Auf der Durchfahrt durch Altena hab ich eher zufällig diese Lok gesehen. Obwohl nicht weit weg von zu Hause, ist mir die Lok bei meinen bisherigen Vorbeifahrten noch nicht aufgefallen. Also hab ich ein wenig recherchiert:
Am 26.Okt. 2019 stand in der Lokalstimme:
Altena: Carl ist wieder da – Modell der Lok guckt jetzt aus Tunnel raus
Altena. Lange hat es gedauert, jetzt ist sie wieder da. Zumindest ein Modell der Lokomotive Carl. Früher zog die Lok die KAE-Wagen durch Altena. Dann stand sie lange in der Nähe des Bahnhofes in Altena, bis ein Sammler die restaurierungsbedürftige Lok kaufte.
Am 11. November 2016 wurde die bekannte Lokomotive Carl von ihrem Platz an der Fritz-Berg-Brücke abgeholt und nach Holland transportiert. Carl ist früher die Strecke Altena– Lüdenscheid der Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) gefahren, bevor er außer Dienst gestellt wurde. Seit 1965 stand die Lokomotive Carl in Altena als technisches Denkmal. Das Ziel war es, die Lokomotive wieder fahrtüchtig zu machen.
Am Samstag (26. Oktober) wurde als Ersatz vom Original-Carl am ehemaligen Tunnel an der Lüdenscheider Straße ein Nachbau aufgebaut. Um 8 Uhr rollte das Modell von Carl auf einem Lastwagen an und wurde dann mit Hilfe eines Krans vor den Tunnel gehoben. Carl schaut jetzt, für alle gut sichtbar, aus dem Tunnel neben der Lüdenscheider Straße unterhalb des Selvedenkmals raus.
Fakten:
Carl ist der Name einer Dampflokomotive der Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE), die am 21. Juli 1886 als Kreis Altenaer Schmalspur-Eisenbahn-AG gegründet wurde und am 1. Juni 1922 in KAE umbenannt wurde. Die Gesellschaft wurde am 31. Januar 1976 aufgelöst.
Die Lokomotive Carl ziert, zusammen mit dem Selvebogen das Logo der Kompanie Kelleramt Daher ist sie auch in diesem Schützenlexikon aufgeführt.
Im Volksmund wurde die Kleinbahn zunächst als "Bimmeln" und dem Namen der Lok benannt. Der erste Zug von Altena nach Lüdenscheid wurde von der Lok Otto gezogen, somit war der Name "Bimmel-Otto" gesetzt. Als 1924 anstelle der Naßdampfmaschinen nun Heißdampfmaschinen eingeführt wurden, änderte der Volksmund den Namen für die kleine Bimmelbahn in "Schnurre". Diese Kosenamen sind viele Altenaern noch heute präsent.
Ihre Spuren sind in Altena heute so gut wie verschwunden. Die auffälligste Erinnerung ist der ehemalige KAE-Tunnel an der Lüdenscheider Straße / Rahmedestraße "Am scharfen Eck". Darüber hinaus existieren noch einige ehemalige Bahnhöfe, Haltepunkte und Betriebsgebäude, die aber längst anderen Zwecken dienen.
Die Lok Carl stand nach ihrer Pensionierung zunächst in der Rahmedestraße gegenüber vom KAE-Tunnel, dann über Jahrzehnte am Bahnhof.
Im Jahr 2016 verkaufte die Stadt Altena die Lokomotive an den Niederländer Wim P. Er möchte die Schmalspurlokomotive wieder fahrbereit machen. Den Verkaufserlös wird die Stadt Altena in einen geplanten Spielplatz am Bahnhof investieren. Außerdem überlies der Käufer der Stadt Altena einen Nachbau von Carl. Dieser steht seit 2019 am ehemaligen KAE-Tunnel an der Lüdenscheider Straße, um weiterhin an dieses Stück Heimat- und Industriegeschichte zu erinnern.
Die Lokomotiven Nummer 1 bis 19 trugen männliche Vornamen; ein Umstand der sie besonders populär machte.
Die Lok "Carl" wurde unter der Fabriknummer 2241 bei der Maschinenfabrik Hohenzollern in Düsseldorf gebaut. Im Jahre 1907 trat Carl seinen Dienst bei der "Kreis Altenaer Schmalspur-Eisenbahn-AG" (KAE) unter der Betriebsnummer 13 an. Er hatte ein Leergewicht von 16t und ein Dienstgewicht von 22t. Der Treibraddurchmesser betrug 780mm, der Kolbenhub 400 mm und der Durchschnitt der Zylinder 300mm. Damit konnte die Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h erreichen und insgesamt 75t nach Lüdenscheid ziehen. Der Tender fasst 750 kg Kohle und der Wassertank 3 Kubikmeter.
Von diesem Typ Cn2t, mit drei angetriebenen Achsen, Naßdampf, zwei Zylindern und Tender, besaß die KAE 22 Dampfmaschinen, zwei davon wurden von der Firma Hagans hergestellt und besaßen eine zusätzliche Laufachse. Bei der KAS hatte sich der Typ Cn2t hervorragend bewährt. Die durchschnittliche Betriebszeit aller Maschinen lag bei 39 Dienstjahren und unser "Carl" schaffte es mit 53 Dienstjahren auf den zweiten Platz. Nur "Hermann" brachte es auf noch mehr Dienstjahre.
Nach seiner Dienstzeit ging unsere Lok "Carl" in den Besitz der Stadt Altena über und wurde 1960 als "Denkmal" an der Rahmedestrasse / Steinernen Brücke abgestellt.
In dieser Zeit erging es "Carl" nicht gut, denn Metalldiebe und Eisenbahnfans entwendeten viele Messingteile und die "Bimmel".
Um 1967 zog "Carl" an die Bahnhofstrasse. Dort musste sein verrosteter Schornstein getauscht werden. Bei den Bauarbeiten war der Dampfdom geöffnet und nur notdürftig wieder angeschweißt worden.
Mit dem Bau der nahgelegenen Fritz-Berg-Brücke kam um 1983 wieder Bewegung in die Kleinbahngeschichte. Auf Initiative des Kulturring-Arbeitskreises Heimatpflege wurde die Lok durch das Technische Hilfswerk (THW) und durch Zuwendungen der heimischen Wirtschaft vollständig überholt und unter Denkmalschutz gestellt. Außerdem wurde die Lok wieder in den Originalfarben lackiert.
Am 5. Mai 1984 wurde das völlig restaurierte Industriedenkmal mit einem "Schnurrefest" der Öffentlichkeit übergeben. Seitdem nahm sich das THW der Pflege von "Carl" an. Von 2007 bis 2011 musste Carl für 4 1/2 Jahre erneut abgebaut und in ehrenamtlicher Arbeit vollkommen saniert werden. Trotzdem gelang es nicht das Denkmal witterungsbeständig unterzustellen und so langfristig zu erhalten. Daher entschloß sich die Stadt Altena im Jahre 2016 die Lok zu verkaufen.