Das Baumberger Sandsteinmuseum in Havixbeck bei Münster ist dem, in den nahegelegenen Baumbergen abgebauten, feinkörnigen gelben Baumberger Sandstein gewidmet.
Der Sandsteinpfad ist nur über den Durchgang im Sandsteinmuseums zu erreichen!

Für die Beantwortung der Fragen ist ein Besuch des Baumberger Sandsteinmuseums
angedacht / empfohlen.
Baumberger Sandsteinmuseum
Anschrift: Gennerich 9, 48329 Havixbeck
Öffnungszeiten:
April bis September: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Oktober bis März: Dienstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr
an Feiertagen auch montags geöffnet
Eintritt frei, Spenden sind willkommen
[https://www.sandsteinmuseum.de/bsm/index.php]
Sandstein - eine bunte Welt
Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler BDG (http://www.geoberuf.de/) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften DGG den Sandstein zum "Gestein des Jahres 2008" gekürt.
Sandstein, die verfestigte Form von Sand, ist ein, uns allen vertrautes Gestein, das auf den Kontinenten weit verbreitet ist. Seit Urzeiten bildet sich Sand durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen und Gebirgen.
Der Sandstein ist ein Sedimentgestein. Sedimente sind Produkte aus der Verwitterung älterer Gesteine, deren Komponenten durch Wasser, Atmosphäre und Eis transportiert, abgelagert und schließlich verfestigt werden. Ein wichtiges Merkmal von Sedimenten ist eine erkennbare Schichtung. Bei Sand und Sandstein spricht man von klastischem Material, im Gegensatz zu den chemischen (Salzstein) und biogenen (Kohle) Sedimentgesteinen, die keinen langen Transportweg hinter sich haben, sondern an Ort und Stelle entstanden sind. [1]
Baumberger Sandstein, Sandsteinmuseum, "Marmor des Münsterlandes"
Baumberger Sandstein - ein Stein mit Geschichte
Vor 100 Millionen Jahren, zu Beginn der Oberkreide (Campan), stieg weltweit der Meeresspiegel. Das heutige Westfalen wurde von Norden her überflutet.
Im späteren Münsterland, somit auch das Gebiet der Baumberge, war ein Tiefseebecken. Etwa 100 km nordwestlich davon lagen untermeerische Höhenrücken, auf denen sich durch die Ablagerungen des Meeres große Mengen von Schlamm aufbauten. Diese gerieten durch Erdbeben in Bewegung und rutschten mit großer Wucht als Schlammlawinen in die Tiefseebereiche.
Dabei wurden die am Meeresboden lebenden Organismen mitgerissen. Gleichzeitig erstickte die Schlammlawine aber auch schwimmende Tiere und bettete sie in den Schlamm ein. Kleine und kleinste Meereslebewesen (z.B. Plankton) sowie Teile von größeren Tieren und Pflanzen wurden so mit dem Schlamm ins spätere Baumberger-Gebiet geschwemmt.
Etwa 100 Arten Sandstein gibt es in Deutschland, unter denen der Baumberger Sandstein als etwas Besonderes gelten kann. [2]
Der feinkörnige, weiche Sandstein, Baumberger Kalksandstein oder auch Baumberger Sandstein ist ein mergeliger Kalkstein.
Seine Bezeichnung als „Sand“- oder „Kalksandstein“ geht auf den für einen Kalkstein relativ hohen Gehalt an Quarzsandkörnern zurück.
Er ist von grauer, angewittert von gelblich-bräunlicher Färbung und besteht aus maximal 70 Prozent Kalziumkarbonat, 16 Prozent Quarz, 3 Prozent Feldspat, einem geringen Anteil an Gesteinsbruchstücken und bis zu 11 Prozent Glaukonit. Die häufigste Korngröße liegt bei 0,1 Millimeter.
[2] [3]
Westfälischer - Sandsteinpfad (...was gibt es hier zu sehen)
Im Garten des Sandsteinmuseums präsentiert der „Verein zur Förderung des Museums für Baumberger Sandstein“ Sandsteine, die aus Westfalen stammen bzw. in der Vergangenheit in Westfalen verwendet wurden. Eine Seite der Steine zeigt jeweils eine gesägte Fläche.
