

Weitblick vom westlichen Rand Richtung Südost
Das Rrrrrote Luch!
Wind und Weite in Cinemascope!
Mit diesem Earthcache möchte ich Euch das "Rote Luch" näher bringen und zu einer längeren Wanderung, eine Tour mit dem Rad ist auch möglich, einladen.
Bitte bedenkt, dass Ihr Euch nicht quälen sollt. Wenn dieser EC nichts für Euch ist, dann ignoriert den bitte einfach.
Dies ist eine Wanderung, die mit einigen Tradis verbunden werden kann oder einfach nur zum Durchatmen einlädt. Wie Ihr die Sache angeht, entscheidet natürlich Ihr! Wichtig ist nur, dass die Logbedingungen erfüllt werden. Apropos Logbedingungen, bei diesem EC werde ich darauf Wert legen und gegebenenfalls bei schwammigen Antworten genauer nachfragen, da ich gemerkt habe, dass sich viele Spieler nicht mehr wirklich daran halten und auch vermehrt die KI zum Beantworten der Fragen benutzen. Nur das Beweisfoto knipsen und den Rest die KI erledigen lassen wird hier nicht funktionieren.
Ein Besuch des "Roten Luchs" lohnt sich, meiner Meinung nach, zu jeder Jahreszeit! Ich finde es sehr entspannend, in dieser offenen und weiten Landschaft Zeit zu verbringen. Als ich das erste Mal hier war, kam ich mir vor wie "John Dunbar" in "Der mit dem Wolf tanzt". (....naja, wenn ich einmal von dem Landwirt, samt Landmaschine, absehe, der mir Dung entgegen schleuderte, als ich seinen Weg kreuzte. Gut, er hat ja nur seine Arbeit verrichtet) Diese Weite hatte mich sofort in Ihren Bann gezogen. Daher u. a. auch der Titel dieses EC's. Ich hatte sogar in einem Wanderforum gelesen, dass das "Rote Luch" eine erotische Landschaft wäre... Hhhhmmm... rrrrr!
Naja, zumindest gibt's so viel Ruhe am Rande von Berlin nur noch selten.
Erzählt wurde mir vom "Roten Luch" schon Einiges, aber zum Jahreswechsel 20/21 hörte ich von DER Besonderheit und dachte mir: ".... DIE muss ich mir anschauen!...". Hab ich dann auch nach ein bisschen Recherche, tatsächlich gibt es da wenig genaue Angaben, und einer wunderschönen Wanderung rund ums Luch und mitten hindurch, trotz Wind und Dauerregen.
SO! Genug gelabert!
Nun zum Cache:
Da Ihr hier Einiges erkunden müsst und die Strecke doch mitunter recht anspruchsvoll werden könnte, hat dieser EC eine entsprechende Wertung.
Was benötigt ihr für diesen EC?
Da seit Kurzem Aufgaben und Experimente für zu Hause, sowie die Nutzung von Informationstafeln vor Ort leider nicht mehr den Richtlinien entsprechen, müsst ihr versuchen, alles Nötige im Feld zu erledigen.
Dafür benötigt ihr natürlich das Listing, das angeheftete MessProtokoll, einen sehr starken Magneten und etwas zum Messen, sprich ein technisches Höhenmessgerät. Außerdem ist es ratsam, vernünftige Schuhe, im besten Fall wasserdicht, zu tragen. Das Wichtigste ist allerdings Lust und gute Laune.
Was hat es also nun mit dem "Roten Luch" auf sich?
Wie bei so vielen Landschaftsformationen in Nord- und Mitteldeutschland, haben auch hier wieder die letzten Eismassen ihre Spuren hinterlassen und die Landschaft nachhaltig verändert. So haben Diese ordentlich Material, wie z.B. Findlinge, Sande und Kies, mit sich gebracht und beim Abschmelzen hier Meter hoch abgelagert. Das "Rote Luch" ist zum Ende, genauer gesagt nach der letzten Eiszeit vor ca. 12000 bis 10000 Jahren, im Nacheiszeitalter, entstanden. Es gehört als nacheiszeitliche Schmelzwasserabflussrinne, mit seinen umliegenden sandigen Moränenhügeln ( Kammbereich ), zur Urstomebene der Spree. Als die große Besonderheit des "Roten Luchs" muss die, nach dem Abschmelzen der letzten Gletscher des Buckower Kessels, entstandene Talwasserscheide genannt werden. Hier befindet sich nämlich ein großes Quellgebiet wo nicht nur Mineralien wie z.B. Quarze und Eisen aus dem Boden gespühlt werden. Nein, von diesem fließt die Stöbber/der Stobberbach in zwei entgegengesetzte Richtungen - zum einen fließt die Stöbber nach Osten durch die "Märkische Schweiz" Richtung der Oder hin und von dort dann in die Ostsee. Nach Westen hingegen fließt der Stobberbach in die Löcknitz, um dann über die Spree in Richtung Elbe zu gelangen und dann in die Nordsee zu münden. Sprich hier fließt das Wasser von der Quelle (Wegpunkt X bzw. Listingkoordinaten) aus in zwei entgegengesetzte Richtungen. Nach der Kälteperiode der letzten Eiszeit schmolzen Schnee und Eis und sammelten sich als Schmelzwasser unter anderem im "Roten Luch". Nach und nach verschwand das Wasser, wonach der Boden vertorfte und versandete.

