Die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte ist wieder geöffnet: "Du bist Teil der Geschichte". In Kürze wird es ebenfalls einen Multi durch die neue Dauerausstellung geben.
Dieser Multicache begleitet dich durch die aktuelle Wechselausstellung "Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus".
Es handelt sich um einen "Indoor-Cache" - perfekt geeignet für trübes Wetter. Der Rundgang führt dich zu 26 besonderen Objekten der Ausstellung, wo du Fragen beantworten und Zahlen ermitteln musst. Mit diesen Zahlen errechnest du am Ende die Koordinaten für den Cache. Das Museum ist barrierefrei. Kinderwagen sind kein Problem, Rollstuhlfahrer benötigen an einigen Stationen Hilfe, da die gesuchten Exponate oder Textschilder schwer einsehbar sind. Das Finale liegt außerhalb des Museumsgebäudes. Es kann barrierefrei erreicht werden, aber Rollstuhlfahrer brauchen beim Bergen der Dose Hilfe.
Das HdG wurde 1994 eröffnet. Mit einer Million Besuchern pro Jahr ist es eines der beliebtesten Museen Deutschlands. Die Öffnungszeiten sind: Di – Fr 9:00 bis 18:00 Uhr, Sa + So 10:00 bis 18:00 Uhr, Montag geschlossen, der Eintritt ist frei, Weitere Infos: www.hdg.de
Das Fotografieren ohne Blitz ist für private Zwecke in den Ausstellungsräumen erlaubt. Wir würden uns über Fotos von dir und den Exponaten sehr freuen. Pass aber bitte auf, dass du nicht spoilerst!
Stell dich in die Mitte des Foyers: Durch die gläsernen Elemente im Boden kannst du einen Blick auf den römischen Keller werfen. Er wurde beim Bau des Museums entdeckt und in die Ausstellung integriert. Wenn du links neben der Garderobe die Treppe runtergehst, kannst du ihn dir anschauen. Hier sind übrigens auch die Toiletten.
Wirf einen Blick nach oben: Dort befindet sich der Eingang zur neuen Dauerausstellung. Rechts neben dem Infocounter siehst du den Ausgang. Dreh dich noch etwas weiter nach rechts: Dort befindet sich der Eingang zur Wechselausstellung "Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus", in der das Museum die unterschiedlichen Blicke der Generationen auf die nationalsozialistische Herrschaft beleuchtet.
Die Ausstellung gliedert die Nachkriegsgeschichte in vier Generationen:
- Gelber Raum: Erlebnisgeneration (Zeitzeuginnen und Zeitzeugen)
- Oranger Raum: Nachkriegsgeneration (Kindergeneration)
- Pinker Raum: Enkelgeneration
- Blauer Raum: Vierte Generation (bis heute)
Jedes Kapitel beschäftigt sich mit fünf Schwerpunkten: Hitler, Täter/Beteiligte, Rechtsextremismus, Opfer/Verfolgte, Gedenken.
Nimm dir Zeit für die Ausstellung ... es lohnt sich. In jedem Ausstellungsraum werden viele interesante Objektgeschichten erzählt, die sich am Ende jeder Generation zu einem Gesamtbild formen.
Prolog
Geh nun in die Ausstellung vorbei an Hakenkreuzen, Jubel, undefinierbaren wabernden Klängen und irritierenden Fragmenten aus dem Propagandafilm "Der Sieg des Glaubens", den Adolf Hitlers Lieblingsregisseurin Leni Riefenstahl 1933 drehte: Gleich zu Beginn der Ausstellung wird die Faszination deutlich, die der Nationalsozialismus bei vielen Deutschen hervorrief, die Hitler feierten – und wählten. Eine Faszination, die sich erschreckend lange bis weit nach 1945 hielt.
Beim ersten Exponat der Ausstellung, einer großen Hakenkreufahne, kannst du dir Ausschnitte aus dem Film "Die Todesmühlen" von Billy Wilder anschauen, der den Deutschen 1945 die unfassbaren Gräueltaten in den Konzentrationslagern vor Augen führt.
Erlebnisgeneration (gelber Raum)
Zu Beginn jedes Generationen-Raums zeigt eine große audiovisuelle Station, was die Deutschen zu jener Zeit bewegt. Wie in einer Wohnung, in der ein Mieter auf den anderen folgt, findet auch in der Ausstellung mit jeder neuen Generation ein "Tapetenwechsel" statt.
