Geocacher sind schon ein seltsames Völkchen.
Während andere Leute Spaziergänge genießen oder Netflix bingen, steht man selbst mit Stirnlampe und fragwürdigem Empfang irgendwo in einem Tunnel – unter einem Damm. So wie ich.
Und ich hatte nur eines im Sinn: Ein Smiley auf die Karte zaubern. Das Listing klang vielversprechend: "Folge dem Licht am Ende des Tunnels..." – na, wenn das nicht fast schon poetisch ist.
Mit einer Mischung aus Neugier und leichtem Tunnelblick
stapfte ich also hinein. Der Tunnel: kühl, feucht und lang genug, dass man sich fragt, ob da nicht gleich ein geheimnisvoller Geheimbund auftaucht. Doch ich ließ mich nicht beirren – Geocacher-Spürnase aktiv!
In der Mitte des Tunnels blieb ich stehen. Mein GPS sagte: „Hier.“ Meine Augen sagten: „Nix da.“ Und mein Nacken sagte: „Schau nach oben!“
Und da war sie. Direkt an der Lampe über mir, frech und außerhalb der Reichweite normalgroßer Menschen: die Dose. Wer auch immer sie da befestigt hatte, hatte Humor – oder einen sehr langen Arm.
Nach ein paar kreativen Verrenkungen und dem Einsatz eines unauffällig mitgebrachten Hilfsmittels (aka „Wanderstock Deluxe 3000“) hatte ich sie in der Hand. Logbuch signiert, ein breites Grinsen im Gesicht. Die größere Herausforderung war jedoch das Wiederanbringen der Dose am Original-Platz. Gelungen! Und zurück ging’s – natürlich Richtung Licht.
Und jetzt bist du dran! Trau dich in den Tunnel – und vor allem: denk dran, manchmal hängt das Glück einfach über dir.