Diese Gegend sah nicht immer so aus. Dort, wo heute Wiesen und Wälder überwiegen, lagen riesige Gletscher. Wiederholt stiessen die Eismassen aus den Alpen bis ins heutige Mittelland vor. Dabei formten sie jedes Mal die Landschaft um. Die Entwässerungsrinnen bei Thayngen bieten eine interessante geologische Entstehungsgeschichte, die in diesem EarthCache thematisiert wird. Sie wurde durch Schmelzwasser erzeugt, die dem Eisrand entlang flossen. Hier können interessierte Geoacher mehr über die Einflüsse der letzten Eiszeit auf die Landschaft erfahren.
0. Praktische Hinweise📝
- 🚗 Parkplatz vorhanden, 🚶♂️kurze Wanderung ab Thayngen (Bushaltestelle Hüttenleben) empfehlenswert
- öffentlich zugänglich (Wegepflicht) und ganzjährig begehbar:
- 🌸 im Frühling besonders sehenswert
- ❄️ im Winter (ohne Blätterdach) imposanter, gar mystisch bei Nebel
- 🌞 im Sommer Zecken und Mücken (Schutzpray)
- 🌧️ nach Regen etwas matschig, gutes Schuhwerk von Vorteil
I. Aufgaben 🧐
Beantworte folgende Fragen und schicke deine Antworten via «Nachricht an den Owner».
Wegpunkt 1 (Felsental): 🪨
1. Betrachte die Felswände rundherum (v. a. westlich) und beschreibe deren auffällige Oberfläche.
2. Was könnte der Hintergrund/Ursprung davon sein. (Für Zusammenhang siehe auch II. in diesem Listing)
3. Ein (weiterer) visueller Beweis davon ist eine eindrückliche konkave Felseinbuchtung. Miss die ungefähren Koordinaten davon.
4. Zusatzaufgabe (freiwillig): Um herauszufinden, welches Klima am Ende der Eiszeit in dieser Region herrschte, kann man die Wetterprognose für den Säntis studieren. Wie lautet sie zurzeit deines Logs? (Temperatur und Niederschlag)
*. Foto (optional): 📷
Mache ein Bild von dir und/oder einem persönlichen Gegenstand (z. B. GPS oder Schuh) als Beweis für deinen Besuch und lade es mit deinem Log hoch. Dies ist keine Voraussetzung fürs Loggen, wird aber sehr geschätzt. Spoiler bitte vermeiden: Die Felswände sollten nicht von nahe zu sehen sein.
Sende mir zuerst deine Antworten über mein GC-Profil. Erst danach kannst du loggen. Du benötigst meine Logerlaubnis nicht abzuwarten. Wenn etwas falsch sein sollte, melde ich mich bei dir. Logs ohne Antworten werden kommentarlos gelöscht.

Abb.: Im Relief erkennbare Entwässerungsrinnen (aus: Geologie der Region Schaffhausen, S. 78)
II. Geologischer Hintergrund 🏔️🧠
Während seiner grössten Ausdehnung in der letzten Eiszeit erstreckte sich der Rhein-Gletscher aus dem Rheintal über das Bodenseebecken bis hinaus nach Süddeutschland. Dort bildete dieser eine riesige, bis über hundert Kilometer breite Gletscherzunge. Deren westlicher Rand verlief hier durch. Selbst im kalten Eiszeitklima müssen die Schmelzwassermengen enorm gewesen sein, welche im Sommer von der Gletscherstirn abflossen.
Beim heutigen Thayngen ergoss sich ein gewaltiger Schmelzwasserstrom Richtung Südwesten gegen die Stadt Schaffhausen und grub sich dank seiner abrasiven Erosionskraft in die gefalteten Kalksteinschichten ein. Eine sogenannte randglaziale Abflussrinne bildete sich, worin das Gletscherwasser zwischen den beiden Seiten der engen Schlucht hin und her brandete. So entstand das Felsental Kurzloch.
Heute ist das «Churzloch» ein Trockentälchen, denn die Entwässerung erfolgt durch das parallel liegende Fulachtal. Dieses ist tief in den Felsuntergrund eingeteuft; viel tiefer als die heutige Geländeoberfläche.
Hier liegt also ein bedeutendes Beispiel für eine Schmelzwasserrinne vor, die uns die enormen Kraft und Wirkung von Gletschern auf die Landschaft zeigt.
III. Quellen 📚
- I. Stössel-Sittig: Geologie der Region Schaffhausen. Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen (Nr. 72/2020)
- S. Demmerle (Hrsg.): Regionaler Naturpark Schaffhausen - Der Natur auf der Spur. Naturforschende Gesellschaft
- Steinzeitpfad der Kantonsarchäologie Schaffhausen: Thayngen-Kurzloch: Feuer und Eis (Tafel im Gelände)
- P. Tschudi: AtlaSH - Schaffhauser Kartengeschichten. (siehe www.atlash.ch)