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Seegrotte Hinterbrühl EarthCache

Hidden : 7/20/2025
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:



Seegrotte Hinterbrühl - größter Höhlensee Europas




Die Seegrotte in Hinterbrühl

Die Seegrotte ist ein ehemaliges, bereits 1848 angelegtes Gipsbergwerk im Berginneren des Wagnerkogels in der Marktgemeinde Hinterbrühl in Niederösterreich, etwa 15 km südlich von Wien, das schon ab 1932 als Schaubergwerk betrieben wurde. Die Grotte beherbergt 60 Meter unter der Erdoberfläche den von sieben Quellen gespeisten größten Höhlensee Europas, der eine Fläche von 6200 Quadratmetern einnimmt. Da der unterirdische See keinen natürlichen Abfluss besitzt, wird das Wasser jede Nacht abgepumpt, um den Wasserstand - im Durchschnitt ist der Höhlensee rund 1,2 m tief - konstant zu halten. Die Temperatur in der Höhle, die ganzjährig besichtigt werden kann, beträgt durchgehend etwa 9 Grad Celsius.

1912 strömten nach einer Sprengung mehr als 20 Millionen Liter Wasser aus einem sogenannten Wassersack, einer wassergefüllten Höhlung im Hangenden, in das Bergwerk - das war die Geburtsstunde des Höhlensees, allerdings auch das Ende des Bergbaus. 

Der Eingang zur Seegrotte liegt am Fuß des Wagnerkogels. Ein Stollen, der im ersten Bereich mit Ziegeln ausgekleidet ist, führt leicht ansteigend etwa 120 m weit ins Berginnere. Auf dem Niveau des Stollens finden sich zahlreiche Querstollen und der sogenannte "Kleine See" oder "Blaue See". Vom Niveau des Stollens gelangt man schließlich über 83 Stufen des sogenannten Bremsbergsteigs, wo früher Hunte mittels Pferdekraft hochgezogen wurden, zur überschwemmten Sohle 2, dem 3. Tiefbau mit dem großen Höhlensee. Das Wasser des Sees in der Seegrotte stammt aus dem Grundwasser, das Auswaschungen in den noch immer vorhandenen Gipsvorkommen und das Entstehen weiterer Hohlräume bewirkt.

Gips

Gips, geologisch auch als Gipsspat bezeichnet, ist ein relativ häufiges Mineral aus der Klasse der Sulfate. Chemisch gesehen handelt es sich um wasserhältiges Calciumsulfat oder auch Calciumsulfat-Dihydrat. Im Allgemeinen ist Gips farblos oder weiß, kann aber durch Beimischung anderer Elemente eine andere Farbe annehmen. So ist aus der Seegrotte Hinterbrühl neben weißem Gips auch sogenannter "roter Gips" bekannt, der durch Beimengungen von Eisenoxiden rotbraun gefärbt ist.

Schon in der Jungsteinzeit wurde Gips als Baumaterial verwendet. Er wurde für die Verzierung von Innenräumen, aber auch als Mörtel genutzt. In Europa nahm die Verwendung von Gips ab dem 11.Jahrhundert zu. Gips wurde zum Verfugen von Mauerwerk und für Stuckarbeiten verwendet. Zur technischen Verwendung wird Gips zunächst gebrannt, also das Kristallwasser entfernt. Wird das dabei entstehende weiße Pulver (landläufig als "Gips" bekannt, chemisch gesehen Calciumsulfat-Hemihydrat) mit Wasser vermengt, so bilden sich wieder Kristalle von Calciumsulfat-Dihydrat, ein Prozess, der als Hydratation bezeichnet wird. Die entstehenden Kristalle wachsen und verzahnen sich miteinander, wodurch eine feste, kristalline Struktur entsteht. Der Prozess ist vergleichbar mit der Verfestigung von Beton, bei der Zement mit Wasser reagiert und eine kristalline Struktur bildet.

Beim Gipsvorkommen in Hinterbrühl handelt es sich geologisch gesehen um einen Evaporit, also ein Sediment, das durch Auskristallisierung aus mineralübersättigtem Meerwasser entstanden ist - zu einer Zeit, als sich im Wiener Becken ein flaches, warmes Meer befand, dies war vor etwa 16 bis 13 Millionen Jahren. Der Gips wurde teils durch die Last darüber liegender Sedimente in Anhydrit umgewandelt, er findet sich auch nicht rein, sondern vermischt in Lagen mit weiteren marinen Sedimenten.

