Zur Geschichte des Tilkeröder Reviers
Die Erze des Tilkeröder Reviers sind Spaltenausfüllungen in Gesteinen des Erdal-
tertums (so genannte Erzgänge). Sie enthielten vor allem Eisen, in geringen Men-
gen aber auch Selen und Blei sowie in Spuren die Edelmetalle Silber, Gold und
Palladium. Ab 1762 ist die Eisenerzgewinnung in den Bergakten belegt. Im Ge-
biet, Lange Rotte" erfolgte,der Abbau wahrscheinlich schon viel früher. Zunächst
wurden die Erze oberflachennah gewonnen. Dann folgte der Abbau den Erzen in
immer großere Tiefen. Einige Schächte erreichten bis 50 m Teufe. Mit Pferdefuhr-
werken wurden die Erze zur Verhuttung nach Magdesprung gefahren. Von 1 800
bis 1835 forderten 20 bis 30 Bergleute etwa 20.000 Tonnen Eisenerz. 1825 ent-
deckte der anhaltische Oberbergrat Johann Ludwig Carl Zincken (1791-1862) in den
Erzen Spuren von Gold. Die Menge reinen Goldes betrug 400 Gramm, die für die
Pragung von 116 Dukaten mit der Aufschrif ,EX AURO ANHALTINO" Verwendung
fanden. Die Stollen und Schachte waren aber bald erschopft. Bereits 1858 wurde
die Forderung eingestellt. Insgesamt lieferte das Revier von 1762 bis 1856 zwi-
schen 35.000 bis 40.000 Tonnen Eisenerz. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts
fanden in beiden Teilrevieren wieder bergmannische Erkundungen statt. Letzte
Sucharbeiten im Jahr 1956 in den alten Grubenbauen des Eskeborner Stollens
(Nr.7) und im Goldschacht (Nr. 8) blieben erfolglos, Im gleichen Jahr wurde das
Tilkeröder Revier endgültig aufgegeben.
