Heute soll es etwas in die geheimnisvolle Sagenwelt des Moritzberges gehen.
Schon vor vielen Jahren hieß es im Finkenberge
hielte sich ein Wolf auf. Da nahmen die Bürger
aus der Stadt ihre Gewehre, um den Wolf zu
schießen. Sie jagten und jagten; aber es ließ sich
kein Wolf sehen. Drum glaubte man, dass es nur
so ein Geschwätz gewesen wäre und gingen nach
Hause. Schon am anderen Morgen aber kam die
Nachricht in die Stadt, dass der Wolf auf dem Mo-
ritzberge in einen Schafstall gebrochen sei und die
Schafe gerissen und den Schäfer erwürgt habe.
Nun umstellte man das ganze Holz, durchsuchte
jeden Busch, aber umsonst. Da schüttelte ein alter
Jäger bedenklich den Kopf und meinte, das ginge
nicht mit rechten Dinge zu, der Wolf müsse ein
Werwolf sein, gegen den könne kein Jagen helfen,
aber man solle ihn machen lassen. Die Leute wa-
ren gerne mit dem zufrieden, was der Jäger tun
wollte, und dieser stellte eine Falle auf, in dieser
er drei kleine Hölzer vom Osterholz versteckte.
Als er am anderen Tage nachsah, war die Falle
zugeschnappt. Und wer saß drinnen? Ein versof-
fener Schneider vom Moritzberg.
„Nun wahr dich, du Werwolf“ rief der alte Jä-
ger und schleppte ihn zum Galgen. Das Volk ju-
belte, als man den Bösewicht aufzog, aber bald
verkehrt sich der Jubel und Staunen und Verwun-
derung. Mit offen Mündern guckten sie nach dem
Gehängten – dort hing weder ein Wolf noch ein
Schneider, sondern ein Bund Stroh.
Quelle Sagen: Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche aus Stadt und Stift. Karl Seifart
Und wer weiß, vielleicht ist der Werwolf ja auch einmal hier vorbeigekommen!
Vielleicht findest du ja eine Aufnahme von ihm?
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