1945: Deutschland ist besiegt, traumatisiert, ausgebombt. Hitler-Straßenschilder werden abmontiert, Porträts übermalt. Doch Hitler verschwindet nicht, in Zyklen taucht er immer wieder auf. Etwa in Heimerzheim, da fahren an Karneval 1952 Hitler und Göring als Symbole des Bösen im Papp-Panzer mit im Zug – als kritischer Beitrag zur Wiederbewaffnungsdebatte. Allensbach fragt in den 1950er Jahren, was die Deutschen über Hitler denken: 22 Prozent nennen ihn einen großen Staatsmann, für elf Prozent ist er ein großer Führer.
Die Nachkriegszeit ist auch die Zeit der Kontinuitäten: Die "Stunde Null" gibt es nicht. Nazi-Parteigänger und Funktionäre erleben als neue Stützen der Gesellschaft in Wirtschaft, Polizeidienst und Politik ihre Renaissance. Und sind wieder wer. Während eine Überlebende des KZ Theresienstadt nach der Befreiung eine Fahrkarte mit den Worten in die Hand gedrückt bekommt: "Fahren sie nach Hause". Was ist zu Hause, wo ist es? Die Karte ist sicher eines der eindrucksvollsten Exponate der Ausstellung.
Die DDR sieht keinen grundlegenden Unterschied zwischen "Faschismus" und westlicher Demokratie. Sie instrumentalisiert die Vergangenheit von Anfang an als ideologisches Kampfmittel im Kalten Krieg. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR ist nach ihrer Lesart ein vom Westen gesteuerter "faschistischer Putschversuch", die acht Jahre später durch Berlin gebaute Mauer ein "antifaschistischer Schutzwall". In der Bundesrepublik sieht sie einen Hort von Faschisten und Revanchisten, den westdeutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer schmäht die Ost-Berliner Führung als "Hitler unserer Tage".
Der übermalte Hitler
Der Nationalsozialismus ist mit Kriegsende nicht schlagartig verschwunden. Seine Geisteshaltung ist im Nachkriegsdeutschland immer noch allgegenwärtig, nur tarnt und versteckt sie sich. Im gelben Ausstellungsraum begegnet dir zunächst ein Gemälde mit einem übermaltem Hitler-Porträt. Die beige Farbe verdeckt ihn, aber er scheint immer noch durch.
Auf dem Textschild rechts vom Gemälde befindet sich unten klein geschrieben der Name des Leihgebers. In welcher Stadt befindet sich das Museum? Ein Wort! Ermittle den Buchstabenwortwert.
A = _ _ _
[Wende dich nun nach rechts.]
"Hitler Dead"
... verkündet die Zeitung "The Stars and Stripes” am 2. Mai 1945. Davor auf dem Pult kannst du dir seine offizielle Todeserklärung anschauen.
Oben rechts auf dem Dokument steht eine rote dreistellige Nummer. Wie lauen die beiden letzten Zahlen?
B = _ _
[Zwei Nischen weiter kommst du zu den "Nürnberger Prozessen".]
Nürnberger Prozesse
Zwischen dem 20. November 1945 und dem 14. April 1949 finden in Nürnberg vor einem Internationalen Militärgerichtshof die Prozesse gegen die noch lebenden Hauptkriegsverbrecher statt. Zum ersten Mal in der Geschichte wird von den Siegermächten versucht, Kriegsverbrecher gerichtlich zu belangen. Viele deutsche Zeitgenossen halten den Prozess für alliierte Propaganda. Zwölf Angeklagte werden zum Tode und sieben zu Freiheitsstrafen verurteilt, drei werden freigesprochen.
In der Ausstellung kannst du dir ein Foto aus dem Gerichtssaal anschauen. Wie viele alliierte Soldaten bewachen die Angeklagten? Du erkennst sie an den weißen Helmen.
C = _
[Ein Stück weiter kommst du zu einer gelben Nische, an deren Rückwand nur eine Fahrkarte zu sehen ist.]
