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Die Klausenhöhlen bei Essing EarthCache

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muede: FLEDERMAUSSPERRE
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Vielen Dank für Euer Verständnis und dann bis in 6 Monaten wieder!

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Hidden : 5/11/2026
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Die Klausenhöhlen sind unter der Geotopnummer 273H003 im Bayerischen Landesamt für Umwelt registriert. Sie liegen im unteren Altmühltal bei Essing.
Die Klausenhöhlen bestehen aus mehreren dicht beieinander liegenden Felsnischen in vier unterschiedlichen Höhenlagen, die etwa 30 Höhenmeter auseinanderliegen. Es handelt sich dabei um natürliche Karsthöhlen mit überwiegend horizontaler Ausdehnung, die gut erhalten und öffentlich zugänglich sind.
Im Zeitraum von Oktober bis März bleiben die Höhlen zum Schutz überwinternder Fledermäuse geschlossen.

Bitte passt gut auf Euch auf und bringt Euch nicht unnötig in Gefahr! Die Klausenhöhlen sind nicht gesichert und liegen an einem steilen Hang!

 

Entstehung der Klausenhöhlen bei Essing
(eine geologische Zeitreise im Urdonautal)

Der Ursprung der Klausenhöhlen liegt weit vor ihrer eigentlichen Entstehung – nämlich in einer Zeit, als die Landschaft rund um Essing noch vollständig von einem Meer bedeckt war. Vor etwa 150 Millionen Jahren, im Oberjura, erstreckte sich hier ein warmes, flaches Jurameer. In diesem ruhigen Meeresraum lagerten sich über sehr lange Zeiträume hinweg feine Kalkschlämme sowie die Überreste von Korallen, Muscheln und unzähligen mikroskopisch kleinen Organismen am Meeresboden ab. Schicht für Schicht verdichteten sich diese Ablagerungen unter dem Druck jüngerer Sedimente und verfestigten sich schließlich zu massivem Kalkstein, dem sogenannten Jurakalk, der heute das charakteristische Gestein des Altmühltals bildet.

Dieses Gestein besitzt zwei Eigenschaften, die für die spätere Entwicklung der Landschaft entscheidend sind: Zum einen ist es zwar hart und widerstandsfähig, gleichzeitig jedoch in Wasser löslich. Zum anderen ist es von Natur aus von feinen Rissen und Klüften durchzogen, die bereits bei der Entstehung oder durch spätere Spannungen im Gestein entstanden sind. Genau diese Kombination – Stabilität einerseits und Löslichkeit sowie Durchlässigkeit andererseits – schafft die idealen Voraussetzungen für die Bildung von Hohlräumen im Inneren des Felses. Damit wird bereits im Jurameer die Grundlage für Prozesse gelegt, die viele Millionen Jahre später zur Entstehung von Karststrukturen und schließlich auch der Klausenhöhlen führen.

 

Nach dem Rückzug des Jurameeres wurde die Region allmählich angehoben und entwickelte sich zur heutigen Hochfläche der Fränkischen Alb. Mit diesem Übergang vom Meeres- zum Festland begann ein Prozess, der für die spätere Höhlenbildung entscheidend ist: die Verkarstung. Regenwasser nimmt auf seinem Weg durch die Atmosphäre und den Boden Kohlendioxid auf und wird dadurch leicht sauer. Dieses Wasser dringt in die bereits vorhandenen feinen Risse und Klüfte des Jurakalks ein und beginnt, das Gestein ganz langsam chemisch zu lösen.

Über sehr lange Zeiträume hinweg werden diese zunächst kaum sichtbaren Strukturen immer weiter erweitert. Aus feinen Haarrissen entstehen größere Klüfte, aus kleinen Hohlräumen entwickeln sich erste unterirdische Hohlräume. Gleichzeitig bildet sich ein verzweigtes System von Wasserwegen im Inneren des Felses, durch das das kalkhaltige Wasser zirkuliert. Dieser Prozess verläuft unsichtbar im Untergrund und bleibt von außen lange Zeit unbemerkt. Doch genau in dieser Phase entstehen die eigentlichen Vorläufer der späteren Klausenhöhlen – noch tief im Fels verborgen und ohne Verbindung zur Oberfläche, aber bereits angelegt als Teil eines wachsenden Karstsystems.

