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Kalksteinbruch am Togdrang - reloaded EarthCache

Hidden : 4/25/2025
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
4.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Kalksteinbruch am Togdrang

 

Dieser Earthcache liegt in einer gesetzlich geschützten Naturlandschaft. 

Das Naturschutzgebiet „Östlicher Teutoburger Wald“ ist ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet, in dem ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind verboten.


In Deutschland gibt es wohl nur wenige Städte, die wie  Bielefeld, ein so breites Spektrum an mesozoischen Schichten aufweisen. Das Gebiet der Stadt Bielefeld kann im Grunde in  drei geologische Großstrukturen unterteilt werden. 

Der Teutoburger Wald (Osning) stellt das Hauptelement dar, welcher das Stadtgebiet fast mittig in Südost-Nordwest-Richtung teilt. Die flachhügelige Landschaft nördlich des Teutoburger Waldes bildet die Herforder Lias-Mulde eine eigenständige und zusammenhängende geologische Struktur. Die mesozoischen Schichten werden dort weitestgehend von Lößablagerungen abgedeckt. Auf der südlichen Seite des Osnings befindet sich der  östliche Rand des Münsterländer Kreidebeckens. Geprägt wird das Landschaftsbild durch die überlagernde Verebenungsfläche der Sennesande.

Am südlichen Rand des Teutoburger Waldes wurden die Schichten  durch die gebirgsbildenden Vorgänge vor ca. 55 Millionen Jahren steil aufgerichtet. Beckenwärts (südwestlich) hingegen fallen die Gesteine bei normaler Lagerung flach ein. Wenn man die Tafel im Steinbruch betrachtet, sieht man, dass die Steine sattelförmig herausgehoben sind. Es ergibt sich eine stratigraphische Abfolge.

 

Der zu besuchende Steinbruch wurde von der Stadt Bielefeld als Naturdenkmal ausgewiesen. Neben imposanten Steilwänden bietet dieser auch eine Erläuterungstafel. Besucht diesen fast vergessenen Ort und erhaltet einen guten Einblick in die Geologie der Region.

 

Wand

 

Hier im aufgelassenen Kalksteinbruch tritt vor allem die Lamarcki-Schicht in überkippter Lagerung zu Tage.

Der Name stammt von der als Fossil darin haupsächlich vorkommenden dickschaligen Muschelart Inoceramus lamarcki.

Diese Muscheln wurden vor etwa 90 Millionen Jahren im Kreidemeer abgelagert. Weitere, hier als Versteinerungen zu findende Arten,

sind Seeigel, Brachiopoden und Cephalopoden. Die chronostratigraphische Stufe, in der diese Vorgänge stattfanden, nennt man Turonium (kurz: Turon). Das Turonium folgte auf das Cenomanium, ihm schließt sich das Coniacium an.

 

 





Kreide

 


Oberkreide

Maastrichtium

Vor 72–66 Mio. Jahren

Campanium

Vor 83,6–72 Mio. Jahren

Santonium

Vor 86,3–83,6 Mio. Jahren

Coniacium

Vor 89,7–86,3 Mio. Jahren

Turonium

Vor 93,9–89,7 Mio. Jahren

Cenomanium

Vor 100,5–93,9 Mio. Jahren

 


Unterkreide

Albium

Vor 112,9–100,5 Mio. Jahren

Aptium

Vor 126,3–112,9 Mio. Jahren

Barremium

Vor 130,7–126,3 Mio. Jahren

Hauterivium

Vor 133,9–130,7 Mio. Jahren

Valanginium

Vor 139,3–133,9 Mio. Jahren

Berriasium

Vor 145–139,3 Mio. Jahren

 

Das Turon kann in drei Abschnitte unterteilt werden:

 

Unterturon:

- graue bis blaugraue Kalkmergel- bis Tonmergelsteine

- rot bis rotbraune Färbung der Basis (Rotpläner)

 

Mittelturon:

- karbonatreicher als die Schichten des Unterturon (70%)

- flaserige Mergelkalksteine

- sandig-glaukonitischer Horizont (Bochumer Grünsand)

- glaukonitischer Kalkarenit (Grünsand von Rothenfelde)

 

Oberturon:

- noch karbonatreicher als die unteren Schichten

- dunkelgrau bis bläulichweißer Plänerkalkstein

- sandig-glaukonitischer Horizont (Anröchter oder Soester Grünsand)

- kalkig-mergelige Normalfazies

 

Turonium

Oberturon

Striatoconcentricus-Schichten

Mittelturon

Lamarcki-Schichten

Unterturon

Labiatus- Schichten

 

 

Der im Steinbruch abgebaute Plänerkalk wurde vermutlich zur  Gewinnung von Straßenschotter und vielleicht auch zur Herstellung von Branntkalk genutzt.