Ungewisse Heimkehr
Erna Meintrup überlebt das Ghetto Theresienstadt. Mit dieser Fahrkarte fährt sie 1945 in eine unsichere Zukunft. Wie sieht es in Ihrer Heimatstadt Münster aus? Leben ihre Familienangehörige und Freunde noch? Die Karte von der Zugfahrt bewahrt sie auf, spricht aber nie über ihre Zeit im Ghetto. Das fehlende Interesse der Gesellschaft lässt viele Verfolgte über das Erlebte schweigen.
Wie lautet die Kilometerangabe auf der Fahrkarte?
D = _ _
[Wende dich nun der Mitte des Raumes zu. Dort steht ein Fahrrad in einer Holzkiste.]
Traurige Erinnerungsstücke
Das Rad gehörte einem jüdischen Jungen, der es 1936 sorgfältig in Zeitungspapier verpackt - es muss ihm sehr viel bedeutet haben - und es einem Freund zur Aufbewahrung gibt. Er holt es nie wieder ab.
In einer Vitrine rechts neben der Kiste befindet sich ein Koffer. Er enthält Dokumente und Erinnerungsstücke der jüdischen Familie Brandis-Holzinger, die ihn vor ihrer Deportation von Regensburg ins Ghetto Piaski nach Polen einer Freundin übergibt. Die Familie wird später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.
Auf dem Koffer ist vorne rechts ein Aufkleber des Stadtarchivs Regensburg. Welche zweistellige Zahl steht darauf?
E = _ _
[Weiter geht es im orangen Raum.]
Nachkriegsgeneration (oranger Raum)
"Tapetenwechsel": Die Videoinstallation setzt den thematischen Rahmen der Nachkriegsgeneration, die im Kalten Krieg und während der deutschen Teilung aufwächst und unmittelbar mit Erinnerungen und Schuld der Eltern konfrontiert ist. Der vorsichtige Aufbruch, der sich seit Ende der 1950er Jahre in der Bundesrepublik im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit bemerkbar macht, gewinnt in den folgenden Jahren an Dynamik. Das Hinzukommen einer neuen Generation erweitert und verändert die bisherigen gesellschaftlichen und politischen Diskussionen. Die neue Generation, aufgewachsen in Demokratie, Stabilität und Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit Hitler und dem Nationalsozialismus.
Die juristische Aufarbeitung beginnt: Anfang der 1960er Jahre wird Adolf Eichmann, dem Organisator des Holocaust, in Jerusalem der Prozess gemacht und in Frankfurt finden von 1963-65 die Auschwitz-Prozesse statt. Die Zeit ist von Konflikten zwischen der "Erlebnisgeneration" (Zeitzeugen) und der "Kindergeneration" (Nachgeborene) geprägt. So nutzt die 68er-Studentenbewegung unter dem Slogan "Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren" die nationalsozialistische Vergangenheit, um gesellschaftliche Strukturen und Autoritäten grundsätzlich infrage zu stellen.
Demgegenüber inszeniert sich die DDR weiterhin als antifaschistischer Staat ohne NS-Kontinuitäten und nutzt den Nationalsozialismus zur Abgrenzung gegenüber der BRD.
Wetterfahne
Zunächst stößt du auf eine große Vitrine mit einer Wetterfahne aus Kupfer. Sie wird während der Zeit des Nationalsozialismus vom Flaschnermeister Georg Heindel für die Stadtkirche des bayerischen Langenzenn angefertigt. Seinen Namen graviert er zwischen zwei Hakenkreuzen auf der Rückseite ein. In die - in der Ausstellung nicht gezeigte - hohle Turmkugel legen die Handwerker eine "Fränkische Tageszeitung" mit dem Porträt von Adolf Hitler und handschriftlichen Widmungen wie z. B. "an meinen Adolf" oder "Wir gehen für unseren Führer Adolf Hitler wenn es sein muss in den Tod".
Als die Kirchturmspitze 1979 renoviert wird, beschriften die Arbeiter wieder eine Zeitung. Dieses Mal ist es eine Münchner Abendzeitung, die sie mit "die letzten Nazis", Firmenstempeln und alte Stempeln der Ortsgruppe der NSDAP versehen und sie ebenfalls in die Turmkugel legen.
In welchem Jahr stellt Georg Heindel die Wetterfahne her?
F = _ _ _ _
[Auf dem Rundgang folgt auf der rechten Seite ein - im wahrsten Sinne des Wortes - Oldschool-Objekt: Ein Schulwandbild aus den 1960 Jahren.]
