Marktplatz Radeberg
Der Markt ist der zentrale Platz in der sächsischen Stadt Radeberg. Fast alle Gebäude, die den Markt umgeben, stehen unter Denkmalschutz. Wichtige städtische Einrichtungen wie das Rathaus, das Standesamt, das Bürgerbüro und die Stadtbibliothek befinden sich am Markt. Die markantesten Objekte am Markt sind das von Samuel Locke entworfene und 1769 fertiggestellte Rathaus sowie die 2012 neu errichtete Postdistanzsäule.
Bereits bevor Radeberg am 16. März 1412 von Landgraf Friedrich IV. (Meißen und Thüringen), genannt der Friedfertige oder Einfältige, auch der Jüngere, das Stadt- und Weichbildrecht erhielt, entwickelte sich im 14. Jahrhundert der Marktplatz des Ortes. Diese Entwicklung wurde sowohl durch die Burg Radeberg (Vorgängerbauwerk des Schlosses Klippenstein) als auch durch den Ausbau des Straßennetzes (vor allem der Böhmischen Salzstraße) positiv beeinflusst. Der Markt bekam gemeinsam mit der Stadt eine immer größere Bedeutung in der Region. Der Handel mit Salz spielte über mehrere Jahrhunderte eine wichtige Rolle. Der Frischemarkt im nahen Dresden bezog viele Waren und Güter aus dem Umland über den Radeberger Markt. Auch das Brauwesen erwarb seine Rohstoffe über die Händler des Marktes.
Im 15. und 16. Jahrhundert kam es mehrfach zu Unstimmigkeiten zwischen den Märkten der Städte Pirna und Radeberg, der Radeberger Markt entwickelte sich jedoch durch seine günstigere Lage schneller und erfolgreicher als der Markt in Pirna. In überlieferten Stadtplanungsunterlagen aus dem 16. Jahrhundert wurde von planmäßigen Ausbauten des Marktplatzes innerhalb der Stadttore berichtet. Regelmäßig wurden Jahrmärkte in Radeberg abgehalten. Im Jahr 1745 eröffnete das Unternehmen Riquet & Co. eine Teehandelsniederlassung am Radeberger Markt.
Im 18. und 19. Jahrhundert war Radeberg eine Garnisonsstadt. Das Wachgebäude, der zentrale Militärstandort, befand sich von 1769 bis 1824 auf dem Markt (etwa am Standort des Hauses Markt 2).
Bevor die Haushalte Radebergs an eine öffentliche Wasserversorgung angeschlossen wurden, hatten sich auf dem Markt große Wassertröge aus Holz befunden, um die Versorgung der Stadt zu gewährleisten. Im 19. Jahrhundert wurden sie durch steinerne Tröge ersetzt, da diese weniger Verschleiß aufwiesen. Als Radeberg ab 1886 ein eigenes Wasserleitungsnetz bekam, verloren die Wassertröge ihre Funktion. Im Jahr 1894 wurde der größte, 15.000 Liter fassende Steintrog abgebaut.[3][4]
Die erste Gasbeleuchtung auf dem Markt wurde 1896 installiert. Im Jahr 1900, zur Einweihung des König-Albert-Denkmals, wurden zwei große Gaskandelaber auf dem Platz errichtet. Durch die beiden Weltkriege und den zeitlichen Verfall stark beschädigt, wurden die Reste dieser beiden Kandelaber bei einer Neugestaltung des Marktes 1954 entfernt; eine für die Zeit typische Straßenbeleuchtung wurde eingerichtet.
Bekannte Geschäfte zu Zeiten der DDR waren unter anderem das Zoologische Laboratorium des Insektenkundlers Werner Heinz Muche, ein Delikat (Lebensmittel für den höheren Bedarf) und die Filiale der Sparkasse mit einer Reisezahlungsmittelstelle. Die Bausubstanz der gesamten Radeberger Innenstadt wurde allerdings stark vernachlässigt, auch die Gebäude am Markt verfielen. Im Jahr 1987 wurde von der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Bezirksleitung der SED ein Konzept zur Sanierung der Innenstadt entworfen und mit der Umsetzung begonnen. Nach der Wende wurde das Konzept erweitert und ausgebaut, die Gebäude am Markt wurden umfassend saniert, die Innenstadt wurde komplett nach historischen Gesichtspunkten ausgebaut.
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