Blick vom Schuttberg, Siedlung Rotes Luch, in das Quellgebiet
Definition Nord- Ostsee Talwasserscheide:
.... " Die Nord- Ostsee-Wasserscheide ist eine Linie, die das Einzugsgebiet der Nordsee von dem der Ostsee trennt. Sie verläuft in Nordwest-Südost-Richtung durch Nord-, Ost- und Mitteldeutschland und teilt die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Im Wesentlichen ist es die Linie, auf der das Wasser entweder in Richtung Nordsee oder Ostsee abfließt.".... ( wikipedia )
Dass ein Flusslauf von dieser Scheide aus in zwei Richtungen fließt, ist äußerst ungewöhnlich und extrem selten.

Definition eines Luches:
.... "Ein Luch ist die norddeutsche Bezeichnung für eine ausgedehnte, vermoorte Niederung, besonders in Brandenburg. Luche sind vor allem in Jungmoränengebieten zu finden." .... .... "Diese haben sich im Allgemeinen in den großen Urstromtälern oder in ihren Seitentälern, den Urstromtalungen, gebildet. Nach dem Ende der Eiszeit führte in der Nacheiszeit, dem Holozän, ein steigender Grundwasserspiegel zur Entstehung von Versumpfungsmooren." .... ( wikipedia )

Das rund 1222 Hektar große "Rote Luch" erstreckt sich zwischen Waldsieversdorf und der Siedlung Heidekrug. Die Fläche umfasst das größte Niederflächenmoor Ostbrandenburgs. Das ca. 11 km lange und bis 1 km breite Tal war bis zu seiner Entwässerung, da der Wasserlauf kein definiertes und eingegrenztes Flussbett aufwies, durch, sich sammelndes Wasser, vermutlich schwer begehbar.
Ach apropos Tal, was für eine Talform liegt denn hier vor? Mögliche Talformen wären das Muldental, das Kastental und zum Beispiel das Kerbtal. ( seht auch hierzu das Arbeitsblatt ) Beantwortet dies anhand eurer Messungen und Beobachtungen auf dem Protokoll.
Soviel nun zum "Roten Luch" im Allgemeinen. Wer noch weiterlesen möchte, kann hier noch mehr über die Geschichte, Besiedlung und Zeitgeschichte erfahren.

Was sind nun Eure Aufgaben?!?
Wir wollen klären wann das "Rote Luch" entstanden ist und was es mit der Bodenbeschaffenheit auf sich hat. Zudem werdet Ihr an entsprechenden Punkten Messungen durchführen und in das Protokoll eintragen um daraus dann Schlüsse ziehen zu können. Und zu guter Letzt steht ja da noch die eine Frage im Raum....! Genau, warum isses rot?

Der Stobberbach mit rotem Grund
DIE AUFGABEN:
1: Vor ca. wie vielen Jahren ist das "Rote Luch" entstanden und wie heißt dieser Zeitabschnitt?
2: Könnt Ihr Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit im "Roten Luch" und im Kammbereich erkennen? Wenn ja: wie kommen diese Unterschiede zustande bzw. welcher Zusammenhang zu Frage 1 kann daraus gezogen werden?
3: Das Protokoll:
Besucht die Wegpunkte Nord, Ost, Süd, West und den Nullpunkt, führt dort Höhenmessungen und die erforderlichen Beobachtungen, wie in den entsprechenden Wegpunkten beschrieben, durch und übertragt die Messwerte in 's Protokoll.
Fertigt zudem, in den dafür vorgesehenen Feldern, auf dem Protokoll kurze Skizzen zum Quer- und Längsprofil des "Roten Luches" an.
Könnt Ihr aus Euren Messungen und Beobachtungen Schlußfolgerungen ziehen um welche Talform es sich hier beim Luch handelt? Kreuzt an!
4: Sucht und findet X, DIE QUELLE! ( T4,5 )
Erklärt, kurz und knapp mit eigenen Worten, was Ihr seht. Also ist zum Beispiel zu erkennen ob das Wasser zentral von irgendwo kommt. Oder ist die Talwasserscheide zu erkennen? Nehmt auch hier wieder das Protokoll zur Hand und erklärt anhand des Längsschnittes was hier passiert.
5: Findet das Rot!!
Sucht Euch am Stobberbach Stellen mit roten Grund, diese sind nicht schwer zufinden (je nach Vegetation auch an den meisten Entwässerungskanälen) und ergründet vorsichtig mit dem Magneten und dem Listing was diese Rotfärbung verursacht. Die Referenzpunkte sollten Euch dabei helfen.
Und zu guter Letzt 6: Das Beweisfoto!
Dieses ist entweder im Quellgebiet oder der Bahnunterführung zu knipsen und Logbedingung.
Sendet eure Antworten samt Protokoll am besten an budsidewinder@gmx.de oder über's MessageCenter.
Das Protokoll

Hier noch eine Kartenskizze wie Ihr zum Wegpunkt X und den Fotopunkten gelangt!
UND NOCHMAL DIE ANMERKUNG: DIESER EC IST WEGETECHNISCH SEHR ANSPRUCHSVOLL. DER "SCHUTTBERG" ÜBER DEN IHR ZUM ZIEL GELANGT HEIßT NICHT UMSONST SO.

Für alle die sich auf dieses Abenteuer einlassen:
Viel Spaß!
An dieser Stelle auch wieder der obligatorische Dank an:
Raubritter, Sandsteinschinder, Sternenstaub29 für die Inspiration und alle anderen EC-Owner deren Earthcaches ich finden durfte.
Quellen:
Wikipedia
Naturpark Märkiche Schweiz
Waldsieversdorf-online
Martin Meschede - Geologie Deutschlands