Skip to content

Die Schotterbank in der Landskroner Au 🪨 EarthCache

Hidden : 2/15/2025
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


An den Header-Koordinaten befindet sich eine ausgeprägte Schotterbank in der Landskroner Au. Obwohl sie zunächst unscheinbar wirken, sind solche Schotterbänke geologisch sehr wertvoll. Welche Rückschlüsse man durch sie ziehen kann, das möchte ich euch mit diesem Earth-Cache näher bringen.

Die Schotterbank in der Landskroner Au befindet sich am linken Murufer und ist vom Spazierweg aus gut zu Fuß erreichbar. Wenn ihr vor Ort angekommen seid, könnt ihr die Vielzahl an verschiedenen Gesteinen begutachten – und damit die nachfolgenden Fragen zur Lösung dieses Earth-Caches beantworten. Die Antworten könnt ihr mir über alle von Geocaching bereit gestellten Kommunikationswege zukommen lassen, am besten funktioniert dies über das Message Center. Anschließend könnt ihr sofort loggen – falls etwas nicht stimmen sollte, melde ich mich.

Eure Aufgaben:

  1. Welche der im Listing angeführten Gesteine könnt ihr auf der Schotterbank finden?
  2. Im Listing findet ihr eine Aufteilung des Flussverlaufes in vier Abschnitte. Aus welchem dieser Abschnitte stammen die meisten Gesteine? Was glaubt ihr ist der Grund hierfür?
  3. a) Wie breit schätzt ihr die Schotterbank ein?
    b) Beachtet die Größe der Gesteine: Ist diese entlang der gesamten Breite gleichmäßig oder gibt es einen Größenverlauf? Was ist eurer Meinung nach der Grund für eure Beobachtungen?
  4. Macht ein Foto mit eurem Lieblingsstein und fügt das Bild dem Log bei.

!!! Bitte beachtet, dass dieser Earth-Cache bei Hochwasser nicht gelöst werden kann !!!
Generell sind Flussbereiche bei Hochwasser zu meiden, denn hier herrscht absolute Lebensgefahr!



Was ist eine Schotterbank?

Schotterbänke sind längliche Flächen in größeren Bächen oder Flüssen, die bei niedrigem Wasserstand trocken fallen. Sie entstehen deshalb, weil sich die vom Fluss mitgeführten Steine an flacheren Stellen mit geringer Strömung anlagern.

Der „Schotter“, der am Flussbett angelagert wird, hießt geologisch betrachtet Geröll. Dies deshalb, weil der Fluss die Gesteinsfracht am Flussbett „rollt“ und damit die Kanten der Gesteinsfracht abrundet. Kleines Detail am Rande: Die Bezeichnung Geröll ist laut DIN4022 nur für Gesteine mit einer Größe über 6,3cm zu verwenden.

Schotterbänke befinden sich zudem im steten Wandel, da laufend Steine weggeschwemmt werden oder neues Geröll angerollt wird. Je höher der kinetische Energieeintrag des Flusses ist (also je schneller das Waser fließt), desto mehr Geröll wird weitertransportiert. Dies führt dazu, dass Schotterbänke nach großen Hochwassern oft nicht mehr wieder zu erkennen sind.



Weshalb sind Schotterbänke wichtig?

Schotterbänke sorgen für den Erhalt des Ökosystems, denn in den Zwischenräumen des Gerölls finden sich viele Kleinlebewesen. Diese stellen eine Nahrungsquelle für Vögel dar. Zudem sind Schotterbänke ein Brutplatz für einige Vogelarten und Amphibien.

Auch Geologen beschäftigen sich teils intensiv mit Schotterbänken, denn diese sind ein Abbild davon, welche Gesteine im Einzugsgebiet des Flusses auftreten: Durch Erosion gelangen die Gesteinsfragmente von den Bergen in die Bäche und werden dort weiter transportiert und dabei zerkleinert. Somit kann durch eine Analyse der Gerölle bestimmt werden, welche geologischen Formationen sich im Einzugsgebiet des Flusses befinden.

Des Weiteren kann durch die Bestimmung von Art und Menge der gefundenen Gerölle eine Abschätzung über die Erosionsrate (= wie schnell ein Berg durch Wind & Wetter zersetzt wird) getroffen werden.