Schulwandbild
Das Wandbild zeigt eine Zeichnung von Propagandaminister Joseph Goebbels wie er vor einer Menschenmenge zum totalen Krieg aufruft.
Bis in die 1950er Jahre endet der Unterricht in deutscher Geschichte mit dem Ersten Weltkrieg und damit vor der Epoche des Nationalsozialismus. Erst in den 1960er Jahren wird die Vermittlung der "Themen und Tatsachen aus der nationalsozialistischen Zeit" von den Kultusministern der Bundesländer in die Lehrpläne aufgenommen.
Links unten auf dem Wandbild steht hinter "Darstellungen zum aktuellen Geschichtsunterricht Bild" eine einstellige Zahl. Wie lautet sie?
G = _
[Etwas weiter befindet sich ebenfalls auf der rechten Seite unter dem Spruchband "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren" eine Wand mit Klappen, auf denen sich Zahlen befinden.]
Auschwitz-Prozesse
Nach einer trügerischen Ruhe und eher halbherzigen juristischen Aufarbeitung des "Dritten Reiches" in den 1950er Jahren erlebt die öffentliche Diskussion über die NS-Vergangenheit 10 Jahre später einen Höhepunkt. Zu den wichtigsten Ereignissen, die diesen Wandel bewirken, gehören die großen Prozesse gegen NS-Verbrecher und die Debatte über die Verjährung. Die wichtigsten Prozesse in der Bundesrepublik Deutschland waren die Auschwitzprozesse, die vor dem Schwurgericht in Frankfurt am Main stattfanden. Der erste Prozess (1963 - 1965) ist besonders umfangreich und dauert 20 Monate. Die auf zwölf Verhandlungstage angesetzte Vernehmung der Angeklagten zu Person und Sache bleibt praktisch ohne Ergebnis. Die Angeklagten schützen sich gegenseitig und vermeiden es, sich gegenseitig zu belasten. Ansonsten verweisen sie auf die Befehlsgewalt des 1947 in Polen hingerichteten Lagerkommandanten Rudolf Höß.
Wie viele ehemalige SS-Männer stehen ab 1963 in Frankfurt a. M. vor Gericht?
H = _ _
Wie viele Angeklagte werden u. a. wegen mehrfachen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt?
I = _
Wie viele Angeklagte erhalten Haftstrafen zwischen 3 ½ und 10 Jahren?
J = _ _
Wie viele Angeklagte werden freigesprochen?
K = _
[Folge dem Ausstellungsrundgang ein kleines Stück weiter bis du auf eine Vitrine mit einem gelben Rucksack stößt. Update: Der Rucksack wird ab Dezember 2025 in der neuen Dauerausstellung gezeigt. Hier ist jetzt nur noch ein Foto des Exponats zu sehen. Die Frage kann aber trotzdem beantwortet werden.]
Rucksack
Die junge Generation interessiert sich für das Schicksal der Juden und den Staat Israel. So auch Achim Posse, Student an der Universität Konstanz, der mit diesem Rucksack zwischen 1976 und 1984 per InterRail, einem vergünstigten Zugticket für junge Erwachsene, durch Europa und Israel reist.
In welchem Jahr besucht er Israel?
L = _ _ _ _
Menschen im Stacheldraht
Kurz danach kommst du zu der Vitrine mit dem Bronzemodell "Menschen im Stacheldraht", das seit 1968 als 14 Meter breite und 5 Meter hohe Skulptur die zentrale Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Dachau ist.
Ermittle den Buchstabenwortwert des Vornamens des Künstlers.
M = _ _
[Weiter geht es im pinken Raum.]
Enkelgeneration (pinker Raum)
Die dritte Generation, die "Enkelgeneration", wird mehrheitlich noch im geteilten Deutschland geboren. Sie muss sich vor dem Hintergrund eines wachsenden historischen Kenntnisstandes mit dem Verhalten der vorherigen zwei Generationen ebenso wie mit der eigenen Positionierung zur nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzen.
