Die Sage vom Seebrunnen.
Am nordwestlichen Ende des Dorfes Groß Quenstedt liegt ein kleiner Quellteich, der von den Einheimischen Seebrunnen genannt wird. Ein Rinnsal aus frischem, klarem Wasser verlässt den Seebrunnen und speist plätschernd den nahen Assebach. Die Leute sagen vom Seebrunnen, dass er grundlos sei.
Über die Entstehung dieses Gewässers berichtet folgende Sage:
Vor langer Zeit stand dort das Kloster Seeberg. Der Abt war ein hochmütiger und gemeiner Mensch, der im Dorf von allen gefürchtet wurde.
Eines Tages hatte er gerade seinen Wagen anspannen lassen, als ein armer Bettler auf den Klosterhof kam. Er klagte über großen Hunger und bat um ein Stück Brot.
Das erhielt er auch, aber der Bruder hatte es auf Weisung seines Abts statt mit Butter mit Kuhdung bestrichen. Schnell merkte aber der Bettler, welch niederträchtigen Streich ihm Abt und Diener gespielt hatten.
Der Abt wollte soeben das Kloster verlassen, als ihm der Arme zornig die „edle Gabe“ in den Wagen schleuderte und einen fürchterlichen Fluch hinterdrein schickte. Er wünschte der ungastlichen Stätte und ihren Bewohnern den Untergang.
Kaum war der Fluch ausgesprochen, ging er auch schon in Erfüllung! Der Erdboden öffnete sich und das Kloster versank in der Tiefe. In dem Schlund der sich aufgetan hatte, stieg Wasser empor und füllte ihn bis zum Rand.
Die beiden Übeltäter aber fanden in ihrem nassen Grab keine Ruhe. Sie müssen zu mitternächtlicher Stunde die Stätte ihres Frevels umfahren. Dabei sitzen der Mönch auf dem Bock des Wagens und der Abt im Wagen. Aber beide haben ihr Gesicht auf dem Rücken, denn der Teufel hat ihnen den Hals umgedreht.
Viel Spaß beim Suchen und nicht reinfallen....