Grundsätzliches vorab:
Der Geocache befindet sich außerhalb, das Gelände muss nicht betreten werden.
Das Erkunden von Lost Places kann als Hausfriedensbruch gewertet werden, daher ist es ratsam, sich über rechtliche Bestimmungen und mögliche Genehmigungen zu informieren. Bedenke die Risiken, da die Gebäude oftmals einsturzgefährdet sind.
Nun Infos für die Wissbegierigen:
Ein noch nie erlebtes Schauspiel entwickelte sich in den letzten Tagen der vergangenen Woche auf unserem stillen Eilande. Es wurden die diesjährigen Schießübungen des Infanterie-Regimentes Nr. 42, Prinz Moritz von Anhalt-Dessau, Stralsund,... abgehalten, ... es steht abzuwarten, dass sich gleiche Übungen in den nächsten Jahren hier wiederholen werden. Barther Wochenblatt, 12. Juli 1895
…und dann wurden die 25 Gebäude und Höfe die zwischen 1923 und 1937 entstanden sind tatsächlich zwangsumgesiedelt. Es folgte eine militärische Nutzung der Spitze dieser schönen Halbinsel, denn der neu aufgebauten Luftwaffe fehlte ein Bombenabwurf- und Schießgelände.
In Zingst entstand ein Militärstandort und in den einst friedlich Sundischen Wiesen ein Flakschießstand, ein Flugplatz und ein Bombenabwurfsgelände. Die leeren Bauernhöfe in den Sundischen Wiesen dienten als Abwurfziele.
Trotz militärischen Altlasten in Form von allein 14.000 Bombentrichter, die durch Bombenabwurftests der Luftwaffe entstanden sind, nutzte nach dem 2.Weltkrieg schon in den 1950er Jahren eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) den südlichen Bereich der Sundischen Wiesen hauptsächlich für die Tierzucht.
1964 wurde die LPG in das Volkseigene Gut (VEG) „Zingst-Darß“ mit Sitz in der Siedlung Müggenburg umgewandelt, das sich auch mit der Nerzzucht beschäftigte. Zur Nutzung des Graslandes für Viehfutter, entstand das größte Grünfuttertrocknungswerk der DDR. Auf den Grasflächen weideten bis zu 10.000 Jungrinder.
In der Zeit von 1956 bis 1991 wurde das Gelände der nördlichen Sundischen Wiesen wieder als Flak-Schießplatz genutzt, diesmal von der Nationalen Volksarmee (NVA).
Der Südteil war somit militärisches Sperrgebiet, konnte aber weiter landwirtschaftlich genutzt werden.
Zwischen 1970 und 1992 wurden auch diverse Experimente mit Höhenforschungsraketen durchgeführt.
Am 1. Oktober 1990 wurde der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gegründet. Die Sundischen Wiesen wurden Teil der Schutzzone I (Kernzone).Die Fahrstraße zum Pramort wurde für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die NVA baute eine Aussichtsplattform und wurde gezwungen, sich an diverse Umweltvorgaben zu halten.
Zum Ende des Jahres 1991 gab die Bundeswehr den Standort an den Sundischen Wiesen auf. Am 31. Mai 1993 schloss auch die Kaserne in Zingst ihre Pforten. Nach Schließung des Standortes wurden alle militärischen und auch landwirtschaftlichen Gebäude bis auf das ehemalige Wachgebäude, das jetzt als Informationseinrichtung des Nationalparkes dient, zurückgebaut.
Die Wiesen werden extensiv weiter als Weideland genutzt. Die Rinder weiden hier von Mai bis November. Düngung, Mahd und Umbruch sind eingestellt. Im Herbst wird der gesamte Bereich vom Nachmittag bis zum Morgen für den allgemeinen Besucherverkehr gesperrt, um eine Beunruhigung der hier rastenden Kraniche zu vermeiden. Zwischen 15 und 19 Uhr wird eine begrenzte Anzahl Besucher mit Führung durchgelassen.