Diese Generation übernimmt eine Vielzahl von Rollen, etwa als Vermittler zwischen den anderen beiden Generationen oder als Kritiker der Schuldfrage. Ihre Geschichtsbildung speist sich aus familiären Überlieferungen, Bildungseinrichtungen und populärkulturellen Darstellungen, wobei sie eine hohe Sensibilität für die Verbrechen des Nationalsozialismus zeigt. Zeitzeugenberichte und populäre Dokumentationen, wie die ZDF-Sendungen von Guido Knopp, formen nachhaltig das Geschichtsbild. Ereignisse wie die Ausstrahlung der Serie Holocaust oder der Film Schindlers Liste tragen dazu bei, die Auseinandersetzung mit dem Holocaust zu vertiefen. Viele Westdeutsche werden sich erst jetzt des Ausmaßes der Judenverfolgung bewusst.
Parallel fordern bisher kaum beachtete Opfergruppen wie Sinti, Roma, Homosexuelle oder Zwangssterilisierte öffentliche Anerkennung und Entschädigung.
Neonazistische Gewaltakte in den 1980er und 1990er Jahren verdeutlichen die fortbestehende Gefahr rechtsextremer Ideologien, wohingegen die Errichtung zentraler Denkmäler, wie das Holocaust-Mahnmal in Berlin, den Konsens der Mehrheit über die Notwendigkeit des Erinnerns symbolisiert.
In den 1990er Jahren rückt die Verstrickung der deutschen Wirtschaft in die nationalsozialistischen Verbrechen in den Fokus. Entschädigungen für Zwangsarbeiter sowie die kontroverse Wehrmachtsausstellung schärfen das Bewusstsein für die Täterrollen.
In Ostdeutschland führt die Wiedervereinigung zu einer Neuausrichtung der Gedenkkultur, stößt jedoch auch auf Vorbehalte. Rechtsextremismus und antisemitische Tendenzen treten weiterhin in beiden Teilen Deutschlands zutage, während die Mehrheitsgesellschaft das "Dritte Reich" als verbrecherische Diktatur anerkennt.
Geköpfter Engel
Hinter der Videoinstallation zur Fernsehserie "Holocaust" triffst du auf das Modell einer Engelskulptur vom Kölner Dom. Die Künstlerin, Rosemarie Trockel, trennt ihm den Kopf ab und setzt ihn schief wieder auf. Seit 1994 erinnert das bronzene Original in Frankfurt am Main an die Homosexuellenverfolgung durch die Nazis.
In der Vitrine gegenüber befindet sich ein Gedenkstein aus der KZ-Gedenkstätte Dachau. Seine dreieckige Form erinnert an den rosafarbenen Stoffaufnäher, rosa Winkel genannt, den Häftlinge im KZ tragen mussten, die wegen ihrer Homosexualität von den Nazis deportiert worden waren.
Unten auf dem Gedenkstein befindet sich nach "Die homosexuellen Initiativen Münchens" eine Jahreszahl. Wie lautet sie?
N = _ _ _ _
[Die nächste Station befindet sich schräg gegenüber in der großen Vitrine mit einem sogenannten "Schriftspurgerät" und einem Stolperstein.]
Stolpersteine
Über 100.000 Stolpersteine, kleine quadratische Gedenktafeln aus Messing, hat Günter Demnig mittlerweile in 27 Ländern verlegt und damit das größte dezentrale Mahnmal der Welt geschaffen. Sie erinnern an die Verfolgten und Ermordeten des Nazi-Regimes und werden von ihm vor dem letzten bekannten Wohnort der Opfer verlegt.
In der Vitrine ist der erste Stolperstein ausgestellt, den Günter Demnig am 16. Dezember 1992 vor dem historischen Rathaus in Köln verlegt. An diesem Tag vor 50 Jahren ordnete SS-Reichsführer Heinrich Himmler an, alle "Zigeuner" in das Konzentrationslager Auschwitz zu deportieren.
Links daneben befindet sich die Zeitschrift "Roma Nachrichten", die Günter Demnig mit dem Schriftspurgerät in Köln zeigt. In welchem Monat (1 bis 12) des Jahres 1940 wurden 1.000 Roma und Sinti deportiert?
O = _
[Geh nun zu der Vitrine mit den roten Bussen.]
Stelenfeld
1988 beginnt die Debatte um ein zentrales Denkmal in Berlin, das an die 6 Millionen ermordeten Juden erinnern soll. In der Ausstellung sind drei Entwürfe ausgestellt. Das Künstler-Duo Stih und Schnock schlägt ein dezentrales Mahnmal vor: Von einer Bushaltestelle in Berlin sollen rote Busse Besucher zu den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern bringen. Das Gedenken soll an den historischen Orten erfolgen.
