Königlich-Preußische Telegrafenlinie
Berlin - Koblenz
Station 29 Bödexen
Koblenz<-Schwaney-Oeynhausen-Altenbeken-Entrup-Vörden-Bödexen(Fürstenau)-Warbsen-Linnenkamp-Mainzholzen-Nahenden->Berlin
Die Königlich-Preußische Telegrafenlinie
Nach dem Ende der Befreiungskriege sprach der Wiener
KongresS Preussen 1815 die Rheinprovinzen und Westfalen zu. Dies veränderte die außenpolitische und militärische Situation des Königreichs wesentlich. Es bestand die Notwendigkeit, eine schnelle und sichere Nachrichtenverbindung vom preußischen Kernland in diese exterritorialen Landesteile herzustellen. Ab 1832 wurde zwischen Berlin und Koblenz über Potsdam, Magdeburg und Köln eine optisch-mechanische Nachrichtenverbindung errichtet, die auf der Gesamtstrecke von 1833 bis 1849 in Betrieb war. Auf dem Teilstück Köln-Koblenz telegrafierte man noch bis 1852.
Die Nachrichtenübermittlung
Auf einer Strecke von ca. 600 Kilometern wurden auf 62 Stationen Signalanlagen mit drei beweglichen Flügelpaaren errichtet. Dafür nutzte man vorhandene Bauwerke, wie Kirch- und Schlosstürme oder errichtete eigens entwickelte Funktionsbauten.
Die Nachrichtenübertragung basierte auf einem dekadischen Zahlensystem. Definierte Stellungen der Telegrafenflügel stellten Zahlen oder Zahlen-kombinationen dar, denen Wortbedeutungen zugeordnet waren. Depeschen verschlüsselte man mit Hilfe dieses Systems und gab sie von Station zu Station weiter.
Bei guten Bedingungen gelang es, eine Depesche innerhalb von ca. 1,5 Stunden von Berlin nach Koblenz zu senden". Meldungen per reitenden Boten benötigten für diese Strecke ca. 3 bis 4 Tage.
Die preußische Telegrafenlinie war eine militärische Einrichtung. Das Telegrafenpersonal unterstand der preußischen Armee. Auf einer Station versahen zwei Telegrafisten ihren Dienst.
Station Nr. 29
Die Telegrafenstation auf dem ca. 380 m hohen Telegrafenberg, einem südlichen Vorberg des 497 m hohen Köterberges befindet sich im Bereich der Gemeinde Bödexen im Corveyer Forst. Zur Zeit des Telegrafenbetriebes zwischen 1833 und 1849 lag das Grundstück im Flur 5 der Katastralgemeinde Alba-xen. Das Telegrafengebäude wurde am 16. Juni 1850 auf Abbruch verkauft und das Grundstück ging zum ehemaligen Verkaufspreis an die Fürstliche Verwaltung Corvey zurück. Das Wohnhaus für zwei Telegrafistenfamilien glich dem der Station Nr. 28.
Dies ist die einzige Station zu der ein Backhaus ge-hörte. Das Kellermauerwerk des Wohnhauses ist noch vorhanden. Die Station Nr. 29 ist auf einem Bergsporn im Bereich einer vermutlich mittelalterlichen Wallburganlage „Harzburg auf dem ehemaligen Harzberg" mit zwei vorgelagerten Wällen und je einem Graben errichtet worden. Als in seinen drei Elementen obertägig sichtbares
Bodendenkmal
stellt die Burganlage nebst Hohlwegbündel und Telegrafenstation einen wichtigen Bestandteil der kulturellen Identität im Raum Höxter dar.
Nächste Stationen in Richtung Koblenz
Nr. 30 Vörden, Hungerberg Nr. 31 Entrup, Lattberg Nr. 32 Oeynhausen, Finnstätte Nr. 33 Altenbeken, Rehberg Nr. 34 Schwaney, Brocksberg
Nächste Stationen in Richtung Berlin Nr. 28 Warbsen-Bevern, Burgberg Nr. 27 Linnenkamp, Holzberg Nr. 26 Mainzholzen, Heller Berg Nr. 25 Naensen, Herrenberg Nr. 24 a (62) Mechtshausen Informationen:
Heimat- und Verkehrsverein Bödexen e.V.
Erstellt im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins u. der Gemeinde Höxter-Bödexen
Stadt Höxter
Wir danken der Herzoglich Ratibor'schen Forstverwaltung Corvey für die Erlaubnis der Einbindung der Station in den Telegrafen-Wanderweg