Der alte Worringer Hafen
ACHTUNG!
Da wir uns hier im Uferbereich des Rheins befinden, kann es abhängig von der Jahreszeit zu schwankenden Wasserständen kommen. Ab einem Wasserstand von mehr als 2,20 Metern (Auf der Grafik des Kölner Rheinpegels zu sehen), ist davon auszugehen dass die Koordinaten des EarthCaches nicht erreichbar sind. Der schwankende Wasserstand bringt zusätzlich eine gewisse Rutschgefahr durch abgelagerte Sedimente mit sich!
Ihr benötigt zwei Gläser, einen Trichter, einen Kaffeefilter, einen kleinen Löffel, ein T-Licht (mit Schale), eine kleine Zange, ein Lineal, einen Magneten und ein Feuerzeug, um diesen EarthCache zu lösen! Eine Wathose könnte ebenfalls hilfreich sein!
Herzlich Willkommen am alten Hafen in Köln Worringen. Hier mündet der Kölner Randkanal in den Pletschbach und dieser wenige Meter später in den Rhein. Der Kölner Randkanal ist ein ca. 20 km langer künstlicher Bachlauf, welcher zur Entwässerung der Landschaft im Westen von Köln und insbesondere der sich dort befindenden Braunkohle Tagebaue genutzt wird. Der Pletschbach ist ein ca. 16 km langer linker Zufluss des Rheins. Hier am alten Worringer Hafen kommen aufgrund der Zusammenflüsse direkt zwei interessante geologische Besonderheiten zum Vorschein, welche in diesem EarthCache näher behandelt werden sollen. Dabei handelt es sich zum einen um Eisenhydroxide und zum anderen um Trockenrisse.
Eisenhydroxide:
Bei den Eisenhydroxiden handelt es sich um die Mineralien Goethit und Limonit. Diese entstehen im Verlauf des Kölner Randkanales als Sekundärmineralien aus Eisenoxiden aus dem abgepumpten Grubenwasser der Braunkohletagebaue. Doch wie funktioniert das eigentlich?
Die Eisenoxide (hauptsächlich feinkörniger Hämatit und Wüstit) werden durch das Gefälle des Kölner Randkanales beschleunigt. Dies sorgt für Verwirbelungen im Gewässer, welches die Mineralien immer wieder zwischen der Wasseroberfläche und dem Boden des Kanales hin und her bewegt. Durch den Luftsauerstoff, welcher bei der Verwirbelung ins Wasser gelangt und das umgebene Wasser können die Mineralien weiter verwittern und bilden durch die Aufnahme von Wasser in das Kristallgefüge die Sekundärmineralien Goethit und Limonit.
Eine Mischung aus Goethit und Limonit wird im Volksmund als "Rost" bezeichnet. Diese Mischung ist hier auch verantwortlich für die Wasserfärbung.
Trockenrisse:
Als Trockenrisse bezeichnet man Sedimentstrukturen, welche sich bilden, wenn schlammiges (sehr feinkörniges) Sediment trocknet und sich aufgrund des Wasserverlustes zusammenzieht.
Natürliche Trockenrisse entstehen, wenn nasses, schlammiges Sediment austrocknet und dabei durch den Wasserverlust an Volumen verliert. Wenn die Sedimente im Wasser "schweben", dann nehmen sie mehr Volumen ein als das trockene Material.
An und unmittelbar unter der Oberfläche des trockenen Sedimentes entsteht eine sogenannte Dehnungsspannung, weil dort der Volumenverlust am größten ist. Das Material darunter schrumpft beim Trocknen langsamer als das an der Oberfläche befindliche Material. Wenn diese Dehnungsspannung einen kritischen Wert überschreitet, entstehen in der Sedimentoberfläche Spannungsrisse. Diese anfangs noch einzelnen Risse werden mit der Zeit und fortschreitenden Austrocknung größer und länger und erzeugen die Sichtbaren Bruchstrukturen.