Gips im Wiener Becken

Im Wiener Becken kommt Gips speziell im südlichen Teil vor, im Bereich der Wiener Neustädter Bucht. Der Gips ist Teil der Sedimente, die sich im Lauf der Zeit durch Austrocknung von Meeresbecken vor Millionen von Jahren gebildet haben. Das Wiener Becken ist ein Senkungsgebiet zwischen Alpen und Karpaten, welches sich im Lauf der Erdgeschichte immer wieder füllte und austrocknete. Während der Austrocknungsphasen blieben Salze, Gips und Kalk als Sedimente zurück. Der südliche Teil des Wiener Beckens ist besonders reich an Gipsablagerungen, die hier heute noch als mächtige Schichten erhalten sind.

Gipssinter und Kalksinter

Sinter ist ein Gestein, das durch allmähliche mineralische Ablagerung entsteht, meist handelt es sich um Kalkablagerungen. Sinter bildet sich durch Ausfällung von im Wasser gelösten Mineralien, also in Gewässern, bei Quellaustritten oder auch in Höhlen, Bergwerken und Stollen, teils auch unter Brücken und in Gebäuden durch Ausfällung des im Baumaterial gelösten Kalks. Kalksinter bildet entweder recht kompakte, großflächige und glatte Überzüge an den Flächen, wo Kalk ausgefällt wird, also den Wänden von Höhlen, Stollen oder Quellaustritten, aber auch komplexe Gebilde wie Stalaktiten, Stalagmiten oder Sintervorhänge.

Von Gipshöhlen wird oft behauptet, dass sie sie sich durch das Fehlen von Sinter von Kalkhöhlen unterscheiden. Das stimmt aber nur teilweise, da Gips- und Kalkhöhlen miteinander verzahnt auftreten können und es auch so genannten Gipssinter gibt. Gipssinter unterscheidet sich vom viel häufigeren Kalksinter, der meist größere Überzüge auf den Unterlagen bildet, durch eher kleine, bizarre Formen im Millimeterbereich, die frei aufgewachsene, bäumchenartige oder traubenartige Kristalle zeigen und die weitaus weniger auffällig sind.

Dieser Earthcache soll Besuchern die Gipslagerstätten in Hinterbrühl und den beim Abbau entstandenen einmaligen Höhlensee vorstellen und näherbringen. Die Antworten zu den Fragen können im Zuge einer Führung durch die Seegrotte oder durch Befragung der Mitarbeiter vor Ort gefunden werden.

Um den Cache zu loggen, musst du folgende Fragen per Message beantworten:

1.) Im Bereich des Stollens, der vom Eingang zum Höhlensee führt, findest du speziell in der ersten Hälfte des Stollens mineralische Überzüge an den Wänden, die durch Ausfällung entstanden sind. Handelt es sich um Gipssinter oder Kalksinter? Begründe deine Meinung!
2.) Welche Farben haben diese Sinterüberzüge und wodurch entstehen diese?
3.) Betrachte die natürliche Gesteinswand im Stollen bzw. auf der Rundfahrt am Höhlensee. Beschreibe Farbe und Struktur des Gesteins! Welche Anteile im Gestein kannst du unterscheiden?
4.) Optional: Poste ein Foto von dir bzw. deinem GPS in der Grotte oder beim Eingang zusammen mit deinem Logeintrag.


Wenn du deine Message mit den Antworten abgeschickt hast, kannst du den Earthcache loggen. Du brauchst auf keine Logerlaubnis zu warten! Nur wenn irgendwas nicht passen sollte, werde ich mich per Message melden. Viel Spaß!


englisch


The so-called "Seegrotte" in Hinterbrühl

The "Seegrotte" is a former gypsum mine, established in 1848, located inside the Wagnerkogel mountain in the market town of Hinterbrühl in Lower Austria, about 15 km south of Vienna. It was operated as a show mine as early as 1932. The cave, 60 meters below the surface, houses Europe's largest cave lake, fed by seven springs and is covering an area of 6,200 square meters. Since the subterranean lake has no natural outflow, the water is pumped out every night to maintain a constant water level - the average dephth of the cave lake is about 1,2 meters. The temperature in the cave, which is open year-round, is consistently around 9 degrees Celsius.

In 1912, after an explosion, more than 20 million liters of water flowed from a so-called water sack, a water filled cavity in the hanging wall, into the mine - this was the birth of the cave lake, but also the end of mining.
 
The entrance to the Seegrotte is located at the foot of the Wagnerkogel. A tunnel, initially lined with bricks, leads gently uphill about 120 meters into the mountain. At the tunnel level, there are numerous cross-tunnels and the so-called "Small Lake" or "Blue Lake". From the tunnel level, one finally reaches the flooded level 2, the third underground section with the large cave lake, via 83 steps of the so-called Bremsbergsteig, where sledges were once pulled up by horsepower. The water in the Seegrotte lake comes from the groundwater, which causes leaching in the still-existing gypsum deposits and the formation of additional cavities.

