
Thomas setzt sich auf einen Baumstumpf und streckt seine Beine aus.
„Dafür, dass der Baum nicht gepolstert ist, sitzt es sich hier recht bequem…“
denkt er sich und muss innerlich schmunzeln.
Dann streckt er einmal alle Viere von sich.
Er spürt, dass die Bewegungen seinem Körper guttun.
Seine Muskeln in den Armen und Beinen fangen an, sich zu entspannen.
Thomas atmet langsam ein und aus. Um ihn herum ist es mucksmäuschenstill.
So einfach ist es nun doch nicht!
Man hört lediglich ein paar Vögel zwitschern, die oben in den grünen Baumkronen sitzen.
Thomas schaut hinauf, kann aber keins der Tiere sehen.
Es duftet nach Laub, feucht aber noch nicht modrig.
Die Blätter der Bäume bewegen sich ganz leicht im seichten Wind.
An einigen Spitzen kann man erkennen, dass es langsam Herbst wird.
Thomas schaut sich um. Er fühlt sich sehr wohl an diesem ruhigen Plätzchen.
Und obwohl rings um ihn herum Bäume stehen, hat er das Gefühl, unendlich frei zu sein.
Noch einmal atmet er die frische Waldesluft ganz bewusst ein.
Es fühlt sich gut an. Thomas spürt, dass sein Körper dadurch neue Kraft bekommt.
Er steht auf und geht ein paar Schritte. Das Laub raschelt unter seinen Füßen.
Wenn man genau hinhört, klingt jeder Schritt dabei etwas anders.
Thomas konzentriert sich auf seine Schritte.
Mit jedem Schritt fällt eine kleine Last von ihm ab, die ihn sonst tagtäglich,
mal mehr und mal weniger, begleiten.
Die Sorgen des Alltags scheinen völlig vergessen.
Thomas spürt eine große Erleichterung auf seinen Schultern.
Es fühlt sich an, als würden die Bäume des Waldes
ihm einen Teil seiner Sorgen abnehmen.
Gleichmäßig und ganz ruhig atmet er ein und aus.
Seine Schultern werden lockerer und er spürt, wie sich ein leichtes,
befreites Lächeln über sein Gesicht legt. Seine Arme sind nun ganz leicht.
Gemütlich schlendert er den Waldweg entlang,
schaut sich das satte Grün der Bäume und Sträucher an und genießt die frische Waldluft.
Er fühlt sich so wohl, dass er gar nicht bemerkt, als er beginnt,
leise sein Lieblingslied zu summen.
Er hört erst auf zu summen, als er in einigen Metern Entfernung
einen Igel entdeckt. Der Igel ist gerade auf Futtersuche
und läuft gemächlich durch die Blätter, die am Boden liegen.
Mit seiner Nase schnüffelt er zielgerichtet nach etwas Essbarem
und lässt sich dabei von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen.
Thomas muss schon wieder schmunzeln und denkt:
„Der kleine Kerl macht es richtig…“.
Ganz langsam und vorsichtig geht er an dem Igel vorbei und verabschiedet sich leise.
Beim nächsten Einatmen schaut Thomas noch einmal in die prächtigen Baumkronen
und verharrt einen Moment.
Er fühlt sich hier im Wald sicher und geborgen und hat das Gefühl,
seine Sorgen des Alltags für einen kurzen Augenblick abgeben zu können.
Und er spürt, wie gut ihm das tut.
Noch eine Weile lässt er sich die laue, frische Luft um die Nase wehen
und macht sich dann gestärkt, zufrieden und entspannt
durch das raschelnde Laub auf den Heimweg…