Fragen
1) Welche Farbe hat der Dornstein hier? Was ist der Grund dafür?
2) Bedeckt der Dornstein die Zweige und die Holzkonstruktion eher gleichmäßig oder eher unregelmäßig? Was ist der Grund dafür?
3) Warum muss das Reisig im Gradierwerk regelmäßig ausgetauscht werden?
4) Mache ein Foto von dir selbst oder eines persönlichen Gegenstandes vor dem Gradierwerk im Hintergrund ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.
BESCHREIBUNG
Gradierwerk und Dornstein
Ein Gradierwerk ist eine große Holzkonstruktion, in der salzhaltiges Wasser, auch Sole genannt, über Wände aus Schwarzdorn-Reisig verrieselt wird. Dabei verdunstet Wasser, was den Salzgehalt der Sole erhöht. Dieses Verfahren diente und dient sowohl zur Gewinnung von Salz als auch zur Verbesserung der Luftqualität in Kurorten. Im Gradierwerk entsteht im Laufe der Zeit eine mineralische Kruste, die als Dornstein bezeichnet wird. Diese Ablagerung bildet sich an den Zweigen des Schwarzdorns und an der Holzkonstruktion selbst. Dornstein ist eine feste, krustenartige Substanz, die überwiegend aus Calciumcarbonat (Kalk) und Gips besteht – letzterer tritt besonders bei sulfathaltiger Sole auf. Je nach Zusammensetzung der Sole können auch Salze wie Halit enthalten sein. Die Farbe des Dornsteins variiert von weißlich über gelblich bis hin zu bräunlich, wenn organische Anteile enthalten sind. Die Struktur ist hart, rau und unregelmäßig, sodass ganze Zweige von der Kruste ummantelt werden können.
Entstehung von Dornstein
Die Entstehung von Dornstein erfolgt durch das Verrieseln der Sole über die Dornenwände, wobei Wasser verdunstet und die Konzentration der gelösten Mineralien ansteigt. Sobald Kalk, Gips oder andere Stoffe ihre Löslichkeitsgrenze überschreiten, fallen sie aus und lagern sich als feste Mineralien an Oberflächen ab. Dadurch bildet sich der Dornstein. Praktisch gesehen ist eine regelmäßige Wartung erforderlich, da die mineralischen Ablagerungen die Durchlässigkeit der Reisigwände verringern und daher das alte Dornreisig entfernt und erneuert werden muss. Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass der Dornstein manchmal fossilienähnliche Abdrücke der Zweige konserviert. Chemisch-physikalisch ähnelt die Entstehung des Dornsteins der Sinterbildung in Höhlen, also der Bildung von Tropfsteinen. Dabei fördert der Entzug von Kohlendioxid aus der Sole die Ausfällung von Kalk nach der Reaktionsgleichung Ca(HCO₃)₂ → CaCO₃ ℯ + CO₂ + H₂O.

Alpensole aus dem Bad Reichenhaller Becken
Tief im Gestein der Alpen liegt das Salz eines urzeitlichen Meeres, seit Millionen von Jahren geschützt im Fels eingeschlossen. Durch einsickerndes Quellwasser wird dieses Salz nach und nach gelöst und bildet so die wertvolle Alpensole, die sich in den unterirdischen Hohlräumen des Bad Reichenhaller Beckens sammelt. Mit einem Salzgehalt von etwa 26 % erreicht sie die natürliche Sättigungsgrenze und enthält die konzentrierte Kraft des Urmeeres – angereichert mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen. Die konzentrierte Alpensole mit dem Salzgehalt von 26 % wird über eine Soleleitung aus dem Quellenbau der Alten Saline Bad Reichenhall zum Gradierhaus geleitet. Dort wird sie mit Wasser verdünnt und anschließend in den Dachstuhl des Gradierhauses gepumpt, wo sie dann über den Schwarzdorn berieselt, sodass sich am Ende durch die Verdunstung der Dornstein bildet.

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Gradieren_(Salz)
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Gradierwerk?lang=de
http://gradierwerk.heimatkunde-bsa.de/
https://www.bad-reichenhall.de/gradierhaus
https://www.bad-reichenhall.de/gesunde-region/alpensole-naturheilmittel/alpensole
Eigene Fotos