 

Vor etwa 10 bis 2 Millionen Jahren begann der entscheidende Abschnitt der Landschaftsentwicklung rund um die heutigen Klausenhöhlen. Die Donau verlief damals noch nicht auf ihrem heutigen südlicheren Kurs, sondern zog als sogenannte Urdonau durch das heutige Altmühltal. Dieser Fluss war deutlich größer und wasserreicher als die heutige Altmühl und besaß eine enorme erosive Kraft. Über lange Zeiträume schnitt sich die Urdonau tief in die Gesteine der Fränkischen Alb ein und formte das Tal, das bis heute das Landschaftsbild prägt.

Dabei zeigte sich jedoch ein deutlicher Unterschied innerhalb des heutigen Altmühltals. In den westlicheren Bereichen, etwa im Raum Eichstätt oder Beilngries, liegen überwiegend stärker geschichtete und teilweise etwas weichere Kalksteine des Jura vor. Diese entstanden ursprünglich aus feinen Kalkschlämmen am Boden des Jurameeres und verwittern vergleichsweise leichter. Dort konnte die Urdonau das Tal breiter ausräumen, die Hänge wurden flacher und das Tal wirkt heute stellenweise fast überdimensioniert für den kleinen Fluss, der darin fließt.

Zwischen Dietfurt an der Altmühl, Riedenburg und Kelheim verändert sich jedoch der Charakter des Untergrundes deutlich. Hier treten besonders massive Jurakalke und Dolomitgesteine auf. Der Dolomit entstand ebenfalls ursprünglich im Jurameer, wurde jedoch später chemisch verändert: Magnesiumhaltiges Meerwasser drang in bereits vorhandene Kalkablagerungen ein und wandelte Teile des Kalksteins in Dolomit um – ein härteres und widerstandsfähigeres Gestein. Gleichzeitig wurden die Ablagerungen in diesem Bereich unter anderen Bedingungen gebildet als weiter westlich. Statt feiner, gleichmäßig geschichteter Kalkschlämme entstanden hier stellenweise mächtigere und kompaktere Riff- und Lagunenbereiche mit deutlich massiverem Gesteinsaufbau. Dadurch besitzt das Gestein weniger leicht angreifbare Schwächezonen und widersteht der Erosion wesentlich stärker.

Die Folge war, dass die Urdonau das Tal zwischen Dietfurt und Kelheim nicht mehr so stark in die Breite ausräumen konnte. Stattdessen dominierte die Tiefenerosion: Der Fluss schnitt sich immer weiter nach unten ein und schuf ein vergleichsweise schmales, steiles und felsiges Tal mit markanten Hangbereichen und hohen Felswänden – genau jener Landschaftscharakter, der den Bereich um Essing bis heute prägt.

Durch die fortschreitende Einschneidung des Flusses wurden auch die bereits im Untergrund vorhandenen Karsthohlräume angeschnitten. Die zuvor verborgenen Klüfte und Hohlräume erhielten erstmals eine Verbindung zur Oberfläche. Aus unsichtbaren Strukturen im Inneren des Berges wurden langsam erkennbare Öffnungen in den Talflanken. Gleichzeitig entstanden durch die zunehmende Tiefenerosion steile Hänge, an denen Verwitterung und kleinere Felsabbrüche die Hohlräume zusätzlich freilegten. Damit begann sich das Relief auszubilden, das heute rund um Essing sichtbar ist: ein eng eingeschnittenes Tal mit hohen Kalkfelsen, steilen Hanglagen und den ersten Vorformen der späteren Klausenhöhlen.

 

4. Flussanzapfung – die Urdonau verschwindet

Vor etwa 2 bis 1 Million Jahren kam es zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Landschaftsgeschichte des heutigen Altmühltals. Die Urdonau, die über Millionen Jahre das Tal geformt hatte, veränderte ihren Verlauf grundlegend. Durch fortschreitende Erosion und tektonische Veränderungen entstand weiter südlich ein tiefer gelegener Abflussweg. Das Wasser folgte zunehmend diesem neuen, günstigeren Verlauf (dem die Donau auch heute noch folgt), wodurch die Donau ihr altes Bett durch das heutige Altmühltal nach und nach aufgab. Dieser Prozess wird in der Geologie als Flussanzapfung bezeichnet.

Mit dem Verschwinden der Urdonau verlor das Tal seinen ursprünglichen Hauptgestalter. Zurück blieb ein außergewöhnlich breites und tief eingeschnittenes Tal, das nun nur noch von der vergleichsweise kleinen Altmühl durchflossen wurde. Noch heute wirkt die Altmühl in vielen Bereichen fast zu klein für das mächtige Tal, in dem sie verläuft – ein sichtbares Relikt der einst deutlich größeren Urdonau.