An dieser Stelle wird durch Verwirbelung der Zusammenflüsse des Kölner Randkanales, Pletschbaches und Rheins sehr viel feines Sediment der drei Gewässer abgelagert. Dadurch bildet sich eine Art "Schlammstrand" in den Ruhezonen, in denen weniger Strömung herrscht. Bei fallendem Wasserstand trocknen diese Flächen regelmäßig aus und es bilden sich die beschriebenen Trockenrisse.

Verfärbung durch Eisenhydroxide und Trockenrisse am gegenüberliegenden Ufer.
Um diesen EarthCache als Fund zu loggen, sind die nachfolgenden Aufgaben zu erledigen.
Bitte sendet uns hierfür die Antworten per E-Mail oder über eine GC-Nachricht zu und loggt sofort!
Unser Team wird sich bei euch melden, wenn etwas nicht stimmt. Bitte habt auch Verständnis dafür, dass Logeinträge, die mehr als 3 Wochen nach der Übermittlung der Antworten erfolgen, aufgrund des Speicheraufwandes, nicht mehr berücksichtigt werden können ohne erneute Übermittlung der Antworten!
Nun zu den eigentlichen Aufgaben:
1. Nehmt zunächst mit einem der Gläser eine Wasserprobe an den angegebenen Koordinaten und beschreibt das Wasser. Dann stellt ihr den Trichter in das zweite Glas und legt oben in den Trichter den Kaffeefilter. In den Kaffeefilter kippt ihr dann eure Wasserprobe aus dem ersten Glas. Während die Probe gefiltert wird, könnt ihr die anderen Aufgaben erst einmal beantworten.
Sendet uns bitte ein Foto des Experimentes zu Beginn und eines am Ende (Dies dient bei späteren Unklarheiten der Nachvollziehbarkeit, ob das Experiment ordnungsgemäß durchgeführt wurde). Die Bilder des Experimentes gehören NICHT ins Log!
Um mehrere Ergebnisse zur besseren Vergleichbarkeit zu bekommen, ist es sinnvoll, dass jeder Besucher des EarthCaches das Experiment durchführt.
2. Am gegenüberliegenden Ufer bilden sich die oben beschriebenen Trockenrisse. Welche Form haben die entstehenden "Platten"?
3. Messt mit eurem Lineal den Durchmesser der Trockenrissplatten. Sind sie alle gleich oder gibt es Unterschiede? Wenn es Unterschiede gibt, woran könnte das liegen?
4. Zurück zum Experiment: Wenn das Wasser abgelaufen ist, wie hat sich dieses (unten im Glas) verändert?
5. Nehmt nun mit dem Löffel etwas von dem sich im Filter befindlichen Rückstand. Ist dieses Material magnetisch?
6. Nehmt das T-Licht aus seiner Schale und packt euren Rückstand in die Schale. Dann entzündet das T-Licht und haltet die Schale mit der Zange über die Flamme. Nach kurzer Zeit sollte das sich in der Schale befindliche Material anfangen zu "qualmen". Wenn dieses Qualmen aufhört, könnt ihr die Kerze ausmachen und das Material in der Schale abkühlen lassen.
7. Was hat sich an dem Material verändert? Geht hier insbesondere auf die Farbe und den Magnetismus ein! Was denkt ihr, woran liegt diese Veränderung - also was ist genau passiert?
8. Was denkt ihr, ist dieser Vorgang unter Bedingungen in der Natur reversibel? Begründet eure Einschätzung kurz.
9. Macht nun noch mindestens ein Vor-Ort Foto von euch fürs Log (Hier ist zu beachten, dass das Foto genau an den Koordinaten mit dem Rhein im Hintergrund aufgenommen werden soll). HIER gibt es ein Beispielfoto. Wer kein Foto von sich machen möchte, der kann gerne auch ein Foto von einem Zettel mit seinem Geocachernamen und dem aktuellen Datum an der oben angegebenen Stelle machen und seinem Logeintrag beifügen. Bitte beachtet, dass Logeinträge ohne Fotos oder mit nicht den Regeln entsprechenden Bildern, kommentarlos gelöscht werden!
Geändert im Januar 2026
© Team Tequila Luigi
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhydroxide
https://de.wikipedia.org/wiki/Trockenriss_(Sediment)
www.koelner-randkanal.de
Eigene Beobachtungen / Experimente