Der Lapislazuli Brunnen im Donaupark Mauthausen
Direkt im Donaupark Mauthausen steht ein großer Block aus echtem Lapislazuli, ein Gestein, dass in tiefblauen Farben erstrahlt. Man kann ihn hier aus nächster Nähe betrachten und untersuchen. Es gibt nicht viele in dieser Größe.
Die Öffnungszeiten des Einkaufszentrums, in denen der Lapislazuli besucht werden kann:
Montag bis Freitag: 09:00–18:00 Uhr
Samstag: 09:00–17:00 Uhr
(Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Türen immer etwas vor und nach den Öffnungszeiten geöffnet sind, nur die Läden selbst haben außerhalb der Zeiten natürlich geschlossen.)
Der Earthcache
Um diesen Earthcache zu loggen, beantworte bitte die folgenden Fragen und schick mir deine Antworten per Messenger oder alternativ per E-Mail. Nach dem Absenden der Antworten darfst du gleich loggen. Falls etwas unklar oder falsch ist, melde ich mich bei dir.
- Welche Farben und Strukturen erkennst du im Gestein? Welche Minerale könnten diese verursachen?
- Wie groß ist die größte sichtbare Calcit-Stelle im Gestein? Schätze ihre Länge und Breite in Zentimeter.
- Sieh dir die kleine Säule an der Ostseite des Brunnens (zum Flur hin) genauer an. Was fällt dir in Bezug auf die Farbgebung auf, wenn du sie mit dem Rest des Steins vergleichst? Was sagt dir das über den Lazuritanteil?
- Mach ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Brunnen und lade es zu deinem Fund-Log hoch.

Das Gestein
Lapislazuli ist kein einzelnes Mineral, sondern ein Gestein, das aus mehreren Mineralen besteht. Hauptbestandteil ist Lazurit, ein seltenes, tiefblaues Feldspat-ähnliches Mineral aus der Sodalithgruppe. Daneben treten häufig Pyrit (goldfarbene Sprenkel), Calcit (weiße bis graue Partien) sowie Minerale wie Sodalith, Hauyn, Diopsid oder Amphibole auf. Der Lazuritanteil bestimmt dabei maßgeblich die Farbtiefe – je höher er ist, desto intensiver das Blau.
Lapislazuli entsteht bei der Kontakt- oder Regionalmetamorphose von kalkhaltigen Sedimentgesteinen (z. B. Kalkstein oder Dolomit). Durch hohen Druck und Temperaturen im Bereich von mehreren Hundert Grad Celsius reagieren die ursprünglichen Minerale mit chemisch aktiven Lösungen aus magmatischen Intrusionen. Dabei bilden sich neue Mineralphasen wie Lazurit und Pyrit.
Typische Bildungsräume sind Zonen aktiver Gebirgsbildung, oft im Umfeld von Subduktionszonen, wo ozeanische Kruste unter Kontinentalplatten abtaucht. Magmatische Gänge bringen hier nicht nur Wärme, sondern auch natrium- und schwefelreiche Fluide ein, die entscheidend für die Entstehung von Lazurit sind.
Lapislazuli ist mit einer Mohs-Härte von 5–6 mittelhart. Er ist härter als Kalkstein, aber weicher als Quarz, und lässt sich gut polieren. Die Dichte liegt meist zwischen 2,7 und 2,9 g/cm³. Durch den hohen Lazuritanteil kann er homogen blau wirken, während Calcit helle Adern bildet und Pyrit für metallischen Glanz sorgt.
Hochwertige Lagerstätten sind selten und liegen oft in schwer zugänglichen Hochgebirgsregionen. Bedeutende Vorkommen befinden sich in Afghanistan, Russland, Myanmar und Chile. Der Stein im Donaupark Mauthausen stammt aus den chilenischen Anden, wo er in ca. 3.700 m Höhe im Gebirge geborgen wurde.
Der Brunnen
Der Brunnenblock im Donaupark besteht aus einem einzigen Stück Lapislazuli. Wasser tritt aus kleinen Öffnungen aus und läuft über die Oberfläche. Das macht Farbe und Struktur gut sichtbar. Die Wasserwanne besteht aus einem dunklen Vulkanit namens Palisander-Gestein.
- Material: Lapislazuli (Chile)
- Größe: ca. 205 × 170 × 110 cm
- Gewicht: ca. 2,5 Tonnen
- Pumpe: 220 V, 400 W
- Wasserwanne: Palisander-Gestein
Der Brunnen wurde vom österreichischen Künstler Hans Muhr (1934–2022) gestaltet. Er arbeitete oft mit Naturstein und Wasser. Einen noch größeren Lapislazuli-Brunnen von ihm findet man bei der Hofburg in Wien. Dort gibt es ebenfalls einen EarthCache: GC1Y2ZE – Lapis lazuli
Quellen