Nicht am Cache parken! Auch nicht vor dem Tor parken. Die in den Wegpunkten angegebene Parkmöglichkeit nutzen. Sind nur ein paar Meter! Besser noch: nehmt das Fahrrad.
Schnöde Stelle für einen Geocache? Vielleicht. Okay, vergesst den Cache: hier geht es einzig und alleine um das, was Ihr abseits der Fahrbahn seht. Das verdient Aufmerksamkeit, nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Monaten und Jahren.
Zum Schutz der Bodenvegetation auf den Banketten wurde dieser Cache pragmatisch an der Leitplanke versteckt. Bitte achtet auf den Verkehr und betretet nicht das Biotop. Eigener Stift ist mitzubringen.
Zur Sache
Was im Frühjahr 2025 auf den ersten Blick aussah wie ein Akt brachialer Umweltzerstörung, mit Entfernung von Bäumen in größerem Ausmaß, ist in Wirklichkeit ein recht umfangreiches Renaturierungsprojekt.
Das unscheinbare Waldstück hier an der Straße ist schon seit langer Zeit von zahlreichen Arten heimischer Amphibien bewohnt worden, von Erdkröten über Teichfrösche bis hin zu Feuersalamandern. Allerdings sind in den letzten Jahren die Populationen deutlich zurück gegangen. Das ging so weit, dass selbst die Amphibiensammler, die jedes Frühjahr zur Laichsaison ehrenamtlich im Einsatz waren, um die Tiere vor dem Straßenverkehr zu retten, zuletzt ihre Arbeit einstellten.
Wahrscheinlichste Ursache für den Schwund an Waldbewohnern ist die "Verlandung" eines Tümpels, der in dem Areal liegt - zu viel Laub Jahr für Jahr; die Wassertiefe nahm immer mehr ab.
In Kooperation mit dem Grundstücksbesitzer hat das Umweltamt den Tümpel wieder ausbaggern lassen. Bäume wurden entfernt, um mehr Lichteinfall zu erreichen. Damit finden die Amphibien nun wieder einen geeigneten Lebensraum, und wir dürfen hoffen, dass die Zahlen wieder steigen werden.
Außerdem wurde der Steinbach, durch den das Wasser aus dem Teich abfließt, auf 80 Metern Länge aus seinen Betonrohren befreit und ebenfalls ans Tageslicht zurück gebracht. Das Ergebnis dieser Maßnahme ist von der Straße aus unmittelbar zu sehen. Baumwurzeln und Totholz-Stämme liegen in unregelmäßigen Abständen herum. So können Bereiche mit Rückstau entstehen. Hier können zukünftig wieder Feuersalamander ihre Larven absetzen.
Weitere ähnliche Projekte in der Umgebung sind geplant oder auch schon umgesetzt, zum Beispiel Anlegen eines weiteren Laichgrundes an der Bahntrasse und die Umwandlung eines Ackers in Grünland. So sehen wir im Queller Westen Maßnahmen, die Hoffnung machen auf ein besseres Miteinander von Mensch und Natur.

Blick auf das Areal, nach Umsetzung der Maßnahme, im März 2025
In den nächsten Jahren wird die Natur wieder Besitz ergreifen von dem umgestalteten Gelände. Es wird sehr spannend sein zu beobachten, welche Pflanzen über die Jahre Fuß fassen und welche sich auf Dauer behaupten können.

Nach vier Monaten dominiert über weite Flächen zunächst eine Art Monokultur aus Indischem Springkraut.
Das Versteck für den Cache habe ich so gewählt, dass die Bankette, die auch erst wieder zuwachsen müssen, nicht zertrampelt werden: schaut einfach im Efeu an der Leitplanke. Zum Reinschreiben könnt Ihr ja kurz auf die andere Seite der Straße gehen, da ist mehr Platz.