Gypsum

Gypsum, also known geologically as gypsum spar, is a realatively common mineral belonging to the sulfate class. Chemically, it is hydrated calcium sulfate or calcium sulfate dihydrate. Gypsum is generally colorless or white, but can take on a different color when mixed with other elemnts. For example, in addition to white gypsum, so-called "red gypsum" is also known from the Seegrotte Hinterbrühl, which is colored reddish-brown due to the admixture of iron oxides.

Gypsum was already used as a buiding material in the Neolithic period. It was used for interior decoration and also as mortar. In Europe, the use of gypsum increased from the 11th century onwards. Gypsum was used for masonry jointing and stucco work. For technical applications, gypsum is first fired, thus removing the water of crystallization. When the resulting white powder (commonly known as "gypsum", chemically calcium sulfate hemihydrate) is mixed with water, crystals of calcium sulfate dihydrate form again, a process known as hydration. The resulting crystals grow and interlock which each other, creating a solid, crystalline structure. The process is comparable to the hardening of concrete, in which cement reacts with water to form a crystalline structure.

Geologiclly speaking, the gypsum deposit in Hinterbrühl is an evaporite, a sediment that formed through the crystallization of mineral-supersaturated seawater at a time when the Vienna Basin was home to a shallow, warm sea, this was about 16 to 13 million years ago. The gypsum was partially transformed into anhydrite by the weight of overlying sediments; it is not found in pure form, but rather mixed in layers with other marine sediments.

Gypsum in the Vienna Basin

Gypsum is found particularly in the southern part of the Vienna Basin, in the area of Wiener Neustadt Bay. The gypsum is part of the sediments that formed over time as a result of the drying up of sea basins millions of years ago. The Vienna Basin is a depression between the Alps and the Carpathians, which has repeatedly filled and dried out over the course of Earth's history. During these drying phases, salts, gypsum, and limestone remained as sediments. The southern part of the Vienna Basin is particularly rich in gypsum dposits, which are still preserved here today as thick layers.

Gypsum sinter and calcareous sinter

Sinter is a rock formed by gradual mineral deposition, usually limestone deposits. Sinter forms through the precipitation of minerals dissolved in water, i.e., in bodies of water, at spring outlets, or in caves, mines, and tunnels, and sometimes also under bridges and in buildings through the precipitation of lime dissolved in the building material. Calcareous sinter forms either quite compact, extensive, and smooth coatings on the surface where lime is precipitated, i.e., the walls of caves, tunnels, or spring outlets, but also complex structures such as stalactites, stalagmites, or sinter courtains.

It is often claimed that gypsum caves differ from limestone caves by the lack of sinter. However, this is only partially true, as gypsum and limestone caves can occur interlocking with each other, and there are also so-called gypsum sinters. Gypsum sinter differs from the much more common calcareous sinter, which usually forms larger coatings on the substrate, in that it is rather small, bizarre, millimeter-sized forms that display freely grown, tree-like, or grape-like crystals and are far less conspicous.

This Earthcache is intended to introduce visitors to the gypsum deposits in Hinterbrühl and the unique cave lake created during mining. Answers to these questions can be found during a guided tour of the Seegrotte (Sea Grotto) or by interviewing the on-site staff.

To log the Earthcache, you must answer the following questions via message:

1.) In the area of the tunnel that leads from the entrance to the cave lake, you will find mineral deposits on the walls, especially in the first half of the tunnel, which were formed by precipitation. Is this gypsum sinter or calcareous sinter? Explain your opinion!
2.) What colors are these sinter deposits, and what causes them?
3.) Observe the natural rock wall in the tunnel or on the tour around the cave lake. Describe the color and structure of the rock! What parts of the rock can you distinguish?
4.) Optional: Post a photo of yourself or your GPS inside the cave or near the entry along with your log entry.

Once you have sent your message with the answers, you can log the Earthcache as found. There is no need for log permission! If something is wrong, I'll let you know via message. Have fun!

Enjoy the location!

Quellen:
de.wikipedia.org
Okrusch, M. & S. Matthes: Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Berlin 2005 (7).
www.karstwanderweg.de
www.niederösterreich.at
www.noemuseen.at
www.seegrotte.at
Die Fotos stammen vom Autor.

The most exciting way to learn about the Earth and its processes is to get into the outdoors and experience it first-hand. Visiting an Earthcache is a great outdoor activity the whole family can enjoy. An Earthcache is a special place that people can visit to learn about a unique geoscience feature or aspect of our Earth. Earthcaches include a set of educational notes and the details about where to find the location (latitude and longitude). Visitors to Earthcaches can see how our planet has been shaped by geological processes, how we manage the resources and how scientists gather evidence to learn about the Earth. To find out more click HERE.



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