Im Ortsteil Jägerhaus - nahe dem Teichwärterhaus - stehen zwei sogenannte Griebenherde. Sie sind Zeugen einer früheren waldgewerblichen Tätigkeit - der Pechgewinnung. Es handelt sich um zwei Granitquader mit etwa 90 cm Kantenlänge, in denen eine schüsselförmige Vertiefung mit einer Ablauföffnung am Grund eingebracht ist.
In früherer Zeit stand hier eine Pechhütte zur Aufarbeitung von Baumharz - eine Pechsiederei. Die Fichten der Umgebung wurden angeritzt, das Baumharz quoll heraus. Nach dem es härtete, schälte man es ab und schmolz es in der Pechhütte in Kesseln auf. So konnte man das klare, saubere Harz abschöpfen, in Formen gießen und als Siedepech vertreiben. Was übrig blieb - ein Gemisch aus Rinde, Schmutz und Restharz - bezeichnete man als Griefen oder Grieben. In den außerhalb der Hütte stehenden Griebenherden wurden auch sie noch weiterverarbeitet.
Die Grieben schichtete man zusammen mit harzreichem Kiefernholz in den Herdsteinen kegelförmig auf und entzündete und bedeckte alles außen mit Erde. Die Anordnung entsprach also den größeren Kohlenmeilern. Hier liess man den Inhalt kontrolliert verschwelen, um die Harzbestandteile auszutreiben. Diese rußgeschwärzte, teerähnliche Flüssigkeit wurde mit einem unter der Abflussöffnung stehenden Gefäß aufgefangen und als Schwarzpech z.B. als Wagenschmiere, Dichtmaterial oder Klebstoff verwendet..

Genau wie ihre großen Brüder, die Holzkohlenmeiler, verursachten die Griebenherde dicke, beißende Rauchschwaden - daher nennt man Griebenherde auch gelegentlich "Stink-" oder "Stänkersteine". Wie die qualmenden Röstbühnen des Alaunwerkes, werden auch sie damit ihren Standort weithin im Tal der Göltzsch kenntlich gemacht haben.
Quelle
https://www.natururlaub.biz/migotal/forsths