig seidenen Glanz und schwarzen Einlagerungen, machen diesen deutschen Naturstein weltweit einmalig.

Zum hochwertigen Werkstein prädestiniert ist der Theumaer Fruchtschiefer aufgrund folgender Eigenschaften:

  • hohe Verwitterungsbeständigkeit
  • Frostbeständigkeit
  • Farbbeständigkeit
  • sehr gute Bearbeitbarkeit
  • geringes Wasseraufnahmevermögen
  • sehr hohe Druckfestigkeit
  • gleichmäßige Spaltbarkeit

Fruchtschiefer kann innen wie außen verbaut werden: Bodenbelag, Fassaden, Treppen, Gartenelemente, Wegplatten, Pfeiler, Säulen, Verblend- und Massivmauerwerk, Terrassen sowie Sonderanfertigungen wie Küchenarbeitsplatten, Grabsteine, Pfeilersteine, sowie unzähliger Dekorationselemente.

Nicht zu verwechseln ist der Fruchtschiefer mit den Schiefern, die auf´s Dach genagelt werden. Tonschiefer (Dachschiefer) ist zwar auch aus Tonmineralien „gepresster“ Schiefer, allerdings ist die Metamorphose bei Dachschiefer „nur“ bis zum Stadium des Tonschiefers vorangeschritten, also mit weniger Druck & Temperatur als bei Fruchtschiefer.

Geigenbachtalsperre Werda - Auf dem Dach Tonschiefer in altdeutscher Deckung und mit Fruchtschiefer verkleidete Wände. Der Bau ist damit bestens gegen alle Witterungseinflüsse auf lange Zeit geschützt. Die farbigen Schiefer stammen aus dem natürlichen Kluft-System des Schieferbruches und ergeben ein schönes und natürliches Farbbild.

Dieser sehr verwitterungsfeste Schiefer wird schon seit Jahrhunderten als Baumaterial eingesetzt, als gutes Beispiel hierfür gilt die 1456 geweihte Kirche von Theuma. Sie besteht nahezu komplett aus Theumaer Fruchtschiefer.

Schieferabbau in Theuma: Seit 1899 baute das Unternehmen Theumaer Plattenbrüche den Schiefer ab, zunächst in einem Kessel, der nur über Treppen und Leitern zu erreichen war. Heute sind die terrassierten Steinbrüche der Natursteinwerke Theuma über Fahrstraßen erschlossen. Mit Bohrgeräten wird an der Sohle die natürliche Klüftung abgebohrt, mit Schwarzpulver gesprengt und auf maschinengerechte Blockgrößen zugerichtet. So entstehen Rohblöcke von 3 – 12t

Zum Cache: Besuche die Cachekoordinaten, beantworte die Fragen und sende mir die Antworten.

1. Warum ist der Theumaer Fruchtschiefer ein kontaktmetamorphes Gestein?

2. In welchem Zeitraum war das Zeitalter Oberkarbon?

3.  Schau dir die kleine Stele neben der Infotafel an.
 3a - Beschreibe die Textur, Farbe und Einschlüsse der Gesteinsmasse.
 3b - Aus was bestand dieser Fruchtschiefer ursprünglich, also vor der Mineralisierung zu Tonschiefer?
 3c - Wie hoch ist die Stele? 

4. An was erinnert das Mineral Cordierit im Fruchtschiefer auch? 

5. Zu welcher der 3 Gesteinsarten gehört Fruchtschiefer? 

6. Wie wurde Fruchtschiefer veraltet auch bezeichnet? (Infotafel) 

Optional freue ich mich über Bilder von Fruchtschiefer „in Aktion“. Das kann das Bild eines Schiefersteines vom Besuch Vorort sein, gerne aber auch irgendein anderer Anwendungszweck aus eurer gewohnten Umgebung. Achtet mal drauf, Fruchtschiefer ist im Alltag sehr häufig anzutreffen.

Nach dem Besuch dürft ihr sofort loggen, wenn ihr mir zeitgleich die Antworten auf die Fragen schickt. Sollte etwas nicht stimmen melde ich mich.

Ich hoffe ich konnte euch den Fruchtschiefer mit diesem EC leicht verständlich näher bringen und freue mich auf Eure Logs.

 

Quellen: Wikipedia, Natursteinwerke Theuma.

Additional Hints (Decrypt)

Yhcr, Znßonaq

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)