Rund um den Paulusturm

Willkommen am Paulusturm in Stromberg!
Der Paulusturm, ein bedeutendes historisches Bauwerk der Region, liegt auf dem Stromberg und überblickt das malerische Umland. Obwohl er auf den ersten Blick als historisches Monument aus dem 12. Jahrhundert wahrgenommen wird, erzählt der Turm auch eine faszinierende geologische Geschichte. Die geologischen Formationen, die dieses Bauwerk stützen, geben Aufschluss über die lange Entstehungsgeschichte der Region und die geologischen Prozesse, die die Landschaft prägten.
Die geologische und historische Bedeutung des Paulusturms
Der Paulusturm wurde im 12. Jahrhundert erbaut und diente als Wehrturm, um die umliegenden Siedlungen und Handelswege zu überwachen. Als Baumaterial wurde hauptsächlich der örtliche Kalkstein verwendet, der nicht nur in den Beckumer Bergen, sondern auch in der Stromberger Platte reichlich vorhanden ist. Dieser Kalkstein hat sich über Millionen von Jahren durch die Ablagerung von Schalen und Skeletten von Meeresorganismen gebildet, als die Region noch von einem flachen Meer bedeckt war.
Der Turm selbst steht auf einem Kalksteinrücken, der Teil der Stromberger Platte ist, einem bedeutenden geologischen Merkmal der Region. Durch tektonische Bewegungen wurde der Kalkstein an die Erdoberfläche gedrückt, wo er durch Verwitterung und Erosion geformt wurde. Kalkstein ist bekannt für seine Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit, was ihn zu einem idealen Baumaterial für den Bau des Turms machte.
Die Geologie der Stromberger Platte
Die Stromberger Platte bildet den südöstliche Teil der Beckumer Berge. Diese sind neben den Baumbergen die höchste Erhebungen im ansonsten flachwelligen Münsterland. Die Stelle an der ihr hier die Stromberger Kreuzkirche seht, überragt den Durchschnitt des Münsterlandes um genau 100m (Höhe hier 155 m.ü.NN ansonsten im Durchschnitt 55m.ü.NN).
Die Beckumer Berge bestehen aus den Dolbererg Höhen(541.30) im Süden, der Stromberg Platte(541.31) im Osten, dem Oelder Riedelland(541.32) im Nordosten und der Ennigerloher Platte(541.34) im Nordwesten. Sie liegen somit hufeisenförmig um die ebenfalls zugehörige Beckumer Mulde(541.33).

Bei den Beckumer Bergen handelt es sich um eine sogenannte Schichtstufenlandschaft kreidezeitlicher Meeresablagerungen.

Als Schichtstufe bezeichnet die Geomorphologie eine Gelände- bzw.Reliefform, die sich aus leicht geneigten, fast parallel übereinander liegenden Gesteinsschichten aufbaut. Ihre Ausprägung und die Steilheit hängt im Wesentlichen von der Verwitterungsbeständigkeit und Lage der sie aufbauenden Gesteine ab.
Bei mehrfachem zusammenhängendem Auftreten von Schichtstufen spricht man von einer Schichtstufenlandschaft (auch „Schichtstufenland“ oder kurz „Stufenland“). Die Entfernung der Frontstufen voneinander hängt ab von Einfallen und Mächtigkeit der Schichten.
Hierbei wird in ein Antiklinal-Stufenland (die Frontstufen mehrerer tektonisch zusammenhängender Einheiten von Stufenlandschaften liegen sich gegenüber und zeigen das gemeinsame Wölbungszentrum hin) und dem hier vorliegenden Synklinal-Stufenland (die Frontstufen zeigen voneinander weg und im Zentrum befindet sich eine Mulden- oder Beckenlandschaft).
Eins der bekannteste Beispiele eines Synklinal-Stufenlandes ist das Pariser Becken.
Die Entstehung solcher Schichtstufen fand vor dem Holozän statt. Dieses ist der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte und dauert bis heute an. Das Holozän begann ca. 9660 v. Chr. mit der Erwärmung des Klimas am Ende des Pleistozäns.
