Warnow – Roter Strom
Die Sonne knallt, kein Wind, kein Ton,
wir gleiten lautlos auf der Warnow schon.
Das Wasser träumt in träger Glut,
die Luft wie Feuer – doch wir tun gut.
Auf SUPs wie Fremde im All,
vorbei an Schilf, das stöhnt im Schall.
Die Ufer glühen rostrot matt,
als wär dies hier kein Heimat-Stadt.
Die Warnow fließt, doch zäh wie Teer,
der Himmel brennt, das Atmen schwer.
Ein Reiher steht wie festgefroren,
als hätt er Marsland sich erkoren.
Wir sind im Boot, im roten Licht,
die Erde – sie erkennt uns nicht.
Ein Fluss in Mecklenburg – so klar,
und doch fühlt’s sich nach Fremde an, so nah.