Die Wiese der Liebenden
Vor langer Zeit, auf dieser Wiese. Gelangweilt von Hof, Knechten, Eheweib und Kindern, traf Gutsherr O'Clair hier bei seinen abendlichen Ausritten, seine Mätresse. Im Gras breitete er die Decke aus, nahm einige kräftige Schlücke aus der Weinflasche und schwang die mitgebrachte Glocke. Kling, Kling, Kling, wies es der junge Frau aus dem Nachbardorf bei Dunkelheit den Weg und das flackernde Licht der Laterne im angrenzenden Wald, kündete ihre Ankunft an, bevor sie einige Stunden später, mit einigen Münzen in ihrem Rock, wieder den Rückweg antrat.
Eines Tages versprach er ihr mit ihr fortzulaufen, ein neues Leben auf weit entfernten Ländereien die er erworben hatte, zu beginnen.
"Auf der Wiese unserer Liebe, von 70 Pfosten umschlossen, findest du an Pfosten 69, in Richtung des Laufs der Uhr gezählt, was du für unsere gemeinsame Abreise benötigst."
Alles zurücklassen fand sie die kleine Schatulle. Gutsherr O'Clair, ihrer überdrüssig, wünschte ihr im gefundenen Schreiben, alles Gute an einem anderem Ort. Sieben Silbermünzen lagen dabei.
Noch an Ort und Stelle viel sie vor Liebeskummer hernieder und man sagt, Liebespaare vor denen keine glückliche Zukunft liege, hören hier ihre klagende Stimme im Wind während das flackernde Licht den Weg ihres Geistes durch die Bäume anzeigt.