Idealerweise steht am Beginn der Entwicklung einer Schichtstufe meist Hebung und damit verbundene Schrägstellung eines Schichtpakets mit obenauf liegender widerständigerer und untenliegender nachgiebigerer Gesteinsschicht um etwa 1-5°. Zur Ausbildung der Stufe kommt es durch Erosion bis zur untenliegenden nachgiebigeren Schicht. Die Schicht des obenauf liegenden, abtragungsresistenteren („härteren“) Gesteins heißt Stufenbildner und bildet die erhabenen Teile der Stufe. Der Sockelbildner ist die Schicht des untergelagerten, weniger abtragungsresistenten („weicheren“) Gesteins.
Grad und Richtung der Schichtenschrägstellung werden mit den geologischen Fachbegriffen „Fallen“ (auch „Einfallen“ oder „Schicht(en)fallen“) und „Streichen“ beschrieben.
Stufenbildner sind in Mitteleuropa meist Kalke und Sandsteine, Sockelbildner meist Mergel und Tone.
Bei den Beckumer Bergen ist der Stufenbilder i.d.R. Kalk, welcher in der Region zwischen Beckum und Ennigerloh für die ansässige Zementindustrie abgebaut wird.
Früher wurde hier auch Strontianit abgebaut, welches als Katalysator für die Zuckerindustrie benutzt wurde (als Weißmacher).
Hier ist der Sockelbildner hauptsächlich Mergel. Genauer gesagt ein Tonmergel. Dieser begünstigt das Wachstum einer ganz besonderen Frucht, die hier beheimatet ist. Der Stromberger Pflaume.
Eine weitere Besonderheit der Stromberger Platte liegt darin, dass sie die am steilsten abfallende Stufe der gesamten Beckumer Berge ist. Dies sieht man besonders hier am Burgberg, der zu zwei Seiten steil abfällt. Auf dem Bild als Trauf erkennbar. Dies hat dazu geführt, das diese Stelle das Fundament für die einzige Höhenburg im Münsterland bildete. Überreste sind hier ja noch zu finden. Der zweite Seite befindet sich im Im Wald zu eurer rechten. Um sich ein besseres Bild der zu beiden Seiten abfallenden Stromberger Platte zu machen gibt es ein entsprechendes Bronzemodell auf dem Burgplatz.
Sieht man vom Burgberg nach Südosten nach Südwesten, hat man einen imposanten Blick vom Paderborner Land zur Soester Börde. Diese Region gilt als die einzige Lagerstätte von sogenanntem Grünsandstein, welcher auch hier in der Kreuzkirche verbaut wurde. Dahinter, bei klarem Wetter gut zu erkennen liegt das Sauerland mit Blick bis zum Kahlen Asten.
In Richtung Südwest erblickt Ihr ebenfalls mehrere Kuppen die zur Stromberger Platte gehören. Allerdings nicht so hoch sind wie der Burgberg mit seinen 155m ü.NN oder dem höchste Punkt der Stromberger Platte, der Mackenberg mit 174m ü.NN. Diese Region nennt man die Stromberger Schweiz.
Die Geologie des Paulusturms
Der Kalkstein, der den Paulusturm umgibt und als Fundament dient, entstand vor etwa 100 Millionen Jahren, als diese Region von einem warmen, flachen Meer bedeckt war. Das Gestein ist reich an fossilen Überresten von Meeresorganismen wie Muscheln, Korallen und anderen Lebewesen, die in diesen Gewässern lebten. Durch geologische Prozesse, darunter tektonische Hebungen und Erosion, wurde der Kalkstein freigelegt und formte die hügelige Landschaft der heutigen Beckumer Berge.
Die Verwitterung des Kalksteins durch Wind und Wasser hat im Laufe der Zeit kleine Kluften und Risse im Gestein entstehen lassen. Diese natürlichen Prozesse tragen dazu bei, dass sich die Oberfläche des Gesteins allmählich verändert, was sich auch am Paulusturm und seinem Fundament beobachten lässt.
Was ist Kalkstein und warum wurde er verwendet?
Kalkstein ist ein Sedimentgestein, das überwiegend aus Kalziumkarbonat besteht. Es ist sowohl in Bezug auf Verfügbarkeit als auch auf Langlebigkeit ein beliebtes Baumaterial. Die Wahl des Kalksteins für den Bau des Paulusturms war klug, da der Stein:
1. Langlebig und widerstandsfähig ist: Kalkstein hat eine hohe Festigkeit und erodiert nur langsam, was ihn zu einem idealen Material für Bauwerke macht, die viele Jahrhunderte überstehen sollen.
