In Wetter (Ruhr), genauer gesagt im Ortsteil Grundschöttel, gibt es einen besonderen Ort. Er liegt auf einer leichten Anhöhe neben der Straße und vor einem weiten Feld. Dort steht eine schlichte Bank, die zu meinen Lieblingsplätzen gehört. Wer sich hier niederlässt, dem öffnet sich ein weiter Blick über die Felder, hinüber nach Grundschöttel und Volmarstein.
🚶🏼 Die Gegend um Grundschöttel und Volmarstein ist reich an Geschichte. Alte Bergbauwege wie der Erbstollenweg, der Schlebuschweg oder der Neuwülfingsburger Weg durchziehen die Landschaft und erinnern an die Zeit, als hier das „schwarze Gold“ gefördert wurde. Wer aufmerksam wandert, entdeckt am Wegesrand Relikte wie alte Stollenmundlöcher, Einsturztrichter von Schachtpingen und Lichtlöchern oder Bruchsteinmauern. Weitere Informationen rund um die Bergbaurundwege in Wetter (Ruhr) gibt es hier.
🕌 Nicht weit entfernt thront auf einer Anhöhe die Ruine der Burg Volmarstein. Sie wurde um 1100 erbaut und war einst ein strategisch wichtiger Punkt. Die Burg wurde mehrfach zerstört, doch ihre Reste sind bis heute ein beliebtes Ausflugsziel mit herrlichem Blick über das Ruhrtal. Wer an einem Besuch meines Caches Burgruine Volmarstein Reloaded interessiert ist, ist hier richtig.
⛲️ Eine lokale Sage rankt sich um den „Hilligen Born“ (Heilige Quelle) in der Nähe der Volmarsteiner Dorfkirche. Der Überlieferung nach soll das Wasser dieser Quelle heilende Kräfte besitzen. Schon im frühen Mittelalter pilgerten die Menschen hierher, um Gesundheit und Schutz zu erbitten. Wer an einem stillen Morgen das Wasser aus dem Hilligen Born trinkt und dabei einen Wunsch äußert, dem soll dieser in der Zukunft erfüllt werden - ein reines Herz vorausgesetzt. Der in rotem Sandstein gefasste Brunnen, trägt die Innschrift: "De hillige Born, Anno 780". Die Quelle soll der Sage nach einst vielen Kranken und Hinfälligen Linderung ihrer Leiden verschafft haben. Um 1900 gründete der sozial engagierte Pfarrer Franz Arndt in der Nähe der Quelle ein Heim für körperbehinderte Menschen, aus dem sich später die Evangelische Stiftung Volmarstein entwickelte – heute eines der größten diakonischen Rehabilitationszentren in Deutschland. Der Hillige Born ist an dieser Stelle sogar in einem Film verewigt worden.
🤴🏼 Eine andere Sage handelt vom Zwergenkönig Volmar: Als einst der Zwergenkönig Volmar mit seinem Zwergenvolk an der Ruhr von den Menschen, die Gott nach ihnen geschaffen hatte, gehänselt, geärgert und beschimpft wurde, beschloss er, mit seinem Volk an einen schönen, aussichtsreichen und menschenleeren Ort im Tal zu wandern, um dort ein prächtiges, großes Schloss zu bauen. Bei Nacht und Nebel verließ er heimlich die schöne Gegend, die ihm so verhasst war. Mit seinem unermüdlichen Zwergenvolk, das sich nur auf seinen Pfiff zeigte, zog er die Ruhr aufwärts. Als die goldene Sonne ihre ersten Strahlen zur Erde sandte, erblickte er am Abhang des langen Höhenzuges einen mächtigen »Stein«. Bei näherer Betrachtung fand er Gefallen daran, sich in dieser lieblichen Gegend des Ruhrtales niederzulassen. Sofort befahl er seinem Zwergenvolk, auf diesem schön gelegenen »Stein« (Felsen) eine mächtige und schöne Burg zu errichten. In wenigen Monden war das prächtige Bauwerk bis ins kleinste Detail vollendet. Stolz und trotzig blickte die Burg mit ihren vielen Türmen und Türmchen in das Ruhrtal. Nach ihm (Volmar) und dem »Stein« (Fels) erhielt diese Burg den Namen »Volmar-Stein«. Die Sage wie Zwergkönig Volmar die Burg Volmarstein erbaut wird hier erzählt.
Diese Bank bei Grundschöttel ist mehr als nur ein Rastplatz. Sie ist ein Fenster in die Vergangenheit, ein Ort der Ruhe und Inspiration, eingebettet in eine Landschaft voller Geschichten und Sagen. Wer hier verweilt, genießt nicht nur die Aussicht, sondern spürt auch die Spuren der Geschichte und den Zauber alter Überlieferungen.
So, jetzt habt ihr eure Gedanken lange genug schweifen lassen... Ich wünsche euch viel Spaß beim Suchen des Caches.
Rollstuhlfahrer benötigen zum Heben ggf. eine helfende Hand.
GeoBasic08