Eine Flusslandschaft in Bewegung
Die Unterhimmler Au ist eine naturnahe Auenlandschaft mitten in der Stadt Steyr. Dieses geschützte Gebiet entlang der Steyr bietet einen spannenden Einblick in die natürliche Dynamik eines Flusses. Wer hier unterwegs ist, kann live erleben, wie Wasser, Kies und Sand die Landschaft immer wieder verändern – und dabei wertvolle Lebensräume schaffen.

Der Earthcache
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Stage 1 (Headerkoords) – Die unterschiedlichen Uferbereiche der Flussaue
- In der Umgebung findest du mehrere kleine Flussläufe und Uferbereiche, an denen sich die Steyr durch das flache Auengebiet bewegt. Achte genau auf die verschiedenen Korngrößen in den Uferbänken – von groben Steinen über Kies bis zu feinem Sand. Oft liegen kleinere Partikel unter den größeren verborgen oder bilden eigene Zonen mit höherer Konzentration. Beschreibe, welche Korngrößen du erkennen kannst und in welchen Bereichen welche Korntypen überwiegen. Was lässt sich daraus über die Fließkraft und die Dynamik des Flusses in der Aue ableiten?
Stage 2 – Blick auf die Auenlandschaft
- Schaue von hier Richtung Norden über das Wasser. Achte darauf, wie sich das Ufer auf deiner Seite vom gegenüberliegenden unterscheidet: Wo wirkt das Gelände flacher, wo steiler? Welche Seite gehört zur eigentlichen Auenlandschaft – und was sind die Unterschiede?
Zu Fuß ist der Weg zur Stage 3 ein wirklich schöner Spaziergang. Alternativ kannst du auch dein Auto am Parkplatz für Stage 3 parken. Nach der Fußgängerbrücke über die Steyr ein paar Meter dem Waldweg flussabwärts folgend (Achtung, Weg ist teilweise mit Wurzeln und Stufen versehen) kommst du zur...
Stage 3 – Die Konglomeratwand
- Vergleiche die in der Wand eingebetteten Steine mit den Korngrößen, die du zuvor an den Uferbänken gesehen hast. Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten fallen dir auf, und was könnten sie über die Ablagerungsbedingungen dieser Wand verraten?
Aufgabe 4 – Die Dynamik der Flussaue
- Warum verändert die Steyr immer wieder ihren Flusslauf? Erkläre anhand von Merkmalen, die du vor Ort findest.
Aufgabe 5 – Das Logfoto
- Lege an einem Ufer an der Steyr deinen Nicknamen aus den Steinen aus. Lade anschließend ein Foto davon zu deinem Fundlog hoch.

Die Unterhimmler Au
Stell dir vor, ein Fluss wäre ein Künstler, der ständig an seinem eigenen Werk malt. Genau das passiert in einer Flussaue – dem natürlichen Überschwemmungsgebiet eines Flusses.
Die Flussaue ist der Bereich neben dem Fluss, der bei Hochwasser immer wieder überflutet wird. Dort wechseln sich trockene Zeiten und Überschwemmungen ab. Das Wasser bringt dabei Sand, Schluff, Kies oder sogar größere Steine mit und lagert sie ab. So entstehen über Jahre viele unterschiedliche Schichten aus verschiedenen Materialien.
Die Korngröße dieser Materialien verrät viel über die Kraft des Wassers:
- Große Steine (Geröll, Blöcke) – Durchmesser über 6 cm: Solches Material kann nur von sehr starker Strömung bewegt werden. Es lagert sich meist direkt am Hauptflusslauf ab, wo das Wasser schnell fließt und regelmäßig über die Ufer tritt.
- Kies – 2 mm bis 6 cm: Ebenfalls Zeichen kräftiger Strömung, aber schon etwas kleiner. Grober Kies bleibt näher am Fluss, feiner Kies kann auch in Seitenarmen auftauchen.
- Sand – 0,063 mm bis 2 mm: Wird vom Wasser deutlich leichter transportiert und setzt sich dort ab, wo die Strömung langsamer wird – z. B. in Flusskurven oder etwas weiter entfernt vom Hauptlauf.
- Schluff – 0,002 mm bis 0,063 mm: Sehr feines Material, das sich nur bei sehr ruhigem Wasser ablagert. Diese Stellen sind oft nährstoffreich, aber selten überflutet.
- Ton – unter 0,002 mm: So fein, dass die Körnung mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. Ton lagert sich meist nur in sehr ruhigen oder stehenden Gewässern ab – in der dynamischen Flussaue der Steyr ist er daher kaum anzutreffen.
Dank der regelmäßigen Überschwemmungen ist die Flussaue:
- sehr nährstoffreich, weil immer wieder frischer Boden abgelagert wird,
- Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die an wechselnde Wasserstände angepasst sind,
- ein natürlicher Hochwasserschutz, weil sie viel Wasser aufnehmen kann.
In einer Flussaue findet man viele spannende Landschaftsformen:
- Prallhang: Das äußere Ufer einer Flusskurve. Dort fließt das Wasser schneller und gräbt das Ufer ab. Das Ufer ist oft steil, manchmal brechen sogar ganze Stücke ab.
- Gleithang: Das innere Ufer einer Flusskurve. Hier fließt das Wasser langsamer und lagert Sand oder Kies ab. Das Ufer ist flacher.
- Kiesbänke und Altarme: Der Fluss sucht sich immer wieder neue Wege. Alte Flussarme bleiben als ruhige Seitengewässer zurück. Kiesbänke entstehen, wo sich Material ablagert.
Nicht alle dieser abgelagerten Materialien bleiben locker – mit der Zeit können sich manche Schichten auch zu festem Gestein verfestigen. Genau das ist beim sogenannten Konglomerat passiert.
Konglomerat – oder auch Nagelfluh genannt – ist ein verfestigtes Gestein aus gerundeten Kieseln, die ursprünglich in Flussbetten abgelagert wurden. Im Laufe der Zeit wurden sie durch darüberliegende Sedimente zusammengepresst und durch natürliche Bindemittel wie Kalk oder Tonminerale regelrecht „verklebt“. Dieser Prozess, bei dem lose Ablagerungen zu festem Gestein werden, nennt sich Diagenese. Die Konglomeratwand, die du bei Stage 3 sehen kannst, ist also ein Überbleibsel eines urzeitlichen Flusses – ein geologisches Archiv vergangener Strömungsverhältnisse.
Auch hier in der Unterhimmler Au kannst du sehen, wie der Fluss seine Aue ständig formt:
- Uferabbrüche zeigen bunte Schichten aus Sand, Schluff und Kies.
- Kiesbänke verändern sich je nach Wasserstand.
- Manche Bäume stehen manchmal im Trockenen und dann wieder im Wasser.
- Viele Steine stammen ursprünglich aus den Alpen – sie haben eine weite Reise hinter sich.
Die Unterhimmler Au steht unter Naturschutz. Nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und hinterlasse alles, wie du es vorgefunden hast.
Quellen:
Bilder: RauGeo
Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Flussaue