Welche Gesteine gibt es?

Die grundlegende Einteilung von Gesteinen erfolgt in drei Hauptgruppen nach ihrem Entstehungsprozess:

  • Magmatische Gesteine: Sie wurden durch vulkanische Aktivität gebildet und sind somit aus einer heißen Schmelze entstanden. Bekannte Beispiele hierfür sind Granit und Basalt
  • Sedimentgesteine: Sie entstanden durch Ablagerung an der Erdoberfläche. Einerseits kann dieser Prozess durch den Abtrag anderer Gesteine erfolgen (klastische Sedimente), andererseits durch die Ausfällung aus dem Wasser oder die Ausscheidung von Bakterien (chemische bzw. organische Sedimente). Die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe sind Kalkstein, Dolomit und Sandstein.
  • Metamorphe Gesteine: Sie wurden aus festen Ursprungsgesteinen gebildet, welche durch veränderte Temperatur- und Druckverhältnisse zu metamorphen Gesteinen umgewandelt wurden. Die wichtigsten Beispiele sind Schiefer und Gneis.


Und wie können diese Gesteine unterschieden werden?

Es steht eine Vielzahl unterschiedlichster Methoden zur Verfügung, um Gesteine voneinander unterscheiden zu können. Die wichtigsten, welche ihr auf der Schotterbank selbst anwenden könnt, sind in diesem Kapitel kurz beschrieben. Mit diesem Crashkurs könnt auch ihr Hobby-Petrologen werden (aus dem Griechischen: petros = Stein).

Farbe: Ein herausragendes Merkmal ist zunächst einmal die Farbe der Gesteine. Betrachtet die unterschiedlichen Farben und Farbverläufe genauer. Kleiner Tipp: Bei vielen Gesteinen erscheinen die Farben kräftiger, wenn sie nass sind.

Dichte: Wir alle haben eine erlernte Vorstellung dafür, wie schwer ein Stein in etwa sein sollte. Hebt den Stein also auf und stellt euch die Frage, ob sein Gewicht zu leicht, zu schwer oder wie erwartet erscheint.

Glanz: Einige Gesteine weisen einen charakteristischen Glanz auf. Wichtig ist dabei zu unterscheiden, ob dieser Glanz von größeren Bereichen des Gesteines kommt oder nur von einzelnen Punkten. Auch die Unterscheidung, ob es sich um einen metallischen oder gläsernen Glanz handelt, kann zielführend sein.

Korngröße: Die Gesteine bestehen aus einzelnen Körnern mit unterschiedlichen Größen. Diese können mikroskopisch (nur unter dem Mikroskop sichtbar) sein oder makroskopisch (mit bloßem Auge sichtbar) und eignen sich hervorragend als Unterscheidungsmerkmal.

Beteiligte Mineralien: Die Bestimmung der gesteinsbildenden Mineralien ist eine eigene Wissenschaft (Mineralogie) und würde hier zu weit gehen. Für euch ist nur wichtig, dass die Gesteine aus verschiedenen Mineralien bestehen, auf welche die oben beschriebenen Unterscheidungsmerkmale ebenfalls angewendet werden können. Kann man also das eine oder andere Mineral im Gestein identifizieren, lassen sich die infrage kommenden Gesteinen etwas eingrenzen.

Weitere Unterscheidungsmerkmale sind: Fossilien, Fluoreszenz, chemische Stabilität, Magnetismus, Salzgehalt, Spaltbarkeit und Bruch. Da ihr diese zur Absolvierung der Logaufgaben wohl nicht benötigen werdet, gehe ich auf sie nicht näher ein.



Woher kommen die Gesteine in der Mur?

Wie bereits einleitend erwähnt, spiegeln die Gesteine im Fluss die Geologie des gesamten Flusseinzugsbereiches wider. Nachfolgend findet ihr eine Karte mit den geologischen Formationen Österreichs. In diese Karte habe ich den Einzugsbereich der Mur (bis nach Bruck an der Mur, wo sich die gegenständliche Schotterbank befindet) eingezeichnet.

