Der einsame Hydrant
Mitten in einer ruhigen Vorstadtstraße stand ein alter, rostiger Hydrant. Er war rot, oder zumindest war er das einmal gewesen. Nun blätterte die Farbe ab, und der Rost hatte sich an seinen Ecken festgesetzt. Sein Name war Hugo – zumindest stellte er sich so vor.
Hugo war einsam. Autos fuhren an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten. Kinder spielten auf dem Gehweg, aber niemand nahm ihn wirklich wahr. Nur hin und wieder kam ein Hund vorbei und hob sein Bein – aber das war keine Gesellschaft, die Hugo sich wünschte.
Er erinnerte sich an seine glorreichen Tage, als die Feuerwehr ihn noch regelmäßig nutzte, um Brände zu löschen. Dann war er der Held der Straße gewesen. Doch seit Jahren gab es keinen Brand mehr, und Hugo fühlte sich nutzlos.
Eines Tages zog ein kleines Mädchen mit ihrer Familie in das Haus gegenüber. Sie hieß Emma und hatte Zöpfe, die wie kleine Federn wippten, wenn sie lief. Eines Nachmittags setzte sie sich direkt neben Hugo und sprach mit ihm.
„Du siehst traurig aus“, sagte sie und legte ihre Hand auf sein rostiges Metall.
Hugo war überrascht. Niemand hatte je mit ihm gesprochen.
Von da an kam Emma jeden Tag und erzählte ihm Geschichten. Sie schmückte ihn mit bunten Bändern und zeichnete mit Kreide Herzen um ihn herum. Hugo fühlte sich wieder wichtig. Er war vielleicht kein Held mehr – aber er hatte eine Freundin.
Und das war mehr, als er sich je hätte wünschen können.
und du könntest auch sein Freund werden 

