Eine Zecke krabbelte ihr Bein empor. Es war Mai und die ersten schönen Tage des Jahres wurden draußen verbracht. "Wie lange machen wir den Scheiß noch?" fragte sie, während sie mir versuchte zu erklären, an welchem Baum die Box liegen könnte. "Bis wir das Kackding gefunden haben" war meine prompte Antwort. Die Zecke wanderte Richtung Kopf. "Ich hab keinen Bock mehr... Wollen wir nicht zu Ölgemöllers Café? Irgendwo hinter der Birke liegt das Scheißteil. Es ist Sonntag, ich will auf's Sofa". Die Zecke fand einen gemütlichen Platz hinterm Ohr. "Ich hab den Cache!" freute ich mich. Nun war ich bereit ihren Wunsch zu erfüllen: Kaffee, Kuchen und lecker Bierchen. Die Zecke biss zu.
Zwei Tage später ist es ihr aufgefallen: Irgendwas klebt da hinter'm Ohr, was ist das?! "Bah alter, du hast ne Zecke am Ohr" sagte ich ihr leicht angewidert und mit etwas schlechtem Gewissen. Eigentlich bin ich ja derjenige, der die Zecke verdient hätte. Schließlich hab' ich sie überzeugt, mit mir auf eine 4-stündige Fahrradtour zu kommen um mein Pseudonym auf Zettel in kleine Boxen zu schreiben, die wildefremde Leute in Wäldern versteckt haben. ... warum klingt das eigentlich illegal?
Vermutlich hätte Sie zu diesem Zeitpunkt niemals gedacht, dass ihr ein Cache ganz besonders in Erinnerung bleiben wird. "Was ist eigentlich das Beste, das man beim cachen finden kann?" fragte sie leicht ironisch und genervt, als wir zum tausendsten Mal mit einem Handy ebewaffnet durch den Wald stiefelten. "Liebe" antwortete ich. Sie hatte natürlich keine Ahnung was ich meine.
Wenn ihr ihn findet, wisst ihr es. :-)