
„Arr, seht her, ihr Landratten!“, rief Käpt’n Rabenschwur und hielt eine schimmernde schwarze Perle hoch. „Diese Perle hat einst einem König gehört – doch sie trägt ‘nen Fluch!“
Die Crew versammelte sich dicht, Augen glänzten vor Gier. Rabenschwur erzählte, wie der König verflucht wurde, seine Seele in der Perle gefangen. „Wer sie besitzt, wird von Albträumen gequält, und kein Schlaf bringt Frieden!“
In der ersten Nacht schrien die Männer im Schlaf. Schatten krochen durch die Kajüte, Stimmen flüsterten von unerfüllten Sehnsüchten. „Arrgh!“, knurrte Rabenschwur, „das sind nur Einbildungen!“
Doch die Perle zeigte ihre Macht: Das Schiff geriet in einen dichten Nebel, Kompassnadeln drehten sich wild, und die Vorräte verdarben über Nacht. Die Männer wurden misstrauisch, Streit brach aus.
Eines Nachts war die Perle verschwunden. „Wer hat das teuflische Ding gestohlen?“ rief Rabenschwur. Doch keiner gestand. Die Perle schien von selbst zu wandern, unbemerkt von einem Schatten an Bord.
Am Ende nahm Rabenschwur die Perle zurück – und war fortan ein anderer Mann. Still, düster und von Albträumen gezeichnet. Die Crew mied ihn, und die schwarze Perle lag unter Deck, wachsam und voller dunkler Macht.
„Arr, so sei’s!“, murmelte der Käpt’n oft. „Manchmal ist der Schatz das schlimmste Ungeheuer von allen.“