Hinter der Vitrine mit den Bussen hängt der Entwurf von Christine Jackob-Marks, eine 16.000 Quadratmeter große, begehbare Platte mit den Namen aller Holocaust-Opfer.
Links neben dem Bushaltestellenschild befindet sich der schließlich nach intensiver Diskussion 2005 realisierte Entwurf eines Stelenfelds von Peter Eisenman.
Zähle die Stelen des Modells ... kleiner Scherz! Es reicht, wenn du dir die Anzahl der roten Busse notierst
P = _
[Dreh dich um: Die nächste Station ist direkt hinter dir bei der Videostation zum Film "Schindlers Liste".]
"Gerechte unter den Völkern"
Der Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg erzählt die Geschichte von Oskar und Emilie Schindler, die während des Zweiten Weltkrieges über 1.300 jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern des NS-Staates bewahren. Er gilt als Meilenstein der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ist und wird mit 7 Oskars ausgezeichnet.
Dem Ehepaar Schindler wird von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem der Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" verliehen, mit dem nichtjüdische Einzelpersonen ausgezeichnet wurden, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten. In der Vitrine auf der Rückseite der Videostation kannst du dir die Medaille und die Urkunde anschauen.
In welchem Jahr wurde ihnen die Auszeichnung verliehen?
Q = _ _ _ _
[Geh zur nächsten Videostation: "Wehrmachtsausstellung".]
Erinnerungsfoto
1995 eröffnet das Hamburger Institut für Sozialforschung eine Wanderausstellung zu den Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die sogenannte "Wehrmachtsausstellung" löst heftige Debatten aus, belegt aber eindeutig, dass deutsche Soldaten an den Gräueltaten der Nationalsozialisten beteiligt waren. Das jahrzehntelang propagierte Bild von der sauberen Wehrmacht erweist sich als Mythos.
Links von der Videostation ist eine schmale Nische, an deren Rückwand ein kleines Foto und zwei Schriftstücke hängen. In der Vitrine davor befindet sich ein Blatt aus dem Fotoalbum eines ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Links neben das Foto, das die Gräber von deutschen Soldaten zeigt, die durch "Partisanenhand" gefallen sind, klebt er - wie als Antwort auf den Tod seiner Kameraden - das Foto der Hinrichtung eines Mannes durch Wehrmachtssoldaten. Nach dem Tod ihres Mannes 2008 reißt seine Witwe das furchtbare "Erinnerungsfoto" aus dem Album heraus - nur der Kopf des Erhängten ist noch zu erkennen.
Wie viele vollständige Fotos kleben jetzt noch auf der Albumseite?
R = _
Er ist wieder da...?
2015 kommt die Komödie Er ist wieder da in die Kinos, in der Oliver Masucci als Adolf Hitler im Berlin nach der Jahrtausendwende erwacht. Dabei war er eigentlich nie weg: Zähl die Titelseiten der Zeitschrift "Der Spiegel", die ihn von 1979 bis 1999 auf dem Cover tragen.
S = _ _
Hitler-Tagebücher
… und Tagebuch soll er auch noch geschrieben haben - zumindest, wenn es nach der Zeitschrift "Stern" gegangen wäre. Der Fälscher Konrad Kujau täuscht sie alle. Historiker, Schriftexperten, das LKA-Rheinland Pfalz und sogar das Bundesarchiv bestätigen zunächst die Echtheit der 60 Tagebücher, für die der Stern fast 10 Millionen DM bezahlt hat. Erst das Bundesamt für Materialprüfung deckt den Schwindel auf. Bei der Bindung wurden Materialien verwendet, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg hergestellt worden sind. Konrad Kujau wird zu 4,5 Jahren Gefängnis verurteilt.
In der Ausstellung kannst du dir eines der Tagebücher anschauen. Wie viele rote Siegel befinden sich auf dem Einband?
T = _
[Weiter geht es im blauen Raum.]
