Birtsche Sprachrätsel
Anfang dieses Jahres bin ich auf eine Publikation von einem meiner Uni-Dozenten gestoßen: Theodor Birt, Sprachrätsel in Versen und Fragen. Herausgegeben sowie mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Felix M. Prokoph, Berlin / Münster 2023. „Sprachrätsel“, ein für einen Philologie-Studenten Interesse erweckender Begriff. Mit gespannter Neugierde, was genau sich hinter diesem Titel versteckt, machte ich mich am folgenden Tag direkt auf den Weg in die Uni-Bibliothek, um die neuaufgelegte Ausgabe auszuleihen. Noch am Regal blätterte ich gierig mitten in das schmale Büchlein hinein und stürzte mich in die ersten Rätsel. Die Versform und der allgemeine Sprachduktus waren mir zwar ein Genuss und auch die Rätsel selbst konnten mein anfängliches Interesse aufrechterhalten; worauf der Dichter jedoch hinauswill, blieb mir zunächst verborgen:
„Nenn‘ mir den Stahl: Er liebt die Nacht.
Feig‘ ist er, nicht zum Kampf gemacht,
ist auch nicht Körper. Er ist Tat
und tut den Griff, den er nicht hat.“
So lautet das erste der insgesamt 73 in Versen verfassten Rätsel Birts. Ich lieh mir das Buch aus und grübelte auf dem Heimweg noch etwas über dieses Enigma. Doch dieser Nacht liebende Stahl hielt sich im Dunkeln; mir ging keine Sonne auf. Ich musste also die Lösungen konsultieren, so wurde Hermes überführt. Zwar etwas enttäuscht über mich selbst, doch vorwiegend schmunzelnd erfreute ich mich nun des Wortspiels. Ich blätterte weiter und wagte mich an die nächsten Rätsel. Schließlich war es so, wie der Herausgeber in seiner Einleitung schreibt: "Man wird beim Rätseln schnell erkennen, auf welche Weise Birt sprachlich und logisch operiert hat und wird dann von Rätsel zu Rätsel mehr und leichter erahnen, auf welche Wege oder Abwege die Formulierung der Rätsel führt, und wird so vielleicht mit jedem weiteren Rätsel schneller, besser, sicherer vermuten, was denn dann die jeweils gesuchte Lösung sein mag."
Als ich auch Leo an meinem Spaß mit diesen Rätseln teilhaben ließ, kam die Idee: Eine Mystery-Geocaching-Runde! Ich holte mir die Erlaubnis zur Nutzung der Rätsel bei Herrn Prokoph ein (herzlichen Dank an dieser Stelle!) und hier ist sie nun: die Birtsche Sprachrätsel-Runde.
Vorher noch ein paar Informationen zum Autor: Theodor Birt (1852 – 1933) war von 1878 bis 1921 Professor für Klassische Philologie an der Marburger Universität. Er wirkte jedoch nicht nur als Vertreter seines Faches in Forschung und Lehre, sondern auch durch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher sowie durch belletristische Werke. Die „Rätsel und Silbenspiele“ veröffentlichte Birt im Jahre 1930.
Um einen Cache zu finden, muss zunächst das jeweilige Sprachrätsel gelöst werden. Über die unten zu sehende Anzeige (gc-apps) könnt ihr eure Lösung anschließend kontrollieren lassen (Bitte ausschließlich das Wort selbst, also ohne Artikel eingeben). Ist eure Antwort richtig, erhaltet ihr die echten Koordinaten des Caches (an den auf der Karte angezeigten Standorten befinden sich also keine Dosen!).
Die jeweils angegebenen Hinweise beziehen sich auf die versteckten Dosen. Wer Unterstützung bei der Beantwortung eines Rätsels benötigt, kann uns gerne eine Nachricht schreiben und um Tipps bitten.
Man beachte den für die Runde angegebenen öffentlichen Parkplatz. Wir empfehlen wärmstens festes und (je nach Wetter) wasserdichtes Schuhwerk!!! Es handelt sich hauptsächlich um unbefestigte (aber offizielle) Wege. Die Gesamtstrecke der Runde beläuft sich auf etwa 7,3km, für die man rund 3,5 Stunden benötigt.
Das Rätsel für den ersten Cache dieser Runde entspricht dem oben bereits genannten:
„Nenn‘ mir den Stahl: Er liebt die Nacht.
Feig‘ ist er, nicht zum Kampf gemacht,
ist auch nicht Körper. Er ist Tat
und tut den Griff, den er nicht hat.“
Checker#1