Auch für die Entwicklung der Klausenhöhlen hatte dieser Wandel große Bedeutung. Mit dem Rückzug der Urdonau endete die starke Flusserosion an den Talflanken. Stattdessen begannen nun vor allem Verwitterung und Hangprozesse die weitere Entwicklung der Höhlen zu bestimmen.

 

In den letzten etwa eine Million Jahre begann schließlich die eigentliche Ausbildung der heutigen Klausenhöhlen. Nachdem die Urdonau ihren Verlauf verlagert hatte und die starke Flusserosion weitgehend zum Erliegen gekommen war, wirkten nun vor allem Verwitterung und Hangprozesse auf die bereits geöffneten Karsthohlräume ein. Besonders das wechselnde Klima des Quartärs mit wiederholten Kalt- und Warmzeiten spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Eine der wichtigsten Kräfte war die Frostsprengung. Regen- und Schmelzwasser drangen immer wieder in feine Risse und Klüfte des Kalk- und Dolomitgesteins ein. Gefror das Wasser im Winter, dehnte es sich aus und erzeugte starken Druck auf das umgebende Gestein. Über unzählige Frostzyklen hinweg wurden dadurch kleine Risse erweitert und einzelne Gesteinsstücke aus den Felswänden herausgebrochen. Gleichzeitig löste Wasser weiterhin Kalk aus dem Gestein und vergrößerte die bereits vorhandenen Hohlräume langsam weiter.

Hinzu kamen Hangbewegungen und kleinere Felsabbrüche entlang der steilen Talflanken. Lockeres Material stürzte aus den bereits geschwächten Bereichen heraus und öffnete die Hohlräume immer weiter zur Talseite hin. Dadurch entstanden aus den ursprünglich kleinen und verborgenen Karststrukturen nach und nach größere Nischen und begehbare Halbhöhlen.

Die heutigen Klausenhöhlen sind deshalb keine tief verzweigten Tropfsteinhöhlen, sondern vielmehr angeschnittene Innenräume des Felses. Sie stellen gewissermaßen freigelegte Teile eines ehemaligen unterirdischen Karstsystems dar, das durch Erosion, Verwitterung und Hangabbrüche Stück für Stück geöffnet wurde. Genau dieser Prozess verleiht den Höhlen ihr charakteristisches Erscheinungsbild in den steilen Felswänden oberhalb des Altmühltals.

 

6. Der Mensch nutzt die Höhlen

Mit dem Übergang zur historischen Zeit begann schließlich auch der Mensch, die bereits entstandenen Höhlen zu nutzen. Der Name Klausenhöhlen leitet sich vermutlich vom Begriff „Klause“ ab, der im Mittelalter eine einfache Einsiedelei oder einen abgeschiedenen Rückzugsort bezeichnete. Wahrscheinlich dienten die Höhlen zeitweise Einsiedlern oder wandernden Menschen als geschützter Aufenthaltsort. Später wurden sie auch als Lager- und Schutzräume genutzt.

In neuerer Zeit erhielten die Höhlen nochmals eine ganz andere Funktion. Noch vor den archäologischen Untersuchungen und vor dem Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals, der das Landschaftsbild des Altmühltals erheblich veränderte, wurden Teile der Klausenhöhlen als Bierkeller und Biergarten genutzt. Die natürlich kühlen Temperaturen der Felsräume eigneten sich hervorragend zur Lagerung von Bier und Lebensmitteln. Dadurch waren die Höhlen über lange Zeit nicht nur geologischer Besonderheit, sondern auch Teil des alltäglichen Lebens in Essing.

Erst durch spätere archäologische Grabungen rückte ihre wissenschaftliche Bedeutung stärker in den Vordergrund. Das System der Klausenhöhlen gehört zu den bedeutendsten eiszeitlichen Fundstellen Bayerns. Hier wurde die älteste Bestattung eines anatomisch modernen Menschen in Deutschland gefunden (ca. 34.000 Jahre alt).

Die Klausenhöhlen verbinden damit auf besondere Weise Erdgeschichte, Landschaftsentwicklung und menschliche Geschichte an einem einzigen Ort.