Sandstein ist, wie zuvor beschrieben, vor Jahrmillionen eine Ablagerung von Sand auf dem Grund von Flüssen oder Meeren gewesen.
Zumeist durch den Druck jüngerer Schichten, die darüber lagerten, wurde diese Sandschicht zu einem Festgestein geformt.
Die Unterschiede zwischen den Sandsteinen resultieren aus den Umständen der urgeschichtlichen Ablagerung - ein Tiefseeboden ergab einen deutlich anderen Sandstein als der Boden im Mündungsgebiet eines Flusses. Die Anteile an Quarzsand, Ton und Kalk können sehr unterschiedlich sein und prägen die Besonderheiten des jeweiligen Sandsteins, der Anteil an Mineralien ist für die unterschiedliche Färbungen verantwortlich.
Der in der Erdgeschichte auf den Stein ausgeübte Druck und die Form des Bindemittels (Quarz, Ton, Kalk) ergeben sehr unterschiedliche Härtegrade bei den Sandsteinen. [4]
1. Osningsandstein (Gravenhorster Sandstein)
untere Kreidezeit - ca. 120 Mill. Jahre alt
grobkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Steinmetzarbeiten, Baustein
[der Stein wird nicht mehr abgebaut)]
2. Bentheimer Sandstein …
untere Kreidezeit - ca. 135 Mill. Jahre alt
fein- bis mittelkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Steinmetzarbeiten, Baustein
3. Baumberger Sandstein
obere Kreidezeit - ca. 75 Mill. Jahre alt
feinkörniger, sandiger Kalksandstein
Verwendung: Bildhauer- und Steinmetzarbeiten, Baustein
4. Anröchter Sandstein
obere Kreidezeit - ca. 90 Mill. Jahre alt
Kalkmergel- bis Kalkstein
Verwendung: Steinmetzarbeiten, Fensterbänke und - gewände, Baustein
5. Ruhrsandstein
Oberkarbon - ca. 320 Mill. Jahre alt
fein- bis mittelkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Baustein, Steinmetzarbeiten
6. Obernkirchener Sandstein
untere Kreidezeit - ca. 140 Mill. Jahre alt
feinstkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Baustein, Steinmetzarbeiten
7. Wesersandstein (Karlshafener Sandstein)
Trias - ca. 245 Mill. Jahre alt
fein- bis mittelkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Baustein, Steinmetzarbeiten
8. Rüthener Grünsandstein
untere Kreidezeit - ca. 100 Mill. Jahre alt
fein- bis mittelkörniger Quarzsandstein
Verwendung: frisch gebrochen für Steinmetz- und Bildhauerarbeit, Baustein
9. Ibbenbürener Sandstein
Oberkarbon - ca. 305 Mill. Jahre alt
mittel- grobkörniger Quarzsandstein
Verwendung: Baustein, Steinmetzarbeiten
Farben des Sandsteins...
Sandsteine können je nach Herkunft und Bestandteilen sehr unterschiedlich gefärbt sein: weiß, grau, grüngrau, beige, braun, rot, orange und alle Mischbereiche dazwischen. Verantwortlich für die Farbgebung ist im Wesentlichen der im Sandstein enthaltene Anteil an eisenhaltigen Mineralien. Rötliche Farbtöne gehen in der Regel auf Hämatit zurück, der in Form dünner Häutchen die Quarzkörner umhüllt. Chlorit oder Glaukonit mit zweiwertig gebundenem Eisen sind für grünliche Farbtöne verantwortlich. Gelblichbraune bis braune Färbungen sind auf das Eisenmineral Limonit zurückzuführen. [1]
Wie sich Steine verändern...
Steine, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, verwittern. Dabei bildet sich häufig ein dunkler Belag an der Gesteinsoberfläche, sodass das ursprüngliche Gestein kaum mehr zu erkennen ist.
Arten der Verwitterung
Die Verwitterung ist ein grundlegender Prozeß der Mineral- und Gesteinszerstörung durch exogene Kräfte. Man unterscheidet drei Arten der Verwitterung.
