Obere Meeresmolasse der Herreninsel – Spuren eines urzeitlichen Meeres
Dieser Earthcache zeigt dir eine Besonderheit am Chiemsee: die Meeresmolasse, die uns zeigt, dass zu Urzeiten unser schönes Bayern vom Meer bedeckt war.

Quelle: Von Carsten Steger - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=106277716
Du kannst auf zwei Arten zur Earthcache Location kommen:
1) Du fährst mit dem Schiff von Prien aus auf die Herreninsel und wanderst dann zum Earthcache. Dort stehst du dann oberhalb der Molasse.
2) Du fährst mit deinem eigenen Boot an einen Anlandeplatz im Südosten der Herreninsel und wanderst dann zu den Earthcache-Koordinaten.
Die Wegpunkte helfen dir dabei.
Die Fragen zum Earthcache:
Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, beantworte bitte die folgenden Fragen vor Ort. Sende deine Antworten über den Messenger oder per E-Mail an mich. Du kannst dann direkt loggen; eine Logfreigabe ist nicht erforderlich. Logs ohne Antworten oder ohne Fotos werden gelöscht.
- Welche Gesteinsarten kannst du im Aufschluss erkennen? Beschreibe ihre Farbe, Körnung und eventuelle Schichtungen.
- Findest du Hinweise auf fossile Reste (z. B. Muschelschalen, Schill)? Wenn ja, beschreibe sie.
- Wie sind die Schichten gelagert? Sind sie horizontal, geneigt oder zeigen sie andere Strukturen?
- Ein Foto von dir oder deinem GPS-Gerät an den Earthcache Koordinaten oder vom Referenzpunkt aus. Dies ist ein Muss.
Was ist die Obere Meeresmolasse?
Die Obere Meeresmolasse ist eine geologische Formation, die während des Untermiozäns vor etwa 16 bis 18 Millionen Jahren entstand. In dieser Zeit überflutete das Meer ein letztes Mal das Alpenvorland. Die Ablagerungen bestehen hauptsächlich aus Sanden, Sandsteinen, Konglomeraten und Mergeln.

Obere Meeresmolasse in der Nähe von Überlingen, Quelle Wikipedia
Vor etwa 20 Millionen Jahren war das Gebiet, in dem heute die Herreninsel liegt, Teil eines riesigen Beckens – das Molassebecken. Es entstand, als sich die Alpen durch das Aufeinanderschieben der Erdplatten bildeten. Dabei senkte sich das Land nördlich der Alpen ab, und das Meer konnte wieder in diese tiefe Mulde fließen.
Dieses Meer hinterließ viele Schichten aus Sand, Ton und feinem Gesteinsmehl. Manche dieser Schichten sehen grünlich aus – das liegt an einem Mineral namens Glaukonit, das sich im Meer bildet. In den Ablagerungen findet man manchmal Schrägschichten (also schräge Lagen) und sogar Versteinerungen. Das zeigt: Hier war früher ein flaches Meer mit Wellen und Strömungen – also ein echter Küstenbereich!

Quelle: eigenes Bild
Millionen von Jahren später zog sich das Urmeer wieder zurück. Das geschah, weil sich die Alpen weiter auftürmten und das Land nördlich davon langsam höher wurde. Das Wasser konnte nicht mehr so leicht ins Becken fließen. Aus dem flachen Meer wurde zuerst ein Sumpfgebiet, später Land. Zurück blieben die Ablagerungen – also Sand, Ton, Muscheln und andere Dinge, die das Meer dort über Millionen Jahre abgelagert hatte. Diese verfestigten sich mit der Zeit zu Gestein. Diese Gesteinsschichten nennen wir heute „Molasse“. Sie sind wie ein geologisches Fotoalbum, das zeigt, wie es hier früher einmal ausgesehen hat.
Das Geotop auf der Herreninsel
Das Geotop „Obere Meeresmolasse der Herreninsel“ (Geotop-Nr. 187A020) befindet sich an der südlichen Küste der Herreninsel im Chiemsee. Hier sind die Schichten der Oberen Meeresmolasse gut aufgeschlossen und bieten einen Einblick in die geologische Vergangenheit der Region.

Quelle: bayerisches Umweltamt
1873 kaufte König Ludwig II. die Herreninsel und 1878 wurde der Grundstein für das Neue Schloss Herrenchiemsee gelegt. Zur Gewinnung von Naturstein wurde der alte Steinbruch des Klosters an der Südseite der Insel wiedereröffnet. Hier zeigt das Digitale Geländemodell auf fast 500 m Länge eine künstliche Terrasse, die durch den Steinbruchbetrieb entstand. In dem überwachsenen Gelände stehen an alten Bruchwänden Kalksandsteine der Oberen Meeresmolasse (OMM, Neuhofer Schichten) an.

Quelle: Digitales Geländemodell (DGM), Geodaten der bayerischen Vermessungsverwaltung
Im Aufschluss sind verschiedene Gesteinsarten sichtbar, darunter grünlich gefärbte Sandsteine und Mergel. Die Schichten zeigen oft Schrägschichtungen, die auf wechselnde Strömungsverhältnisse während der Ablagerung hindeuten. Teilweise sind auch fossile Reste zu finden, die auf die marine Herkunft der Sedimente hinweisen.

Quelle: eigenes Bild
Die Obere Meeresmolasse auf der Herreninsel ist ein bedeutendes geologisches Fenster in die Vergangenheit und bietet die Möglichkeit, die Geschichte eines urzeitlichen Meeres zu erkunden.
Quellen
- Bayerisches Landesamt für Umwelt
- LGRBwissen: Obere Meeresmolasse
- Geologie-Digital: Obere Meeresmolasse
- Bayerisches Landesamt für Umwelt
- Stratigraphisches Lexikon Schweiz
Viel Spaß beim Entdecken der geologischen Geschichte auf der Herreninsel!