Zur einfacheren Lesbarkeit habe ich den betreffenden Ausschnitt etwas größer im nächsten Bild dargestellt. Darin könnt ihr gut die Vielzahl an geologischen Formationen erkennen, welche im Einzugsbereich der Mur sind. Dementsprechend vielfältig sind auch die hier anzutreffenden Gesteine.
In diesem Ausschnitt findet ihr zudem den Flussverlauf der Mur stärker hervorgehoben sowie eine Unterteilung des Einzugsbereiches in jene vier Abschnitte, welche nachfolgend genauer beschrieben werden.

Die geologischen Formationen des Einzugsbereiches sind mit den wichtigsten Gesteinen nachfolgend beschrieben. Jene Gesteine, welche ich auf der Schotterbank gefunden habe, werden nachfolgend beschrieben und sind in dieser Auflistung unterstrichen.

Abschnitt 1:
Der Ursprung der Mur liegt in der geologischen Einheit des Penninikums (Tauernfenster). Hier sind Bündnerschiefer, Serpentinit, Granitgneis, Augengneis und Schwarzphyllit vorherrschend.

Abschnitt 2:
Der Oberlauf bis ins Aichfeld (Fohnsdorfer Becken) durchfließt das ostalpine Kristallin und das Murauer Paläozoikum. Ersteres zeichnet sich durch Auftreten von Quarzphyllit, Glimmerschiefer und Glimmergneis aus, zweiteres besteht vor allem aus Sandstein
,Quarzit, Kalkphyllit und Marmor.

Abschnitt 3:
Im Aichfeld treten klastische Sedimente auf, neben Sand- und Tonstein sind dies insbesondere Konglomerate und Brekzien. Dasselbe gilt für die beiden weiteren inneralpinen Becken, welche im Einzugsgebiet liegen (Tamsweger und Trofaiacher Becken).

Abschnitt 4:
Zwischen dem Aichfeld und Bruck setzt sich das ostalpine Kristallin fort, jedoch mit stärkerer und geringräumiger Varietät. Deshalb sind hier neben Orthogneisen und Paragneisen auch Bändergneis und Amphibolit anzutreffen. Nordöstlich des Liesingtales tritt die große Formation der Grauwackenzone zutage. Diese paläozoische Formation beinhaltet als Gesteine Chloritschiefer, Dolomit, Wettersteinkalk, Eisenkalkstein und Grauwacke.

Neben diesen natürlichen Gesteinen treten in der Schotterbank teilweise auch künstliche Gerölle auf, welche durch anthropogene (also menschliche) Aktivität entstanden sind. Zu erwähnen sind hierbei vor allem Ziegelsteine und Schlackensteine.



Und wie sehen diese Gesteine nun aus?

      


Amphibolit:

Gesteinsart: Metamorphes Gestein
Beteiligte Mineralien: Amphibol, Plagioklas, Quarz
Farbe: je nach Mineralgehalt von graugrün bis schwarzgrün
Dichte [g/cm3]: 3 bis 3,6
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch bis makroskopisch
Merkmale: meist geschichtet mit dünnen, hellen Lagen

Brekzie:
Gesteinsart: Sedimentgestein
Beteiligte Mineralien: Matrix Quarz, Klasten verschiedene
                                        Gesteinsbruchstücke
Farbe: Matrix braun, Klasten in verschiedensten Farben
Dichte [g/cm3]: 2,5 bis 2,9
Glanz: einzelne Quarzkörner mit glasigem Glanz
Korngröße: makroskopisch
Merkmale: Große eckige Körner (Klasten) in feinkörniger Matrix

Glimmergneis:
Gesteinsart: Metamorphes Gestein
Beteiligte Mineralien: Feldspat, Quarz, Glimmer
Farbe: hell- und dunkelgrau
Dichte [g/cm3]: 2,6 bis 3
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: Dunkler Glimmer ist in feinen, ebenen Schichten
                     angeordnet

Glimmerschiefer:
Gesteinsart: Metamorphes Gestein
Beteiligte Mineralien: Feldspat, Quarz, Glimmer
Farbe: hellgrau bis rotgrau bis graugrün
Dichte [g/cm3]: 2,6 bis 3,1
Glanz: Glimmerschichten glänzen metallisch
Korngröße: makroskopisch
Merkmale: meist flache Steine, die stark glänzende Schichten aus
                     Glimmer aufweisen

