Bei uns hieß es früher Herrtag, jetzt ist es Vatertag und doch das gleiche.
Herrentag – Wenn der Bollerwagen zum Königsmobil wird
Einmal im Jahr ist es so weit: In Deutschland verwandelt sich der beschauliche Feiertag „Christi Himmelfahrt“ in ein lautes, feucht-fröhliches Spektakel namens Herrentag oder Vatertag – je nachdem, ob man mehr Wert auf die Familie oder auf den Bierkasten legt.
Während Väter in anderen Ländern an diesem Tag gemütlich Frühstück ans Bett bekommen, schnappt sich der deutsche Mann traditionell seinen Bollerwagen, ein paar Kumpels, laute Musik und vor allem: ausreichend flüssige Verpflegung. Die Regel lautet: Je voller der Wagen, desto leerer wird man im Laufe des Tages.
Ursprünglich ist der Tag religiöser Natur – Jesus fährt in den Himmel, die Herren fahren ins Grüne. Ein schöner Zufall. Und während manch einer spirituelle Erleuchtung sucht, finden viele Herren sie eher am Boden der Bierflasche. Wandern ist dabei übrigens Pflicht – wenn auch oft nur bis zur nächsten Parkbank oder Grillstelle.
Ein ungeschriebenes Gesetz besagt: Sobald die Bluetooth-Box loslegt, leert sich der Bierkasten schneller als man „Vatertagswanderung“ sagen kann. Das Ganze gipfelt dann häufig in der fest eingeplanten „Männerschwäche“ am nächsten Tag – medizinisch nicht ganz anerkannt, aber auf erstaunlich vielen Krankmeldungen zu finden.
Eins steht fest: Der Herrentag ist eine ganz besondere Mischung aus Tradition, Bier, Blödsinn und bester Laune – ein Feiertag, wie er nur in Deutschland gefeiert wird. Prost!