Ein Tag im Leben der Kanaldeichschafe
Es war ein sonniger Morgen am Kanal, und die Deichschafe waren schon mitten in ihrer wichtigsten Tagesaufgabe: Grasen, glotzen, und gelegentlich ein bisschen blöken. Während die Sonne ihren morgendlichen Strahlentest über die Wiese zog, standen fünf weiße Schafe wie kleine Flauschwolken auf dem Deich und wirkten, als seien sie von einem Landschaftsmaler sorgfältig drapiert worden.
„Mäh, Kollege, hast du das neue Gras schon probiert?“, fragt das erste Schaf, während es langsam und genüsslich an einem Grashalm zieht. Das zweite Schaf schaut nur stumpf in die Ferne, als würde es über den Sinn des Lebens philosophieren – oder darüber, ob es heute Mittag noch einen zweiten Grashalm essen soll.
Ein Stück weiter trotten drei schwarze Schafe, die sich einbilden, die coolsten der Herde zu sein. „Wir sind wie die Rockstars hier! Alle anderen tragen Weiß, aber WIR haben Stil!“ sagen sie sich vermutlich, während sie ab und zu demonstrativ vor sich hin blöken, um Aufmerksamkeit zu erregen. Leider hört ihnen nur ein vorbeiziehender Käfer zu, der sich gerade ein gemütliches Plätzchen in einem Schafspelz sucht.
Dann gibt es da noch die Lämmer-Gang. Fünfzig Lämmer hüpfen wild durch die Gegend, ohne Rücksicht auf die weidende Schaf-Elite. Für sie ist der Deich kein Arbeitsplatz, sondern ein Abenteuerspielplatz. Ein Heuballen? Perfekte Hüpfburg! Ein Strohballen? Klar, das ist die neue Kletterwand. Und die Butterblumen? Naja, die werden kurzerhand verspeist, obwohl sie eindeutig nicht auf dem Speiseplan stehen.
Unter den wachsamen Augen von drei besonders knuffigen Wollschafen läuft der Betrieb. Diese „Wollpolizei“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, für Ordnung zu sorgen. Allerdings hat man sie noch nie dabei erwischt, irgendetwas Sinnvolles zu tun. „Määäääh, nicht so wild, ihr Lämmer!“ sagen sie, während sie sich genüsslich im Gras ausstrecken und demonstrativ mit den Ohren wackeln.
Plötzlich – Alarm auf dem Deich! Zwei Wölfe schleichen am Horizont entlang. „Wölfe! Wölfe!“, rufen die Schafe panisch – naja, zumindest die weißen. Die schwarzen Schafe hingegen zucken nur lässig mit den Schultern: „Die sind wahrscheinlich nur Fans, die uns mal sehen wollen.“ Die Lämmer-Gang sieht das Ganze eh als ein neues Spiel: „Fang mich doch, du alter Wauwau!“ Zum Glück sind die Wölfe einfach nur gelangweilt und verschwinden wieder in Richtung Wald, weil ihnen das Spektakel zu chaotisch wird.
Der Star des Tages ist allerdings das achte Kanaldeichschaf – ein besonders schlaues Tier namens Udo Blökens, das festgestellt hat, dass man am besten an der Kanalböschung döst, wo es windgeschützt und gemütlich ist. Während die anderen noch arbeiten (also Gras mampfen und blöken), träumt das schlaue Schaf von einem besseren Leben als Countrymusikstar – einem mit einem eigenen Heuballen und einem ruhigen Platz ohne nervige Lämmer.
Am Ende des Tages, wenn die Sonne langsam hinter dem Kanal versinkt, kehrt Ruhe ein. Die weißen Schafe flauschen sich zurecht, die schwarzen Schafe proben noch ein letztes „Mäh“ für ihr nächstes Konzert, und die Lämmer schnarchen in Grüppchen auf den Wiesen. „Ein guter Tag“, denkt sich das schlaue Schaf Udo und lässt sich vom Wind in den Schlaf wiegen und träumt leise das Kanaldeichschaflied.
Und so geht das Leben der Kanaldeichschafe weiter – friedlich, flauschig und immer ein bisschen chaotisch. Määäääh!
Wenn ihr ganz leise seid, könnt ihr das Lied der Kanaldeichschafe hören und vielleicht auch den Cache finden..

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