Rudolf Sendig

 (* 7. Januar 1848 in Breslau; â   28. Januar 1928 in Bad Schandau; vollstĂ€ndiger Name: Emil Friedrich Rudolf Sendig) war ein deutscher VisionĂ€r, Hotelier, Stadtrat und EhrenbĂŒrger von Bad Schandau in der sĂ€chsischen Schweiz.
Sein Vater stammte aus einer alten Dresdner Kaufmannsfamilie. Er war verheiratet mit Anna Lucile Dorn (* 22. August 1850; â 5. Oktober 1927), die er am 11. Februar 1879 in der Katholischen Hofkirche in Dresden heiratete.
Im Jahr 1871 kam Rudolf Sendig erstmals nach Schandau, zuerst arbeitete er als Koch im Hotel âForsthausâ und spĂ€ter dann im Hotel âDeutsches Hausâ. 1876 richtete er die âVilla Königin Carolaâ als Logierhaus ein. Im Jahr 1880 wurde âVilla Quisisanaâ im Stil der italienischen Renaissance nach PlĂ€nen des Dresdner Architekten Christian Friedrich Arnold durch Zimmermeister Porsche und Baumeister Berndt aus Schandau erbaut.
Im Jahr 1882 pachtete Rudolf Sendig das neuerbaute Kurhaus auf zehn Jahre und begann damit nach PlĂ€nen des Gartenbauingenieurs Bertram aus Dresden einen Park, den sogenannten Sendigpark anzulegen. In diesem wurde 1883 ein Denkmal von König Albert eingeweiht, das von dem aus Dresden nach Schandau ĂŒbergesiedelten Bildhauer Johann Friedrich Heynert (1857â1888) geschaffen wurde. SpĂ€ter folgte der Bau des Porticus und der Wandelhalle im Sendigpark.
Am 23. Januar 1884 wurde Sendig zu einer Audienz bei der russischen Zarin Dagmar in St. Petersburg zugelassen. Infolgedessen wurde am 2. Juli 1884 die nach PlĂ€nen von Christian Friedrich Arnold ebenfalls im Stil der italienischen Renaissance mit Loggien erbaute âRussische Villaâ als Offizierskurhaus eröffnet. Seit 1927 befindet sich hier die katholische Kirche von Bad Schandau, zwischenzeitlich hieĂ sie auch âVilla Rudolfâ.
1886 erwarb Rudolf Sendig die der âVilla Quisisanaâ ostwĂ€rts benachbarte âVilla Luciaâ. Im Folgejahr wandelte er die Sendigâschen Etablissements in die Aktiengesellschaft âVereinigte Hotels Sendig - Schandauâ um, in der er als Vorstand agierte. Mit dem auf diese Weise beschafften Kapital lieĂ er 1887/1888 die âKönigsvillaâ nach PlĂ€nen der Architekten Oswald Haenel und Drechsler aus Dresden durch Baumeister SĂ€nger aus Schandau erbauen. Zur Absicherung weiterer BaumaĂnahmen (z. B. Beseitigung baufĂ€lliger und unschöner HĂ€user, Errichtung von Kolonnaden mit Verkaufseinrichtungen wie in anderen Badeorten) grĂŒndete er 1888 den Schandauer Bauverein. So wurden 1888 das Kolonnaden- bzw. Millionenhaus mit Verkaufseinrichtungen und sechs BauvereinshĂ€user errichtet.
Im Jahr 1891 ĂŒbernahm Rudolf Sendig das Hotel âEuropĂ€ischer Hofâ in Dresden. In der Folge verlagerte sich der Schwerpunkt seiner unternehmerischen AktivitĂ€ten nach Dresden, wo er 1895 die EuropĂ€ischer Hof AG als Betriebsgesellschaft grĂŒndete, die schlieĂlich auch die Sendig-HĂ€user in Schandau und an weiteren Orten ĂŒbernahm.
Am 9. Mai 1896 schenkte er zum 25. Jahrestag seines Wirkens in Bad Schandau der Stadt den Sendigbrunnen. Daraufhin wurde die alte Postelwitzer StraĂe in Rudolf-Sendig-StraĂe umbenannt und er bekam die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde der Stadt Bad Schandau verliehen. Nach 1903 entstand auf der Ostrauer Scheibe in Ostrau eine Villenkolonie im Landhausstil aus Fertigteilen der Firma Witt in Osterwieck (Harz). Sendig selbst nannte sie âmeine lieblichen LandhĂ€userâ. Diese lieĂ er dann mit einem elektrischen Personenaufzug von Schandau aus erschlieĂen. Sendig kaufte noch weitere GrundstĂŒcke in Ostrau und plante einen âWeltsportplatzâ und einen Luftschiffhafen. Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges scheiterten diese PlĂ€ne.
1921, im Alter von 73 Jahren, fasste Sendig nach 58 Jahren TĂ€tigkeit im Hotelgewerbe zwei vorher erschienene Schriften zum Erinnerungsbuch âIm Hotel. Diskrete Indiskretion.â zusammen. Er nannte es âeine Art fröhlichen VermĂ€chtnissesâ, ein mit viel Geschick fĂŒr Werbung geschriebenes kulturgeschichtliches Zeugnis.
1928 starb Sendig im Alter von 80 Jahren in Bad Schandau. Seine GrabstÀtte befindet sich auf dem Trinitatisfriedhofin Dresden-Johannstadt.

