Naturnahes Gärtnern im Kleingartenverein
Das Kleingartenwesen hat eine sehr lange Geschichte, die sich aus zwei Wurzeln speist - einerseits aus den Armengärten seit 1797/98 und andererseits aus den Schrebergärten seit 1865/69.
Wer an Kleingärten denkt, denkt oft an akkurate, saubere Gärten mit gepflasterten Wegen, viereckigen Beeten und nacktem Boden und Schneckenkorn zwischen den Pflanzen. Seit einigen Jahren sind jedoch ökologische Nachhaltigkeit und die Förderung der ökologischen Vielfalt in verschiedenen Rahmenverordnung verankert, was eine Chance die (innerstädtische) Flora und Fauna darstellt.
Hier stehst du vor der Lehrfläche des KGV „Rudolphia“, die zeigen soll, mit welchen Elementen man Gärten naturnaher gestalten und es damit den Insekten, Amphibien, Säugetieren etc. in unseren Gärten etwas gemütlicher machen kann.
Hier zu sehen sind z.B. eine Insektenweide, ein Steinhaufen, ein Totholzzaun und ein Insektenhotel sowie zwei Schautafeln, die die Insektenweide erklären.
Beim Naturnahen Gärtnern im KGV geht es um den Balanceakt, die Natur, also die Bedürfnisse von Flora und Fauna, und die Traditionen des Kleingartenwesens zu vereinen. Es geht also nicht darum, den ganzen Garten "verwildern" zu lassen, sondern der Natur Teilflächen im Garten zu überlassen oder gezielt kleine Biotope anzulegen, in / auf denen Tiere und Pflanzen sich geschützt entwickeln und ernähren können.
Falls du mitten im Winter vor diesem scheinbar traurigen und ungepflegten Stückchen Erde stehst und dich fragst, warum um Himmels Willen ich dich hierher gelockt habe: Die Natur ist kein Gemälde, das immer gleich aussieht, sondern sie wandelt sich im Jahresverlauf.
Natur wächst, blüht und stirbt. Im Sommer, wenn alles bewachsen ist und blüht, ist dieser Ort sicher am hübschesten. Aber auch zu allen anderen Jahreszeiten kann man hier viel entdecken. Diesen Wandel der Lehrfläche im Laufe der Jahreszeiten begleite ich fotografisch 12 Monate, von Januar bis Dezember 2025. Da ich im Bestimmen von Flora und Fauna noch Anfängerin bin, lasse ich mich hierbei von verschiedenen Tools unterstützen. Falls du auf Fehler stößt, sag Bescheid.
In der anliegenden Gartensparte „Fortschritt“ gibt es eine Projekt-Streuobstwiese, die ebenfalls einen Besuch wert ist. Leider ist die Sparte des Öfteren abgeschlossen, weswegen der Cache ist, wo er ist. Falls jedoch das Spartentor (schräg gegenüber des Ausgangs der Rudolphia) offen sein sollte, kannst du deine Erkundungstour mit diesen Koordinaten fortsetzen: 51°04'41.5"N 13°44'35.5"E.
Besonders interessant ist der KGV „Aronia“, der sich relativ neu gegründet hat und komplett auf einem naturnahem Konzept basiert. Den KGV Aronia findest du am anderen Ende von Dresden in Großzschachwitz unter den folgenden Koordinaten: 51°00'05.9"N 13°50'35.2"E
*9.6.25* Gerade letztens bin ich noch über den KGV "Blumenau" gestolpert, der sich naturnahes Gärtnern ebenfalls auf die Fahne geschieben hat. Er befindet sich in Dresden-Blasewitz unter den folgenden Koordinaten: 51°04'11.9"N, 13°79'07.6"E
Viel Freude beim Durchstreifen der Kleingärten!