Dieser Cache ist Teil einer Reihe von Caches rund um Evangelische Kirchen und Einrichtungen im Burgenland anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Superintendenz Burgenland" im Jahre 2024.
Sie stehen vor dem ältesten protestantischen Gotteshaus auf heutigem österreichischem Boden. Die reformierte Kirche Oberwart wurde 1770-1772 (also noch vor dem Toleranzpatent Kaiser Josephs II. welches allerorts evangelisches Leben erst wieder möglich gemacht hat) errichtet. Am 10. Januar 1773 wurde hier der erste Gottesdienst gefeiert.
Die reformierte Gemeinde in Oberwart – in Österreich auch „Evangelisch H.B.“ nach dem Helvetischen Bekenntnis im Unterschied zum „Augsburger Bekenntnis“ (A.B.) der Deutschen Reformation benannt – ist die einzige im Burgenland.
Der Kirchenraum ist nach calvinistischer Tradition betont einfach. Die Kanzel steht in der Mitte einer Längsseite. Über der Kanzel ist ein Pelikan zu sehen, der seine Jungen mit dem eigenen Blut ernährt – eine Allegorie auf Jesus, der mit seinem Blut am Kreuz Leben spendet.
Das Pfarrhaus wurde 1784 erbaut. Ursprünglich trug es ein Strohdach. 1823 wurde es vergrößert und mit Dachziegeln versehen. Seither besteht es in der selben Form. Die Straßenseite des Hauses zeigt eine sehr geschmackvolle, klassizistische Fassade. Auf der Hofseite ist der schöne Laubengang.
1975 beschloss die Gemeinde, das alte, unter Denkmalschutz gestellte Pfarrhaus, welches das älteste und wohl auch schönste Laubenganghaus des südlichen Burgenlandes ist, in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der zuständigen Landesbehörde zu renovieren. Heute dient es zur Abhaltung von Ausstellungen, Volkskundeveranstaltungen, Dichterlesungen und ähnlichen Veranstaltungen.