
ÖFFNUNGSZEITEN (bitte beachten!)
Der Loki-Schmidt-Garten öffnet täglich ab 9.00 Uhr morgens
- Januar / Februar: bis 16.00 Uhr
- März / April: bis 18.00 Uhr
- Mai / Juni / Juli / August: bis 20.00 Uhr
- September / Oktober: bis 18.00 Uhr
- November / Dezember: bis 16.00 Uhr
Einlass bis jeweils 30 Minuten vor Schließung.
LOGBEDINGUNGEN (für die Beantwortung bitte den Wegpunkt nutzen!)
1) Warum sind die Grabgänge nur auf der Oberseite des Gesteins sichtbar und nicht an der Seitenfläche?
2) Welche Form und Orientierung haben die sichtbaren Grabgänge auf der Oberfläche?
3) Was sagt die Verteilung der Grabgänge über die Beschaffenheit des ehemaligen Meeresbodens aus?
4) Mache ein Foto von dir selbst oder einem persönlichen Gegenstand mit dem Schild am Muschelkalk ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.
BESCHREIBUNG
Muschelkalk und seine Entstehung
Der Muschelkalk ist ein mariner Kalkstein aus der mittleren Trias-Zeit, der vor etwa 240 Millionen Jahren in einem flachen, warmen Meer entstand, das große Teile Mitteleuropas bedeckte. In diesem sogenannten Germanischen Becken lagerten sich vor allem Kalkschlämme sowie Reste von Meerestieren wie Muscheln und Seelilien ab. Über lange Zeit verfestigten sich diese Ablagerungen zu Gestein. Der Muschelkalk ist dabei besonders fossilreich und enthält nicht nur Körperfossilien, sondern auch zahlreiche Spuren früherer Lebensaktivität im Sediment.
Fossile Lebensspuren im Muschelkalk
Neben klassischen Fossilien sind im Muschelkalk sehr häufig sogenannte Spurenfossilien (Ichnofossilien) zu finden. Diese entstehen nicht durch die erhaltenen Körper der Tiere, sondern durch ihre Aktivitäten im weichen Sediment, etwa Kriechen, Fressen oder Graben. Besonders im Meeresboden hinterlassen grabende Organismen deutliche Strukturen, die nach der Verfestigung des Sediments dauerhaft erhalten bleiben. Solche Lebensspuren können wichtige Hinweise auf Umweltbedingungen wie Sauerstoffgehalt, Sedimentbeschaffenheit und Lebensweise der Tiere geben.
Spreitenbauten – komplexe Grabgänge im Detail
Spreitenbauten gehören zu den auffälligsten Grabgangstrukturen im Muschelkalk. Sie entstehen, wenn wurm- oder krebsartige Tiere wiederholt durch dasselbe Sediment graben und dabei ihre Bande mehrfach erweitern. Dadurch bildet sich im Inneren eine charakteristische schichtartige Struktur aus feinen, parallel verlaufenden Lamellen, den sogenannten Spreiten. Diese Strukturen zeigen, dass die Tiere aktiv im Sediment Nahrung suchen und den Untergrund intensiv durchwühlten.
Solche Grabgänge werden in der Fachgeologie oft mit Ichnogattungen wie Teichichnus in Verbindung gebracht und sind typische Fress- oder Wohnspuren von Bodenorganismen. Sie sind ein klarer Hinweis auf ein gut durchlüftetes, weiches Sediment und ein aktives Bodenleben im damaligen Flachmeer.
Vergleich: Einfache senkrechte Grabgänge (z. B. Skolithos)
Im Gegensatz zu den komplexen Spreitenbauten gibt es im Muschelkalk auch einfache, senkrechte Röhrenstrukturen wie Skolithos. Diese bestehen meist aus geraden, gleichförmigen Gängen, die senkrecht in den Meeresboden reichen. Sie wurden von Organismen angelegt, die in diesen Röhren leben und dort auf Nahrung aus dem vorbeiströmenden Wasser warteten.
Der größte Unterschied zu Spreitenbauten liegt in der Funktion und Struktur: Während Spreitenbauten durch wiederholtes Graben und aktive Nahrungssuche entstehen und eine geschichtliche Innenstruktur besitzen, sind Skolithos-Gänge einfache Wohnröhren mit klarer, gleichmäßiger Form. Sie zeigen auch ein eher stationäres Verhalten der Tiere im Gegensatz zur intensiven Umgestaltung des Sediments bei Spreitenbauten.
Fazit
Die Grabgänge im Muschelkalk, insbesondere die Spreitenbauten, zeigen eindrucksvoll, wie aktiv der Meeresboden der Trias-Zeit belebt war. Sie dokumentieren nicht nur die Anwesenheit von Organismen, sondern auch ihr Verhalten im Sediment. Im Vergleich zu genutzten einfachen Grabgängen wird deutlich, wie unterschiedlich Tiere ihre Umwelt genutzt haben – von stationären Wohnröhren bis hin zu komplex durchwühlten Sedimentstrukturen. Dadurch liefern diese Spurenfossilien wertvolle Einblicke in ein längst vergangenes marines Ökosystem.
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QUELLEN
https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/geologie/schichtenfolge/trias/muschelkalk
https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Ichnofossien
https://www.muschelkalkmuseum.org/ausstellung/fossilgalerie/spurenfossilien/
https://www.muschelkalkmuseum.org/im_steinbruch/muschelkalk/