Kein Bodenversteck!
WAD - Wehranlagen an der jungen Donau. Die oft steil geböschten Höhen des Donauberglandes wurden für vorgeschichtliche, aber auch für mittelalterliche Anlagen genutzt, die ursprünglich ausnahmslos als Wehranlagen gedeutet wurden. Wir wollen einige davon in einer losen Reihe zeigen. Die Bezeichnung WAD ist an die Veröffentlichung Studien zu Wehranlagen zwischen junger Donau und westlichen Bodensee, von Hans-Wilhelm Heine, 1978, angelehnt. Die Reste sind oft unscheinbar und am besten in der vegetationsarmen Jahreszeit zu sehen.

Über die vermutlich vorgeschichtliche Abschnittsbefestigung Blatthalde ist wenig bekannt. Dies liegt sicher auch daran, dass der bescheidene Wall, vor allem bei entsprechender Vegetation, sehr unauffällig ist.
Ein leicht bogenförmiger, etwa 180 Meter langer Wall schirmt einen Sporn zur Hochfläche hin ab. Dabei ist der Wall mehrfach unterbrochen, offensichtlich bauzeitlich. Weder hier im Südwesten, noch im Nordosten, endet der Wall an einer steilen Stelle. Damit ist die Anlage als Wehranlage wenig geeignet, auch wenn zusätzliche Befestigungen aus Holz, oder Verhaue, denkbar sind.

Siedlungsspuren auf der fundarmen Blatthalde fehlen bisher. Unweit von hier hat man einen herrlichen Ausblick, allerdings war die Anlage dadurch schon aus großer Entfernung zu sehen, was Feinde angelockt hätte. Refugien, wie die Ehrenburg oder das Schänzle, liegen an Stellen, die erst aus der Nähe zu sehen sind.
Möglicherweise traf sich die damalige Gesellschaft hier zu sozialen und/oder kultischen Zwecken.