1. Physikalische Verwitterung: bewirkt den Zerfall der Gesteine und Minerale in kleinere Partikel, damit verbunden ist eine Vergrößerung der spezifischen Oberfläche, die eine wichtige Voraussetzung für die chemische Verwitterung ist. Die physikalische Verwitterung wird verursacht durch:
a) Frostsprengung
b) Temperaturwechsel
c) Druckentlastung
d) Salzsprengung
2. Chemische Verwitterung: Umwandlung der Primärminerale zu sekundären Verwitterungsprodukten durch chemische Prozesse. Damit verbunden ist eine Mobilisierung minerogen fixierter Nährstoffe. Die chemische Verwitterung wird verursacht durch:
a) Lösungsverwitterung
b) Hydrolyse
c) Säurewirkung
d) Oxydation
3. Biologische Verwitterung: durch von Organismen gelieferte Minerale und Gesteine destabilisierende Agenzien sowie Krafteinwirkung, z.B. Wurzelsprengung
[5.1][5.2]
Quellenangaben:
[1] https://www.hlnug.de/themen/geologie/geo-info-hessen/gesteine-des-jahres/gestein-des-jahres-2008-sandstein#
[2] Informationstafeln Sandsteinmuseum
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Baumberger_Kalksandstein
[4] Informationstafeln Sandsteinmuseum
[5.1] https://de.wikipedia.org/wiki/Verwitterung
[5.2] https://www.bodenkunde-projekte.hu-berlin.de/boku_online/pcboku10.agrar.hu-berlin.de/cocoon/boku/sco_2_substrate_5.html
Die Aufgaben …
Macht ein Foto vom Sandsteinpfad, dem Sandsteinmuseum oder etwas anderem welches die Anwesenheit dokumentiert und fügt es eurem Logeintrag oder bei den Antworten zu folgendenden Fragen bei.
F1: Die Verkittung von Sand und den feinen und groben Sedimentpartikeln macht sich auch in der jeweiligen Bezeichnung der Sorte aus: so gibt es Tonsandstein, Kalksandstein, Eisensandstein oder Quarzsandstein.
Bei dem Baumberger Sandstein handelt es sich um einen … ?
F2: Links vom Eingang des Sandsteinmuseum findet ihr die im Listing gezeigte Museums-Tafel.
Wie ist die Beschaffenheit des Steines? Fühlt sich dieser rau oder glatt an? Handelt es sich nach eurer Einschätzung nach eher um grobkörnigen oder um feinkörnigen Sandstein?
F3: An beiden Seiten des Eingangs zum Sandsteinmuseum könnt Ihr in einigen Steinquadern auffällige dunkelrot - rostbraune „Mineralgemenge“ entdecken (siehe Bild).

Betrachtet sie näher und beschreibt sie mit eigenen Worten.
Um welches Mineral könnte es sich deiner Meinung nach handeln?
[WP2] N 51 58.752 E 007 24.466 Sandsteinpfad [Zugang über das Sandsteinmuseum]
F4: Der Osningsandstein, Bentheimer Sandstein, Obernkirchener Sandstein, Wesersandstein, u.a. ... verfügen über Eigenschaften, weshalb sie als Baumaterial Verwendung finden; welche?
F5: Der im Süden der Kreidebucht von Münster abgebaute Rüthener Sandstein unterscheidet sich auf Grund eines Merkmals von allen anderen hier ausgestellten Sandsteinen. Welches Merkmal ist gesucht und was ist dafür "verantwortlich"?
[WP3] N 51 58.780 E 007 24.416 Gebäude - Ecke
F6: Ein Blick auf die Gebäude-Ecke... (ein Stein, zwei "Gesichter")
Beschreibt mit eigenen Worten den hier sichtbaren signifikanten Unterschied der Außenmauern. Was ist deiner Meinung nach die Ursache dafür?
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Logfreigabe braucht ihr nicht abwarten.
Sollte etwas mit deinen Antworten nicht stimmen, melde ich mich schnellstmöglich bei dir.