Personenaufzug

Der Personenaufzug Bad Schandau ist ein 1904 in Bad Schandau errichteter Personenaufzug, der von Bad Schandau auf die Ostrauer Scheibe, eine Ebenheit um den Ortsteil Ostrau, fĂŒhrt. Die Nutzung ist gebĂŒhrenpflichtig. Der Personenaufzug Ă€hnelt sehr dem 1903 bis 1905 erbauten Hammetschwand-Lift in der Schweiz, hat aber eine geringere Bauhöhe.
Der örtliche Hotelier Rudolf Sendig regte den Bau an und finanzierte ihn aus seinem persönlichen Vermögen. Der Aufzug wurde durch die Firma August KĂŒhnscherf & Söhne hergestellt und am Karsamstag 1905 eingeweiht. Er fĂ€hrt in einem 52,26 Meter hohen, im Jugendstil gestalteten und bei der Firma Kelle & Hildebrandt in GroĂluga fabrizierten Stahlfachwerkturm nach oben, welcher am Boden einen Durchmesser von 5,20 Metern und in der Höhe des Ausstiegs einen solchen von 2,50 Metern hat. Dabei ĂŒberwindet er einen Höhenunterschied von 47,76 Metern. Am oberen Ausstieg befindet sich eine 1,25 Meter breite Aussichtsplattform . Diese ist durch eine 27,80 Meter lange BrĂŒcke mit der Spitze der Felswand verbunden.
Der Antrieb des Aufzugs erfolgte seit Beginn durch elektrischen Strom, bis 1921 mit Gleichstrom. Dieser wurde wÀhrend der Sommermonate der Fahrleitung der elektrischen Kirnitzschtalbahn entnommen, im Winter und im Notfall erfolgte die Versorgung durch einen Akkumulator, der vorher aus dem Ortsnetz gespeist wurde.
WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges war der Betrieb der Anlage eingestellt. 1921 wurde der Antrieb des Personenaufzugs auf Drehstrom umgestellt, fĂŒr den Notbetrieb blieb eine Handkurbel. 1950 wurde eine Treibscheibenfördermaschine eingebaut. Im Jahr 1954 wurde die Anlage unter Denkmalschutz gestellt. 1961 wurden zwei zusĂ€tzliche Abspannseile und 1978 eine neue Steuerung angebracht. In den Jahren 1989/1990 wurde die Anlage renoviert.
Im Dezember 1997 wurde er als gröĂte Kerze der Welt in das âGuinessbuch der Rekordeâ eingetragen.
(Quellen: Wikipedia)