Vierte Generation (bis heute, blauer Raum)
Die nach der Wiedervereinigung geborene, vierte Generation verfügt nur noch in Ausnahmefällen über Kontakte zur "Erlebnisgeneration". Zudem wird die Gesellschaft durch Zuwanderung heterogener. Migration und eine zunehmend multikulturelle Gesellschaft bringen neue Perspektiven und Herausforderungen in die Erinnerungsdiskussion ein. So verknüpfen Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund den historischen Opferstatus mit ihren eigenen Ausgrenzungserfahrungen. Sensibilisierung für Alltagsrassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung, Mobilisierung gegen Rechtspopulismus und öffentliches Solidarisieren mit Opfern rechtsextremer Gewalt sind die Lehren, die die vierte Generation aus der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zieht. Für sie sind die Stolpersteine, nach Verfolgten benannte Straßen, nationale Denkmäler und Mahnmale für Opfer der nationalsozialistischen Diktatur im öffentlichen Raum selbstverständlich. Das Erbe des Holocaust gilt als unleugbarer Bestandteil bundesrepublikanischer Geschichte und die Abgrenzung zum Nationalsozialismus prägt das politische Bewusstsein.
Auf der anderen Seite formieren sich europaweit rechtsextreme Kräfte. Die NSU-Morde, der Amoklauf im Münchner Olympia-Einkaufszentrum, die Ermordung Walter Lübckes und die Anschläge von Halle und Hanau zählen zu den traurigen Höhepunkten des rechtsextremen Terrors in Deutschland.
Seine politische Ausformung erlebt der Rechtsextremismus im Erstarken der AfD. Deren Partei- und Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland bagatellisiert die Zeit des Nationalsozialismus als "Vogelschiss in 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte". Björn Höcke, ein führender Politiker der Partei, sorgt mit einer umstrittenen Äußerung für Aufsehen, als er das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Als im Januar 2024 geheime AfD-Pläne zur massenhaften Abschiebung von Migranten an die Öffentlichkeit gelangen, kommt es generationenübergreifend zu Massenprotesten gegen Rechtsextremismus und die AfD. Mit über 3 Millionen Teilnehmern ist es die größte Demonstrationsserie in der Geschichte der Bundesrepublik. Trotz aller Proteste wird die AfD bei der Bundstagswahl 2025 mit 152 Sitzen zweitstärkste Partei nach der CDU/CSU-Fraktion (208 Sitze).
[Geh in den blauen Bereich hinein, bis du auf der linken Seite ein großes Transparent siehst, auf dem Anne Frank abgebildet ist.]
Manu und Saul
Während des Umbaus des Jüdischen Museums in Frankfurt 2016-18 wird der Bauzaun hinter 4,30 m breiten und 1,60 m hohen Planen mit Zeichnungen des Comiczeichners Volker Reiche versteckt. Darauf erzählen das Mädchen Manu und der Hund Saul den vorübergehenden Passanten Geschichten über die jüdische Geschichte Frankfurts. Ein Kapitel handelt von Anne Frank, die 1929 in Frankfurt geboren wird.
Wie viele Farbtöpfe sind auf dem Transparent abgebildet?
U = _
[Etwas weiter auf der rechten Seite folgt eine Vitrine mit einem Lichterbogen aus Holz.]
Schwibbogen
Als Schwibbogen bezeichnet man einen Lichterbogen aus dem Erzgebirge, der zur Weihnachtszeit ins Fenster gestellt wird. Normalerweise dienen Räuchermännchen oder Motive aus dem Bergbau als schmückende Elemente. Bei dem hier ausgestellten Schwibbogen wählt der Chemnitzer Neonazi Marco H. das KZ Auschwitz als Motiv, inklusive Wegweiser zur "Dusche", Galgen und Verbrennungsofen.
Er wird festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt. "Das Perverseste, was ich seit Langem gesehen habe" sagt der zuständige Amtsrichter.
Wie viele Kerzenhalter befinden sich auf dem Lichterbogen?
V = _ (es ist kein Adventskranz!)
Alpine Landschaft mit Birken und Haus am See
Weiter auf der linken Seite stößt du auf ein Landschaftsgemälde, das seit den 1960ern Jahren über dem Familiensofa im Wohnzimmer eines Ehepaars im westfälischen Bevergern hängt. Sieh mal auf die Rückseite: Als das Gemälde nach ihrem Tod abgenommen wird, kommt dort noch ein weiteres Bild zum Vorschein.
Auf der Rückseite oben in der Mitte befindet sich die Originalaufhängung des Gemäldes. Mit wie vielen Kreuzschlitzschrauben ist der Haken am Rahmen befestigt?