2. Leicht zu bearbeiten ist: Kalkstein kann relativ einfach in Form geschnitten und bearbeitet werden, was beim Bau von massiven Strukturen wie dem Paulusturm von Vorteil war.
3. In der Region reichlich vorhanden ist: Da Kalkstein in der Umgebung in großen Mengen vorkommt, konnte er ohne lange Transportwege für den Bau genutzt werden.
Logbedingungen
Um diesen Earthcache zu loggen, besuche den Paulusturm und beantworte die folgenden Fragen vor Ort:
1. Welche Gesteinsart bildet die Grundlage des Paulusturms? Beschreibe die Farbe und Struktur des Gesteins.
2. Untersuche das Gestein rund um den Turm. Was fällt dir an der Oberfläche des Gesteins auf? Gibt es Hinweise auf Verwitterung oder andere geologische Prozesse?
3. Warum wurde dieses Gestein deiner Meinung nach für den Bau des Paulusturms verwendet? Nenne zwei Eigenschaften, die dieses Material besonders für den Bau geeignet machen.
4. Schau dich um: Gibt es Anzeichen für fossile Einschlüsse im Gestein? Beschreibe, was du siehst.
5. Füge ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Paulusturm hinzu. Achte darauf, keine Spoiler zu posten, die die Antworten auf die Fragen verraten.
Hinweise:
Bitte respektiere die historische und geologische Bedeutung des Paulusturms und seiner Umgebung. Nimm keine Gesteinsproben und hinterlasse keinen Müll. Der Turm ist ein geschütztes Denkmal, und es ist wichtig, ihn in seinem natürlichen Zustand zu bewahren.
Quellen:
• Geologische Landesaufnahme Nordrhein-Westfalen
• Buch „800 Jahre Wallfahrt und Stromberger Geschichte“
• Lokale historische Informationen und eigene Beobachtungen
Dieser Earthcache verbindet geologische und historische Einblicke in die Region um den Paulusturm. Du hast die Möglichkeit, sowohl die geologische Entstehungsgeschichte des Kalksteins zu erkunden als auch mehr über die bauliche und kulturelle Bedeutung dieses mittelalterlichen Bauwerks zu erfahren. Viel Spaß beim Erkunden und Lernen!
Englisch
Welcome to the Paulusturm in Stromberg!
The Paulusturm, an important historical building in the region, is located on the Stromberg and overlooks the picturesque surrounding area. Although it is perceived at first glance as a historical monument from the 12th century, the tower also tells a fascinating geological story. The geological formations that support this structure provide information about the long history of the region's formation and the geological processes that shaped the landscape.
The geological and historical significance of the Paulusturm
The Paulusturm was built in the 12th century and served as a defensive tower to monitor the surrounding settlements and trade routes. The building material used was mainly the local limestone, which is abundant not only in the Beckum Mountains but also in the Stromberg Plateau. This limestone was formed over millions of years by the deposition of shells and skeletons of marine organisms when the region was still covered by a shallow sea. The tower itself stands on a limestone ridge that is part of the Stromberg Plateau, a significant geological feature of the region. Tectonic movements pushed the limestone to the earth's surface, where it was shaped by weathering and erosion. Limestone is known for its resilience and durability, which made it an ideal building material for the tower's construction.
The geology of the Stromberger Platte
The so called ‚Stromberger Platte‘ ist he southern-east part of the Beckumer Berge. These are together with the Baumbergen the highest elevations otherwise to the rest of the flat Münsterland. The spot where you can see the “Church of the holy cross”, is exactly 100m higher than the average of the Münsterland ( 155 above sea level, average of the Münsterland is 55m above sea level).
The Beckumer Berge consist of the Dolbererg Höhen(541.30) in the south, the Stromberg Platte(541.31) in the east, the Oelder Riedelland(541.32) in the noth-east and the Ennigerloher Platte(541.34) in the north west. These hights are surrounding the Beckumer Mulde(541.33)in a horseshoe-shape.

The Beckumer Bergen are a so called cuesta of cretaceous marine deposit.
As cuesta (from the spanish word for "slope") geomorphology indicates a groundform that builds up from slightly tilted , almost parallel sequence of rock layers . Their expression and the slope depends mainly on the weathering resistance and location of forming them from rocks.
When multiple contiguous occurrence of cuesta is called a cuesta landscape. The removal of the front steps dependent upon one another dip and thickness of the layers.
