Da saß er nun schon stundenlang unter seinem Sonnensegel, der Wittiber Norbert und grübelte. Seit ein paar Wochen hatte die Erika den Schrebergarten zwei Parzellen weiter übernommen. Seitdem war sein altes Herz entbrannt. Über freundliches Grüßen – Dieses Lächeln!!! -ging es bisher nicht hinaus.
Wie sollte er nur das Eis brechen? Er war seit langem aus der Übung. Irgendwie eingerostet. Zu flapsig wollte er nicht sein. Auch nicht zu direkt. Die Sätze, die man da so sagt, wollten ihm einfach nicht über die Lippen. Also Wie?
Er klatschte sich ans Hirn. Freilich! Blumen, ein Blumenstrauß! Davon hatte er schließlich mehr als genug und über Jahre gehegt und gepflegt. Na dann los!
Weiße Nelken, roter Hibiskus aus der schattigen Ecke des Gartens, gelbe Narzissen, rote Tulpen, die fein lila Wicken, strahlend blaue Kornblumen, rote Kronenanemonen, braunen Storchenschnabel außenrum, … unten war es noch ein wenig kahl, aber auch da ließ sich was finden: Schneeglöckchen, orange Krokusblüten und ein wenig Schnittlauchgrün rundeten den recht groß geratenen Strauß ab.
Jetzt noch schnell eine Karte „Herzlich willkommen in unserer Anlage, Norbert“ Das sollte klappen! Okay, noch die „Nr. 107“ dazu, nicht dass es zu einer Verwechslung kommt. 😉
Ab damit an das Gartentürchen von Erika, wieder zurück in den Schatten, erst mal ein frisches Bier und abwarten. Und warten, warten ... Erika war wohl im Urlaub? Tagelang kam nichts. War da eine Blume falsch? Hatte sie was missverstanden?
Erst drei(!) Tage später hing auch ein Strauß an seinem Türchen, als er am Morgen, wie jeden Tag, in den Garten kam: Weiße Nelken, Taubnesseln in kräftigem lila, blaue Kornblumen, rote Chrysanthemen, einige grüne Eibenzweige mit roten Früchten gaben dem Strauß Volumen, Kronenanemonen blitzten an wenigen Stellen durch. Feingliedrige Haselzweige, Mohn und Waldhortensien gliederten den Strauß nach unten. Am Ende wechselten sich Schneeglöckchen, blauer Enzian und bereits blühender Waldmeister ab.
Keine Karte!
Und jetzt?
Wie geht es weiter?