 

7. Heutiger Zustand – ein offenes geologisches Fenster

Heute präsentieren sich die Klausenhöhlen als ein außergewöhnliches geologisches Fenster in die Erdgeschichte des Altmühltals. Die sichtbaren Höhlenräume sind die freigelegten Innenbereiche eines verkarsteten Jurafelsens, die erst durch die Einschneidung des ehemaligen Urdonautals an die Oberfläche gelangten. Spätere Verwitterung, Frostsprengung und Hangbewegungen erweiterten diese Hohlräume weiter und formten die charakteristischen Halbhöhlen, die heute in den steilen Felswänden oberhalb des Tals zu sehen sind.

Die Klausenhöhlen sind damit kein einzelnes oder zufällig entstandenes Naturphänomen, sondern das Ergebnis mehrerer geologischer Prozesse, die über viele Millionen Jahre ineinandergriffen. Ihren Ursprung haben sie in den Ablagerungen des Jurameeres, aus denen der heutige Kalk- und Dolomitfels entstand. Darauf folgten die Verkarstung des Gesteins, die tiefgreifende Erosion durch die Urdonau, die spätere Verlagerung des Flusslaufes sowie die bis heute andauernde Verwitterung der Talhänge. Erst das Zusammenspiel all dieser Prozesse schuf die Landschaft und die Höhlenform, die heute rund um Essing sichtbar sind.

Die Klausenhöhlen sind damit nicht nur ein geologisches Denkmal, sondern ein sichtbares Fenster in eine Landschaftsgeschichte, die vor Millionen Jahren im Jurameer begann.

 

Aufteilung der Klausenhöhlen

Untere Klause

Klausennische

ein 4,7m breiter und etwa 2,7m hoher Felsüberhang

Mittlere Klause

eine 21m lange und 18m breite niedrige Halle, deren Wände in mehrere Nischen gegliedert sind

Obere Klause

ein 27m langer und 15,5m breiter Höhlenraum, mit anschließendem etwa 70m langen gewundenem Höhlengang (an den weitere Höhlenräume angeschlossen sind, die nicht ohne spezielle Ausrüstung erkundet werden sollen und für diesen Earthcache keine Rolle spielen)

 

Um diesen Earthcache als gefunden loggen zu können, erkundet bitte die Klausenhöhlen aufmerksam und beantwortet die folgenden Fragen.
Geht dazu die einzelnen Höhlenbereiche einmal von unten nach oben ab.

  1. Untere Klause: Nachdem Ihr die untere Klause betretet, werdet Ihr auf der rechten Seite, etwa mittig in der Höhle eine Ausbuchting ins Höhleninnere erkennen. Daran könnt Ihreinen hellen Streifen erkennen, der von oben nach unten verläuft.
    Beschreibt den hellen Streifen möglichst genau:
    Wie fühlt sich seine Oberfläche im Vergleich zum umliegenden Fels an?
    Was glaubt Ihr, wodurch dieser Streifen entstanden sein könnte?
  2. Mittlere Klause: Betretet die "Haupthalle" der mittleren Klause. Betrachtet die Struktur der Höhlendecke genauer.
    Woran erinnert sie Euch?
    Wie fühlt sich die Oberfläche an und welche natürlichen Prozesse könnten zu dieser Form geführt haben?
  3. Obere Klause: Betrachtet die geneigte Form der Höhlenöffnung genauer.
    Was sagt diese Form deiner Meinung nach darüber aus, wie der Fels bzw. die Höhle freigelegt wurde?
  4. Obere Klause: Im linken hinteren Ende befindet sich der Eingang in einen ca. 70m langen, gewundenen Gang. Der gewundene Gang unterscheidet sich deutlich von den offenen Hallenbereichen der Klausenhöhlen.
    Wie stellt Ihr Euch vor, dass ein solcher Gang im Inneren des Kalkfelsens entstanden ist?
  5. Zusätzlich macht bitte an einer Stelle Eurer Wahl ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand zusammen mit einem sichtbaren Cachernamen (z. B. auf einem Zettel oder Schild) und fügt dieses eurem Log bei.

Sendet mir eure Antworten bitte per Nachricht zu. Ihr dürft direkt nach dem Absenden der Antworten loggen. Sollte etwas nicht passen, melde ich mich bei euch.

 

 

QUELLEN:

Bayerisches Landesamt für Umwelt - Geotop "Klausenhöhlen W von Neuessing"
Naturpark Altmühltal - Klausenhöhlen Essing
Naturpark Altmühltal – Erdgeschichte im Naturpark Altmühltal
LBV – Projektgebiet Fränkische Alb
Schaubilder KI-generiert

Additional Hints (No hints available.)

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