Here, in an anticlinal Scarps (the front steps of several tectonically related units of steps landscapes are opposite each other and show the common curvature center back ) and the present one synclinal -step country (the front stage show apart and in the center there is a trough- or basin setting ).
One of the most famous examples of a synclinal - national levels is the Paris Basin.
The origination of the cuestas was befor the Holocene. The Holocene is a geological epoch which began on the end of Pleistocene (at about 9660 B.C.) and continues to the present.

Schematic cross section of three cuestas, dip slopes facing left, and harder rock layers in darker colors than softer ones
Ideally, at the beginning of the development stage of a layer usually associated uplift and tilting of a layer package with fuller resist lying on top and bottom layer of rock lying nachgiebigerer by about 1-5 °. To form the stage it comes to the underlying erosion pliable layer. The upper-level is made from a more resistant harder rock. The lower-level, less gouging resistant is made from a softer rock.
Here the harder layers are chalk that is dissipated between Beckum and Ennigerloh and sandstone.
The softer layers are marl like here and clay.
In former times also strontianite was dissipated. It is a rare carbonate mineral and one of only a few strontium minerals. It was used th whiten sugar.
The marl is the reason why a really special sort of fruit is growing here, the Stromberg plum.
Another feature of the Stromberger Platte is, that it is the most steeply sloping level of total Beckumer Berge. This can be seen especially here at the castle hill, which slopes steeply to two pages. This has meant that formed the foundation for this site the only hill castle in Münster. Remains are still to be found here. The second site is located in the forest on your right. To get a better picture of the steeply sloping level of the Stromberg Platte there is a corresponding bronze model on the Castle Square.
If you look from the south-east to south-west, you have an amazing view from the Paderborner Land to the Soester Börde. This region is the only one, where you can find the green sandstone, which is also built-in the church oft he holy cross here. Behind this region you can see the Sauerland if the weather conditions are clear.
In the south-west you can see some crests also belonging to the Stromberger Platte. These crests are not as high as the crest you are on or the Mackenberg which is 174m above sea level. This crest is the highest peak of the Stromberger Platte.
The Geology of the Paulus Tower
The limestone that surrounds the Paulus Tower and serves as its foundation was formed about 100 million years ago when this region was covered by a warm, shallow sea. The rock is rich in fossil remains of marine organisms such as mussels, corals and other creatures that lived in these waters. Through geological processes, including tectonic uplift and erosion, the limestone was exposed and formed the hilly landscape of today's Beckum Mountains.
The weathering of the limestone by wind and water has over time created small fissures and cracks in the rock. These natural processes contribute to the gradual change in the surface of the rock, which can also be observed in the Paulus Tower and its foundation.
What is limestone and why was it used?
Limestone is a sedimentary rock that consists predominantly of calcium carbonate. It is a popular building material both in terms of availability and durability. The choice of limestone for the construction of St. Paul's Tower was wise because the stone:
1. Is durable and resilient: Limestone is very strong and erodes slowly, making it an ideal material for structures that are meant to last for many centuries.
2. Is easy to work: Limestone can be cut and worked into shape relatively easily, which was an advantage when building massive structures like Paulus Tower.
3. Is abundant in the region: Since limestone is found in large quantities in the area, it could be used for construction without having to be transported long distances.
Logging Conditions
To log this Earthcache, visit Paulus Tower and answer the following questions on site:
1. What type of rock forms the basis of St. Paul's Tower? Describe the color and structure of the rock.
2. Examine the rock around the tower. What do you notice about the surface of the rock? Is there evidence of weathering or other geological processes?
3. Why do you think this rock was used to build the Paulusturm? Name two properties that make this material particularly suitable for construction.
4. Look around: Are there signs of fossil inclusions in the rock? Describe what you see. 5. Add a photo of yourself or a personal item in front of the Paulus Tower. Be careful not to post spoilers that give away the answers to the questions.
Notes: Please respect the historical and geological significance of the Paulus Tower and its surroundings. Do not take rock samples or leave any garbage behind. The tower is a protected monument and it is important to preserve it in its natural state.
Sources:
• Geological Survey of North Rhine-Westphalia
• Book “800 Years of Pilgrimage and Stromberg History”
• Local historical information
This Earthcache combines geological and historical insights into the region around the Paulusturm. You have the opportunity to explore the geological history of the limestone as well as learn more about the structural and cultural significance of this medieval building. Have fun exploring and learning!