Es waren einmal vor langer Zeit ein Zappendorfer Bergmann und seine Frau, deren ganzer Reichtum in ihren Zwillingskindern bestand. Schwester und Bruder glichen einander wie ein Ei dem anderen und beide waren unzertrennlich. Sie brachten dem Vater sein Mittagessen und Trinken jeden Tag zum Schacht, wie sie auch alles andere gemeinsam taten.
Die Familie hauste in einer Holzbaracke für die Bergleute, die ihr jetzt noch am südlichen Ende der Schachtstraße (wo ihr geparkt habt), sehen könnt. Es war eng, dunkel und feucht darinnen und die Eltern sorgten sich um ihre Kinder, denn sie waren blass und kränklich. Da ergab es sich, dass der Familie ein Garten angeboten wurde, den niemand begehrte. Er war sehr schmal und lang und zog sich einen Hang hinunter. Es gab weder Wasser noch Strom, dafür aber eine kleine Laube mit Veranda und hangabwärts einen kleinen Stall.
Die Familie blühte auf in ihrem Garten und genoss Sonne, frische Luft und die geernteten Früchte. Die Kinder wurden kräftig, ihre Haut bräunte sich und der ständige Husten verschwand. Auch der Vater, der im dunklen stickigen Schacht tagein tagaus schuften musste, lebte auf. Die Mutter baute allerlei Gemüse an, doch da kein Geld für einen Zaun vorhanden war, machte sich das Wild immer wieder über das Gemüse her. So nutzte die Familie ihr Land als Obstgarten. Die Geschwister saßen zusammen auf den dicken Ästen der Kirschbäume und schmückten sich gegenseitig mit Zwillingskirschen die Ohren. Die Eltern saßen auf der Bank darunter und waren glücklich.
Da die Geschwister so gern alles gemeinsam taten, baute der Vater ihnen eine Zwillingsschaukel vor die Laube. Sie liebten es, zusammen im Takt in die Höhe zu schaukeln. (Auch ihr könnt euch darauf setzen und in guten Gedanken schwelgen.) Die Kinder fanden immer etwas zum Spielen in ihrem Garten. Sie machten Purzelbäume den Hang hinunter und wer zuerst am Stall ankam, hatte gewonnen. Dann lasen sie die Eier ab und jeder molk eine der beiden Ziegen. Nach dem Toben setzten sie sich gern auf eine Decke und kämmten sich gegenseitig lange das lange Haar, bis alles Gras und Gesträuch entfernt waren und es in der Sonne glänzte. Am liebsten aber spielten sie Schatzsucher. Abwechselnd versteckten sie sich kleine Döschen im Garten, gefüllt mit Nüssen, schönen Steinchen, Murmeln oder bemalten Schneckenhäusern.
Eltern und Kinder hatten ihr Glück in dem schmalen Stückchen Erde gefunden und so gingen die Jahre ins Land ........................
Was aus der Familie und dem Obstgarten ward, könnt ihr euch selbst ausdenken und in den Log schreiben, wenn ihr mögt. Darüber würden sich andere und ich mich freuen.
Nun sucht mal nach den Spuren der Zwillinge- viel Freude dabei.
(Danach könnt ihr den Weg weiter bergauf gehen, von dort hat man eine phänomenale Weitsicht)