 

 

Begriffserklärungen:

Lößablagerungen - homogenes, ungeschichtetes, überwiegend vom Wind abgelagertes Sediment

Verebenungsfläche - durch planierende Abtragung entstandene Ebene

stratigraphisch - dem Prinzip der Ausdehnung von Gesteinsschichten, horizontalen Ablagerung von Sedimenten und dem Prinzip der

Lagerungsabfolge entsprechend (Naturforscher Nicolaus Steno 1638–1686)

chronostratigraphische - gliederung von Gesteinskörpern nach dem Alter ihrer Entstehung (Unterdisziplin der geologischen Stratigraphie)

Pläner - historische bzw. traditionelle summarische Bezeichnung für eine Reihe von marinen Sedimentgesteinen der Oberkreide

Fazies - alle Eigenschaften eines Gesteins vorhanden, die aus seiner Entstehungsgeschichte herrühren

glaukonitisch - soviel wie Glaukonit enthaltend

mesozonisch - aus dem Erdmittelalter oder dem Erdmittelzeit stammend

Branntkalk - gebrannter und anschließend (mit Wasser) gelöschter Kalk (auch Calciumoxid oder Ätzkalk genannt)

Glaukonit - häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“

Kalkarenit - Kalkstein in dem fossile Bruchstücke mit Bruchstücken anderer Kalkgesteine vermischt sind

flaserig - Bezeichnung für ein Gesteinsgefüge mit gelängten, gezerrten Gesteinskomponenten

 

 

Fragen und Aufgaben:

1. Wie verlaufen die Schichtfugen an der Felswand? Was glaubt Ihr, wie die zu sehenden Schichtfugen entstanden sind?

2. Versucht den Begriff "sattelförmig", im Zusammenhang mit den geologischen Begebenheiten vor Ort, mit eigenen Worten zu erklären.

3.  Macht ein Foto von Euch oder einem persönlichen Gegenstand, der beweist, dass Ihr vor Ort gewesen seid.

 

Logbedingungen:

Ihr dürft den Earthcache loggen, sobald Ihr die drei oben genannten Aufgaben erfüllt habt. Die Antworten zu dem Earthcache schickt Ihr bitte über das Message Center oder alternativ direkt per mail an do2cv@gmx.de. Das Foto fügt Ihr Eurem Logeintrag hinzu. Sollte etwas nicht richtig sein, werde ich mich bei Euch melden. Sollte ich innerhalb von zwei Tagen keine Antworten von Euch zu den Fragen erhalten, wird der Logeintrag automatisch gelöscht. Ich werde keine Erinnerung schicken.

Postet bitte keine Fotos von der Infotafel!

Beachtet bitte die D-Wertung! Das ganze Areal hat inzwischen einen Lost Place Charakter, da die Stadt den Weg zur Infotafel nicht mehr wartet. Durch diverse Naturereignisse ist das Gebiet deshalb recht unwegsam. Es gibt ein paar umgestürzte Bäume und im Sommer reichlich Dornen und Brennnesseln. Jeder handelt auf eigene Gefahr!

 

 

Quellen:

Literatur:

"Erläuterungen zu den geologischhydrogeologischen Verhältnissen im Stadtgebiet von Bielefeld" -Umweltamt der Stadt Bielefeld - PDF

"Geologie des Teutoburger Waldes bei Bielefeld" -Naturkunde-Museum Bielefeld - PDF

"Stadt Bielefeld - Landschaftsplan Bielefeld-Senne" -Stadt Bielefeld -PDF

"Naturparktrails Bielefeld" - Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge - PDF

"Die Oberkreide Westfalens" - Olaf Otto Dillmann - PDF

"Jahreswarven im Sennesander?" - Adolf Deppe und Fritz Fezer - PDF

 

Internet:

www.wikipedia.org;

www.bgu-geoservice.de;

www.naturpark-teutoburgerwald.de;

www.zeno.org



 

Viel Spaß bei diesem abenteuerlichen Earthcache und einer erfolgreichen Recherche!

Und bitte denkt daran: Take nothing than pictures, leave nothing than footprints!

 

Additional Hints (No hints available.)