Vor kurzem habe ich sie tatsächlich entdeckt:
Die Elwetritsch – Das pfälzer Fabelwesen
Die Elwetritsch (auch Elwetrittche, Elwedritsch, Ilwedritsch und ähnlich, Mehrzahl Elwetritsche(n) usw., Lat. bestia palatinensis) ist ein vogelähnliches Fabelwesen, von dem in Süddeutschland und dort vor allem in der Pfalz berichtet wird. Man kann die Elwetritsch als lokale Entsprechung zu Fabelwesen anderer Regionen ansehen, zum Beispiel dem bayrischen Wolpertinger oder dem Thüringer Rasselbock.
Elwetritschen werden als im weitesten Sinne hühnerähnlich beschrieben. Allerdings heißt es, sie könnten ihre Flügel kaum gebrauchen, weshalb sie sich überwiegend im Unterholz oder unter den Rebstöcken aufhalten müssten. Manchmal werden Elwetritschen auch mit einem Hirschgeweih abgebildet, ihr Schnabel wird oft als sehr lang dargestellt.
Elwetritschen sollen aus Kreuzungen von Hühnern, Enten und Gänsen mit im Wald lebenden Kobolden und Elfen stammen. Als Geflügelabkömmlinge legen sie selbstverständlich Eier, die allerdings wegen der Waldgeisterherkunft während der Brutzeit wachsen.
Verbreitungsräume
Der Verbreitungsraum der Erzählungen von der Elwetritsch erstreckt sich vom Pfälzerwald im Westen nach Osten über die Rheinebene hinweg bis in den südhessischen Odenwald und weiter nach Nordbaden und Nordwürttemberg.
Es fällt auf, dass das Verbreitungsgebiet nahezu deckungsgleich ist mit der historischen Kurpfalz und einigen ihrer dynastischen Exklaven. Als heimliche Hauptstadt der Elwetritschen gilt denn auch die ehemalige Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein, Neustadt an der Weinstraße; hier steht ein Elwetritschen-Brunnen, den der Bildhauer Gernot Rumpf geschaffen hat.
Brauchtumspflege
In etlichen pfälzischen Gemeinden wird Touristen als launiger Zeitvertreib der Erwerb eines Elwetritschen-Jagdscheins angeboten; Einheimischen ist die Jagderlaubnis dagegen selbstverständlich „in die Wiege gelegt“ worden. Die Elwetritschenjagd wird als eine hohe Kunst ausgegeben, da die Wesen als sehr scheu gelten. Die günstigste Jagdzeit sind dunkle Neumondnächte.
Bei einer Variante der Jagd benötigt der Fänger einen Sack, eine Öllampe und einen Knüppel. Treiber versuchen, durch lautes „Tritsch, tritsch“-Rufen und durch Stockschläge gegen Bäume oder Weinbergspfähle die Elwetritschen aufzuscheuchen, damit sie in den Sack des Fängers flüchten.
Bei einer anderen Variante der Jagd nimmt man einen Sack, der an beiden Enden eine Öffnung hat. Man stellt den Sack mit Hilfe eines Astes zu einer Art Schlauch auf. An die hintere Öffnung des Sackes stellt man die Lampe. Nun wartet man, bis eine Elwetritsche, durch das Licht angezogen, den Sack durch die vordere Öffnung betritt; dann schließt man den Sack. Allerdings entkommt die Elwetritsche dabei meist durch die zweite Öffnung.
Um sich vor Angriffen der Elwetritschen zu schützen, trinken die Jäger vor und während der Jagd reichlich Alkohol, dessen Geruch angeblich die Elwetritschen auf Distanz hält. Der häufig ahnungslose Fänger und Jagdscheinaspirant wird gelegentlich heimlich im Freien zurückgelassen, bis er endlich durchgefroren – und ohne Jagdbeute – heimfindet. Dann gibt es den obligatorischen Festschmaus und dazu passende Getränke zum Aufwärmen, zum Beispiel Wein oder Obstbrände.
Da der Zugang nur während der Öffnungszeit der Bibliothek und des Museums offen ist,
habe ich mich dafür entschieden, den Cache außerhalb zu legen.