
Unterer und obere Fallertümpfe
Nachdem man den bei der Falleralm beginnenden Pfad einige 100 m entlang gewandert ist, erreicht man die Fallertümpfe. Zuerst sieht man den Unteren Fallertumpf mit einer anschließenden Felsschlucht. Wenig später erscheinen dann die Oberen Fallertümpfe, wo eine weitere Aus- sichtsplattform faszinierende Blicke auf die Wasserspiele bietet.

Die landschaftsformende Kraft des Wassers
Diese sind mit ihren tief in den Fels eingegrabenen Auskolkungen ein eindrucksvolles Beispiel für die gewaltige Kraft des Wassers, durch die ganze Landschaften geformt worden sind und noch immer geformt werden. Die Größe der Auskolkungen lassen die einstige Menge und Wucht des Wassers der Malta erahnen. Der Wasserstand war ehemals so hoch, dass die Aplit- und Quarzadern im glattpolierten Gneisgestein und auch die Auskolkungen durch die Gischt des tosenden Wassers zumeist verdeckt waren. Heute werden im Jahresdurchschnitt etwa 4/5 der gesamten Wassermenge der Malta für das Speicherkraftwerk abgeleitet.

Der Gmündner Apotheker und Alpinschriftsteller Frido Kordon hat die Pracht der Fallertümpfe einst so beschrieben. „Kessel und Nischen, von der Malta aus dem harten Granit gehöhlt und von ihr in wirbelnden Wasserfällen durchrast. Kühn gewölbte Brücken verbinden die glattgescheuerten Ufermauern, jedoch kein Sterblicher kann sie betreten, denn Zauberin Sonne baut die schimmernden Bögen über den feuchten Staubwolken" Nur nach länger anhaltenden Regenfällen kann dieses Bild auch heute noch bewundert werden. Die landschaftsformenden Prozesse des Wassers werden durch Erosion, dies ist der Abtrag von Materialien und der Sedimentation, der Anlagerung der abgetragen Materialien, hervorgerufen.
Die heutigen Erosionsprozesse in den Hohen Tauern finden in erster Linie in Gräben und Bachläufen statt und zwar am stärksten zur Zeit der erhöhten Wasserführung, wie zur Schneeschmelze und nach starken Regenfällen. Während dieser Zeit wird in den Bächen viel Material (von Sandkörnern über Steinchen bis zu grobem Geröll und manchmal sogar Felsblöcken) durch die Kraft des Wassers mitgerissen und mitgeführt. Diese so genannte Geschiebefracht, hat wie ein Schmirgelpapier eine scheuernde, abreibende Wirkung auf den Felsuntergrund und das Ufer. Dadurch vertieft sich das Bachbett immer mehr und die Felsoberflächen bekommen ein glattpoliertes Aussehen, was an den Felswänden der Fallertümple schön zu erkennen ist. Je schmaler ein Gewässer ist, um so mehr findet die Erosion im Untergrund statt, in breiteren Gewässern werden jedoch die Ufer stärker erodiert.
Die Intensität der Tiefenerosion ist von verschiedenen Faktoren abhängig, dies sind z.B. die Strömungsgeschwindigkeit, das Gefälle, die Menge der Geschiebefracht und die Art des Untergrundes. So werden aus hartem Felsen, wie z.B dem hier zu findenden Gneis, 1-2 mm Fels pro Jahr herausgeschliffen. Dies bedeutet, dass das Wasser 5.000- 10.000 Jahre benötigt, um eine 10 m tiefe Schlucht in das Gestein zu graben. Im weicheren Gestein und in durch Klüftung und Schieferung entstanden Gesteinen laufen diese Erosionsprozesse schneller ab. So sind in tausenden von Jahren aus den vom Gletscher abgeschliffenen U-förmigen Trogtälern, von der Wasserkraft erodierte V-förmige Kerbtäler geworden. Auch die Malta hat sich im Oberlauf vermutlich erst in den letzten 10.000 Jahren unterhalb des Niveaus des alten Gletscherbodens in den Gesteinsuntergrund eingetieft. Das abgetragene und von den Gebirgsbächen weitertransportierte Material wird vor allem im Unterlauf der Flüsse abgelagert, sehr feines Material sogar erst im Meer.
Bildquellen: Infotafel vor Ort und eigenes Bild
Textquelle: Naturkundlicher Führer - Naturlehrweg Malteiner Wasserspiele
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Station 1: Unterer Fallertumpf
1: Schaut euch den unteren Fallertumpf an, wie lang und breit ist dieser? Schätzt auch die Tiefe.
2: Wie viel mm Fels wird pro Jahr aus dem Felsen herausgeschliffen? Wie lange dauert es, um eine 10 m tiefe Schlucht in das Gestein zu graben?
Station 2: Obere Fallertümpfe
3: Schaut euch die 2 oberen Fallertümpfe an, wie lang und breit sind diese? Schätzt auch hier die Tiefe.
4: Hier kann man auch gut Quarzadern erkennen, welche Dicke haben diese?
Station 3: Gletscherschliff
5: Schaut euch den Gletscherschliff an, wie lang und breit ist dieser? Ist er rauh oder glatt, kann man Riefen erkennen?
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