W = _
Reduktion
Gegenüber gelingt es dem Künstler Ralf Ziervogel auf einer gelben runden Platte nur mit einem Kreis, einem Halbkreis und einem Quadrat die gewünschte Assoziation hervorzurufen.
Die Vereinfachung beginnt bereits im Titel des Kunstwerks. Aus wie vielen Buchstaben besteht er?
X = _
[Geh weiter an Protestschildern gegen Rechtsextremismus und AfD vorbei bis du zu einem großen Betonklotz kommst.]
"Denkmal der Schande"
Der AfD-Politiker Björn Höcke, der ganz offiziell als "Faschist" bezeichnet werden darf, warnt in seinen Reden vor dem "bevorstehenden Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch" und fordert eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Als er das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet, nehmen das die Aktionskünstler vom "Zentrum für politische Schönheit" zum Anlass, 2017 das Nachbargrundstück von Höckes Privathaus im thüringischen Bornhagen zu pachten und dort einen Erweiterungsbau des Berliner Mahnmals bestehend aus 24 Betonstelen zu errichten. Eine dieser Stelen kannst du dir hier anschauen.
Seitdem wird der AfD-Politiker jeden Morgen beim Blick aus dem Fenster an das "Denkmal der Schande" erinnert. Höcke tobt und nennt die Urheber eine "terroristische Vereinigung". Doch alle Versuche, die Betonblöcke offiziell entfernen zu lassen, scheitern am Schutzstatus der in der Verfassung garantierten künstlerischen Freiheit.
Rechts neben der Betonstele, auf der blauen Wand, sind zwei Fotos und eine gerahmte Zeitschrift ausgestellt. Das obere, linke Foto zeigt die Stelen und im Hintergrund das braune Holzhaus von Höcke. Wie viele Fenster - inklusive ALLER Dachfenster - befinden sich auf der dem Denkmal zugewandten Seite?
Y = _ (Das Ergebnis ist eine gerade Zahl: Sieh genau hin!)
[Gegenüber befindet sich das letzte Objekt des Ausstellungsrundgangs, eine ausgebrannte Bücherbox.]
Brandanschlag
Am Bahnhof Grunewald im Westen Berlins erinnert das Mahnmal "Gleis 17" an die 10.000 deutschen Juden, die von diesem Gleis mit Zügen der Deutschen Reichsbahn von Herbst 1941 bis Frühjahr 1942 in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert und dort größtenteils ermordet wurden. In unmittelbarer Nähe des Mahnmals befindet sich seit 2011 eine zur Bücherbox umfunktionierte Telefonzelle mit Büchern und einer Audiostation über die Verfolgung und Ermordung von Juden im Nationalsozialismus. Am 12. August 2023 steckt sie ein 63-Jähriger Rechtsextremist in Brand. Er hinterlässt ein wirres Bekennerschreiben, in dem er "einen richtigen Holocaust" und den dritten Weltkrieg ankündigt. Er wird festgenommen und muss sich vor Gericht verantworten. Im Februar 2024 wird an gleicher Stelle eine neue Bücherbox eröffnet.
Um wieviel Uhr steckt er die Bücherbox in Brand?
Z = _
Epilog
Zum Schluss wirft die Ausstellung die Frage auf, wie mit dem Thema zukünftig umgegangen wird. Übernehmen kommende Generationen nach dem Ende der Zeitzeugenschaft Verantwortung für die Vergangenheit und wie gestalten sie die Erinnerung an den Nationalsozialismus? Was für Möglichkeiten und Herausforderungen bringen digitale Formate und soziale Medien mit sich? Angesichts des aktuellen Erstarkens rechtsextremer Gruppierungen und Parteien auf nationaler wie internationaler Ebene ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus für unsere Demokratie heute und in Zukunft von grundsätzlicher Bedeutung.
Herzlichen Glückwunsch
Du hast jetzt hoffentlich alle Zahlen zusammen.
Wir empfehlen dir eine Pause im Museums-Café.
Hier kannst du in aller Ruhe die Finalkoordinaten errechnen.
Final: Den Cache findest du bei:
N 50° (A + B - C + D - E + F - G + H - I + J - K + L - M ) + 38.968
E 007° (N - O - P + Q - R + S - T + U - V + W - X + Y - Z) + 3.055

Du kannst deine Finalkoordinaten mit certitude überprüfen.