Nagelfluh auf der Herreninsel

Quelle: Google Earth - Herreninsel
Logging-Bedingungen
Um diesen EarthCache loggen zu dürfen, beantworte bitte folgende Fragen vor Ort. Schicke deine Antworten über den Messenger an mich. Du brauchst nicht auf eine Logfreigabe zu warten.
📸 Ein Foto von dir oder deinem GPS an den Earthcache-Koordinaten ist notwendig, um den Earthcache zu loggen. Logs ohne Foto werden gelöscht.
Fragen:
- Welche Größe haben die einzelnen Steine im Gestein – eher kieselgroß oder faustgroß?
- Wie viele unterschiedliche Farben kannst du bei den Kieseln erkennen? Was könnten diese Farben über ihre Herkunft verraten?
- Siehst du zwischen den Kieselsteinen auch sandige Schichten? Was könnten sie über die damalige Strömungsgeschwindigkeit aussagen?
- Liegt das Gestein offen da, oder wurde es durch Erosion (z. B. Wasser) freigelegt? Was vermutest du?
Was ist Nagelfluh?
Nagelfluh ist ein sogenanntes Konglomeratgestein. Es besteht aus vielen rundlichen Kieselsteinen, die durch natürliche "Zementierung" fest miteinander verbunden sind – meist durch Kalk oder Sand. Diese Kiesel wurden einst durch Flüsse oder Gletscher transportiert, abgelagert und über Jahrtausende unter Druck zu festem Gestein gepresst.

Quelle: Wikipedia
Der Name „Nagelfluh“ kommt daher, dass viele der Kiesel halb aus dem Gestein herausragen – so als wären Nägel in einen Betonblock geschlagen worden. In manchen Regionen nennt man Nagelfluh deshalb auch „Herrgottsbeton“.
Das Besondere: Die enthaltenen Steine erzählen viel über ihre Herkunft. Sie stammen aus unterschiedlichen Gesteinsarten und wurden über weite Strecken transportiert – vor allem durch Schmelzwasserflüsse aus den Alpen während der Eiszeiten. Man spricht auch von glazialen Schottern. Die Steine haben unterschiedliche Formen und Größen. Das liegt an mehreren Faktoren. Manche Gesteine sind weich, manche sind hart. Zudem wurden sie über große Entfernungen transportiert und dabei starker Erosion ausgesetzt. Reiben am Eis, an anderen Steinen oder Sanden oder Schleifen am Boden durch Schmelz- oder Flusswasser bearbeiten die Steine. Diese Erosion führt zu runden oder eckigen Formen, die uns heute erzählen, was der Stein auf seiner langen Reise "erlebt" hat.
Nagelfluh ist hart und wetterfest, wurde aber früher kaum als Baumaterial genutzt, weil er schwer zu bearbeiten ist. Heute ist er vor allem als geologisches Fenster in die Erdgeschichte spannend!
Nagelfluh auf der Herreninsel
An der Nordspitze der Herreninsel findest du ein besonders schönes Beispiel für Nagelfluh. Das Gestein entstand während der frühwürmzeitlichen Kaltzeit, also vor über 100.000 Jahren. Damals wälzten sich mächtige Gletscher aus den Alpen in das heutige Alpenvorland und lagerten riesige Mengen Kies, Sand und Ton ab – sogenannter Vorstoßschotter. Heute finden wir Sandstein, Kalkstein, Bundsandstein, tonartige Gesteine, eisenhaltige Gesteine u.v.m. in einem Konglommerat.

Quelle: eigenes Foto
Die Schichten hier sind wechselnd aufgebaut: Man erkennt Lagen mit grobem Kies, dazwischen feineren Sand. Das zeigt, dass sich Strömungen, Wasserstand und Ablagerungsbedingungen in kurzer Zeit ändern konnten – ein dynamisches Bild eines urzeitlichen Gletscherflusses!

Quelle bayerisches Umweltamt
Am Ufer der Insel ist dieser geologische Schatz heute durch Erosion gut sichtbar geworden. Bitte achte beim Besuch darauf, das Geotop zu respektieren – es ist Teil unseres Naturerbes.

Quelle: bayerisches Umweltamt
Quellen:
-
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)
Geotopbeschreibung Nr. 187A019: „Nagelfluh an der Nordspitze der Herreninsel“
-
LfU Bayern – Themenportal Geologie & Geotope
Erklärungen zu glazialen Sedimenten, Konglomeraten und Geotop-Definitionen
-
Wikipedia – Nagelfluh
Allgemeine Informationen zu Entstehung, Aufbau und Vorkommen
-
Hermann Schmidt-Kaler (Hrsg.):
Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500.000, bayerisches Geologisches Landesamt, 1985.
-
W. Hölzl & A. Reiff (2012):
Geotope in Bayern – Fenster in die Erdgeschichte, bayerisches Landesamt für Umwelt.
-
BayernViewer / BayernAtlas (Topografische Karten und Luftbilder zur Verortung)
Viel Spaß auf der Insel – und viel Freude beim Forschen! 🧭