Egon hatte Felddorf schon lange auf dem Schirm. Seine Caches waren legendär – akribisch durchdacht, handwerklich perfekt umgesetzt und mit einer Prise Wahnsinn versehen, die selbst erfahrene Rätsellöser wie Egon ins Schwitzen brachten. Besonders beeindruckt hatte ihn Felddorfs großes Event „der schönste Tag 2025“, das nicht nur eine gigantische Feier gewesen war, sondern auch eine knallharte Mystery-Serie enthielt.
Das Besondere an diesem Event war Felddorfs geniale Idee, die Zahl „25“ als römische Zahl „XXV“ auf der Karte abzubilden. Um dieses monumentale Projekt zu realisieren, hatte er zahlreiche andere Owner ins Boot geholt, die jeweils einen Cache an einem Punkt der imposanten „XXV“-Form platzierten. Die Planung und Koordination dieses Kunstwerks glichen einer logistischen Meisterleistung, bei der kein Detail dem Zufall überlassen wurde. Doch die wahre Herausforderung verbarg sich in den dazugehörigen Rätseln – jedes für sich ein kniffliges Meisterwerk, das nur die Hartnäckigsten lösen konnten. Egon erinnerte sich noch lebhaft an die langen Nächte und die endlosen Grübeleien, die ihn fast zur Verzweiflung gebracht hatten. Doch als er nach Wochen endlich die letzte Dose in Händen hielt, war der Triumph umso süßer.
Ein paar Wochen später …
Egon lief unruhig in der Küche auf und ab. Auf dem Küchentisch lag ein Briefumschlag, sorgfältig verschlossen und mit Felddorfs unverkennbarer Handschrift versehen. Eine Einladung.

Felddorf hatte ihn persönlich zur Jubiläumsfeier eingeladen – ein exklusives Treffen nur für ausgewählte Cacher, die die Rätsel des großen XXV-Jahre-GC-Mystery-Runde erfolgreich gelöst hatten. Egons Herz hämmerte in seiner Brust. Felddorfs Events waren legendär, und es war allgemein bekannt, dass er für solche Feiern immer etwas Spektakuläres plante.
„Das ist Wahnsinn“, murmelte Egon und fuhr sich nervös durch die Haare. „Das wird nicht einfach nur eine Feier. Das wird eine Herausforderung – eine, die alles übertrifft.“
Klara, die in der Ecke stand und eine Vase abstaubte, beobachtete ihn mit belustigtem Blick. „Du bist schlimmer als vor deinem ersten Cache-Fund. Was glaubst du denn, dass da passiert? Schatzsuche im Mondschein?“
„Vielleicht!“, platzte Egon heraus. „Felddorf macht nichts ohne Grund. Jedes Detail bei ihm hat Bedeutung. Was, wenn es dort ein neues Rätsel gibt? Eines, das noch schwerer ist als alles, was wir bisher gesehen haben?“
Klara verdrehte die Augen. „Oder es gibt einfach nur Kuchen und Kaffee. Beruhig dich mal.“
Doch Egon konnte sich nicht beruhigen. Sein Kopf war bereits voller Theorien und Strategien. Er würde nichts dem Zufall überlassen. Diese Feier war mehr als nur eine Jubiläumsveranstaltung – es war die Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen.
Und eines stand fest: Egon würde bereit sein.