Die Brabbelberta
Ein B-Gedicht
Berta Butz begann als Baby
Bald schon mit der Brabbelei.
Babbelnd, brabbelnd sagte Berta:
"Mama, Papa, Baby Brei!"
Baby wollie Birnen haben,
Baby babbelt Bittebitt.
Baby bittet: Baby Breilein,
Baby Birne, Baby Eilein!
Baby macht auch oft Geschreilein.
Und die Mutter macht was mit.
Refrain:
Bribbel, brobbel, brubbel, brabbel,
Brabbelberta, halt den Schnabel!
Brabbelberta, gib doch Ruh!
Mach den Brabbelschnabel zu!
Berta Butz hieß in der Schule
Brabbeline Babbelmann.
Bei Beginn der Stunde fing
die Berta schon zu brabbeln an.
Berta muss den Bleistift spitzen,
Bertas brauner Buntstift bricht.
Bald befiehlt der Lehrer Britzen
Berta täglich, nachzusitzen.
Berta muss beim Rechnen schwitzen;
Aber schweigen lernt sie nicht.
Refrain:
Bribbel, brobbel, brubbel, brabbel,
Brabbelberta, halt den Schnabel!
Brabbelberta, gib doch Ruh!
Mach den Brabbelschnabel zu!
Berta Butz bekam als Mutter
Blonde Mädchen, sieben Stück.
Bald gab’s sieben Brabbelbertas.
Brabbeln war ihr höchstes Glück.
Bei den sieben war am Ende
Beinah nichts mehr zu verstehn:
Bobby stöhnt, und Bienchen weint,
und Betty heult, und Blanda greint,
und Birgit brüllt, und Bertel schreit,
und Brabbelberta findet’s schön.
Refrain:
Bribbel, brobbel, brubbel, brabbel,
Brabbelberta, halt den Schnabel!
Brabbelberta, gib doch Ruh!
Mach den Brabbelschnabel zu!
James Krüss

Der Gesang der Fliederkobolde. Ein gar wundersames Märchen aus der Welt der duftenden Wirrnis. Es war einmal im blauen Dunst der Dämmerung, da sangen die Fliederkobolde ihre marmeladigen Melodien in die windschiefen Rillen der Zeit. Kein Mensch verstand ihre Sprache, denn sie bestand ausschließlich aus dem Rascheln vertrockneter Rosenblätter, den Seufzern von Lavendelstaub und dem seltenen Kichern alter Dahlienknollen. Einst, als die siebte Petunie im achteckigen Gewächshaus zu glühen begann, rief der Große Oregano zur Versammlung der Unsichtbaren. Die Glocken des Maiglöckchenreichs schlugen dreizehneinhalb, und die Ranken der Erinnerungen tanzten im Takt der flauschigen Gewittermotten. „Wenn die Tulpe rückwärts blüht,“ sprach der Mohnprophet, „dann wandelt der Farn seine Richtung.“ Niemand widersprach. Die Veilchen hatten sich längst in Schnecken verwandelt, und der Kaktus trug Hut. Es war ein Dienstag, aber das interessierte nur den vergessenen Seerosenkalender, der in der Astgabel des Weisen Wacholders baumelte. Die Reise begann mit einem Samenkorn aus Bernstein, das im Wind trieb wie ein Gedicht ohne Verben. Es fiel auf den Boden der Wahrheit – gepflastert mit Hortensienrätseln – und wuchs zu einer Geschichte heran, die keiner zu deuten wagte. Ein Strauß Vergissmeinnicht versuchte, mit einem Kompass aus Gänseblümchen das Ende der Welt zu finden. Leider hatte der Kompass nur eine Richtung: Lavendel. So irrte die Geschichte weiter, sprang von Narzisse zu Kamille, von Dahlie zu Hibiskus. Irgendwann sprach der Fliederkobold in einem Traum: „Alle Antworten liegen im Aroma des Unsinns. Wer sucht, der findet – vielleicht nur eine Erdbeere.“