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Felsgeschichten am Stausee Kaufering EarthCache

Hidden : 11/14/2024
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Achtung! Der Weg muss zu keinem Zeitpunkt verlassen werden, die Beobachtungen können vom Wegesrand stattfinden!

 

Die geologischen Prozesse des Lechs und die Entstehung des Nagelfluhs

Der Lech, einer der prägendsten Flüsse des Alpenvorlands, hat durch seine kraftvolle Dynamik eine Landschaft geschaffen, die von Schotterflächen, Auen und Gesteinsformationen wie dem Nagelfluh geprägt ist. Die am Kauferinger Stausee sichtbaren Nagelfluhbrocken sind ein eindrucksvolles Relikt aus der Erdgeschichte und ein Beispiel dafür, wie geologische Prozesse und die Kraft des Wassers zusammenwirken, um die Landschaft zu formen.


Die Entstehung des Nagelfluhs – Von Schotter zu Gestein

1. Flüsse als Gesteinsbildner

Die Entstehung des Nagelfluhs beginnt vor etwa 20 Millionen Jahren im Miozän, als im Zuge der Auffaltung der Alpen gewaltige Mengen an Gesteinsmaterial in das Alpenvorland transportiert wurden.

  • Transport: Flüsse, ähnlich dem heutigen Lech, spülten Geröll, Sand und Ton aus den Alpen in die flacheren Bereiche des Vorlandes. Die Gesteine wurden durch die Strömung gerundet – je länger sie transportiert wurden, desto glatter und kleiner wurden die Kiesel.
  • Ablagerung: An den Rändern des damaligen Alpenvorlandes entstanden Schwemmkegel, auf denen sich das mitgebrachte Material schichtweise ablagerte. Schwere Kiesel und größere Gesteine setzten sich in den stärker strömenden Flussbereichen ab, während Sand und Ton in ruhigeren Bereichen sedimentiert wurden.

2. Die Verkittung der Sedimente

Im Laufe der Zeit wurden diese Schichten von weiteren Sedimenten überlagert und zunehmend verdichtet. Entscheidend für die Entstehung des Nagelfluhs war jedoch die chemische Zementation:

  • Kalkhaltiges Wasser: Aus dem umgebenden Gestein sickertes kalkreiches Wasser durch die Schotterschichten. Der Kalk setzte sich in den Hohlräumen zwischen den Kieseln ab und verfestigte das lockere Geröll zu einer festen Gesteinsmasse.
  • Ergebnis: Es entstand ein Konglomeratgestein, das heute als Nagelfluh bezeichnet wird. Der Name leitet sich vom nagelartigen Aussehen der abgerundeten Kiesel im Querschnitt des Gesteins ab.

Die Rolle des Lechs in der Geologie des Alpenvorlands

Der Lech war und ist einer der Hauptakteure bei der Formung der Landschaft im Alpenvorland. Seine Strömungskraft und sein Transportvermögen beeinflussen nicht nur die heutige Geologie, sondern haben auch die Freilegung und Umgestaltung des Nagelfluhs ermöglicht.

1. Erosion – Der Bildhauer der Landschaft

Die Erosionskraft des Lechs hat über Jahrtausende hinweg Gesteinsschichten abgetragen und freigelegt:

  • Freilegung des Nagelfluhs: Durch die stetige Abtragung von Deckschichten wie Sand, Lehm oder Schotter kamen ältere, verfestigte Gesteine wie der Nagelfluh ans Tageslicht. Die Brocken, die heute am Kauferinger Stausee zu sehen sind, könnten durch Hangrutschungen oder flussnahe Erosion freigelegt worden sein.
  • Flussbettverlagerung: Der Lech hat sich im Lauf seiner Geschichte immer wieder ein neues Flussbett geschaffen. Dabei schnitt er tiefer in die Landschaft ein und transportierte Gesteinsmaterial weiter flussabwärts.

2. Transport und Ablagerung von Sedimenten

Der Lech transportiert bis heute große Mengen an Gesteinsmaterial:

  • Kies und Geröll: Diese Materialien stammen aus den Alpen und werden während Hochwasserereignissen über große Entfernungen verfrachtet. Nagelfluhbrocken, die nicht vollständig zementiert sind, können dabei auseinanderbrechen und erneut Teil des Flussschotters werden.
  • Sedimentfalle Stausee: Durch den Stausee verändert sich der Fluss: Der Strom verlangsamt sich, und schweres Material wie Kies und Sand setzt sich ab. So entsteht ein Bereich, in dem sich auch größere Brocken ansammeln können.

Die physikalischen Eigenschaften des Nagelfluhs

Nagelfluh ist ein äußerst robustes Gestein, das von der Kombination seiner Bestandteile und seiner Entstehung geprägt wird:

  1. Kieselkomponenten: Die abgerundeten Kiesel, meist aus Granit, Gneis oder Kalkstein, sind extrem widerstandsfähig. Ihre Herkunft aus den Alpen macht sie zu Zeugen der geologischen Prozesse im Hochgebirge.
  2. Kalkzement: Das Bindemittel, das die Kiesel zusammenhält, ist kalkhaltig und verleiht dem Nagelfluh seine Stabilität. Diese Festigkeit macht es zu einem langlebigen Gestein, das sich gegen Verwitterung und Erosion behaupten kann.
  3. Vielfältige Schichtung: Je nach Fließgeschwindigkeit des ursprünglichen Flusses variieren die Gesteinsgrößen und die Dichte der Schichtung. Dies führt zu unterschiedlichen Arten von Nagelfluh, von grobkörnigen bis zu feineren Varianten.

Der Lech als lebendiges Beispiel für geologische Prozesse

Die Nagelfluhbrocken am Kauferinger Stausee sind mehr als geologische Relikte – sie zeigen, dass geologische Prozesse niemals stillstehen:

  • Erosionsprozesse: Auch heute noch trägt der Lech Material ab und legt neue Gesteine frei.
  • Veränderung durch menschliche Eingriffe: Der Stausee hat die natürliche Dynamik des Flusses verändert, indem er die Fließgeschwindigkeit reduziert und Sedimente zurückhält. Dennoch bleibt der Lech ein aktiver Gestalter der Landschaft.

Fazit – Die sichtbare Erdgeschichte von Kaufering

Die Nagelfluhbrocken am Kauferinger Stausee stehen wie eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie erzählen von urzeitlichen Flüssen, die einst die Landschaft prägten, von chemischen und physikalischen Kräften, die Gesteine formten, und von der unaufhörlichen Arbeit des Lechs, der diese Relikte heute freilegt und transportiert.

Dieses geologische Denkmal bietet Besuchern die Möglichkeit, die Kraft und Schönheit der Natur zu erleben und zu verstehen, wie tiefgreifend die Dynamik von Wasser und Gestein unsere Umwelt beeinflusst.

Um dieses Naturschauspiel loggen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden;

  • Wie breit und hoch schätzt ihr die Brocken vor euch?
  • Beobachtet die Farben und Art des Gesteins und beschreibt eure Entdeckungen bezüglich dieses geologischen Prozesses.
  • Weiter rechts von euch, sind weitere Nagelfluhbrocken zu sehen, beschreibt deren Beschaffenheit im Vergleich zum Brocken vor euch.

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