Granatgneis:
Gesteinsart: Metamorphes Gestein
Beteiligte Mineralien: Feldspat, Quarz, Glimmer
Farbe: dunkelgrau, hellgrau, rosa
Dichte [g/cm3]: 2,7 bis 2,9
Glanz: -
Korngröße: makroskopisch
Merkmale: die Körner aller drei Hauptmineralien liegen klar
                     ersichtlich nebeneinander vor

Konglomerat:
Gesteinsart: Sedimentgestein
Beteiligte Mineralien: Matrix Quarz, Klasten verschiedene Gesteinsbruchstücke
Farbe: Matrix braun, Klasten in verschiedensten Farben
Dichte [g/cm3]: 2,5 bis 2,9
Glanz: einzelne Quarzkörner mit glasigem Glanz
Korngröße: makroskopisch
Merkmale: Große runde Körner (Klasten) in feinkörniger Matrix

Orthogneis:
Gesteinsart: Metamorphes Gestein
Beteiligte Mineralien: Feldspat, Quarz, Glimmer
Farbe: hell- bis dunkelgrau, oft mit weißen Quarzbändern dazwischen
Dichte [g/cm3]: 2,6 bis 3
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: entstanden durch Umwandlung von magmatischen
                     Gesteinen, deshalb oft ohne ausgeprägte Schichtung

Paragneis:
Gesteinsart: Metamorphes Gestein

Beteiligte Mineralien: Feldspat, Quarz, Glimmer
Farbe: primär hell- und dunkelgrau, teils auch rötlich oder bräunlich
Dichte [g/cm3]: 2,6 bis 3
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: entstanden durch Umwandlung von Sedimentgestein,
                     deshalb meist ausgeprägte Schichtung

Sandstein:
Gesteinsart: Sedimentgestein
Beteiligte Mineralien: Quarz, Hämatit
Farbe: hellbraun bis rotbraun bis dunkelbraun
Dichte [g/cm3]: 2,6 bis 3
Glanz: Quarzkörner mit glasigem Glanz
Korngröße: makroskopisch
Merkmale: feinkörnige Quarzminerale mit einheitlicher Färbung
                     und Größe

Schlackenstein:
Gesteinsart: künstlich hergestelltes Gestein
Beteiligte Mineralien: -
Farbe: dunkel, meist grünlich, bräunlich bis rötlich
Dichte [g/cm3]: 0,5 bis 0,8
Glanz: metallisch
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: leichtes Gewicht und oft glasiger Überzug. Sie fallen
                     bei der Eisen- und Stahlproduktion an

Wettersteinkalk:
Gesteinsart: Sedimentgestein
Beteiligte Mineralien: Calcit, Dolomit
Farbe: hellgrau
Dichte [g/cm3]: 2,7 bis 3
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: heller Kalkstein, welcher oftmals fossilienführend ist

Ziegelstein:
Gesteinsart: künstlich hergestelltes Gestein
Beteiligte Mineralien: -
Farbe: gelbbraun bis rotbraun
Dichte [g/cm3]: 1,4 bis 2
Glanz: -
Korngröße: mikroskopisch
Merkmale: leichtes Gewicht, gelangt oft aus Bauschutt in Bäche
                     und Flüsse



Ich wünsche euch viel Spaß beim Einsammeln und Bestimmen der Gesteine! Wie immer gilt: Jeder ist für sein Tun und Handeln selbst verantwortlich.


Ein Earth-Cache von


TingelTangelJoe


Quellen:
  • H.P. Hann: “Gesteinsbestimmung – Grundlagen und Praxis“ (2023), Quelle&Meyer Verlag, Wiebelsheim, 3. und korrigierte Auflage.
  • Mineralienatlas – Fossilienatlas (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kapitel/Geologie)
  • Geologische Bundesanstalt (opac.geologie.ac.at)
  • Lexikon der Geowissenschaften (https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften)
  • Isar – Kiesel: Gesteine der Alpen und des Alpenvorlandes (https://www.isar-kiesel.de/geologie.html)
  • Zoologisch-Botanische Datenbank (www.zobodat.at)
  • Wikipedia (https://de.wikipedia.org)
  • Planet Wissen (https://www.planet-wissen.de/natur/schmuck/edelsteine/edelsteine-friedrich-mohs-haerteskala-100.html)

Additional Hints (No hints available.)