Wer heute über die A73 zwischen Nürnberg und Fürth fährt, ahnt kaum, dass er eigentlich über Wasser fährt – oder besser gesagt: über eine Idee, die einmal ein Kanal war.
Vor gut 200 Jahren träumten Ingenieure davon, das Königreich Bayern mit einem kühnen Wasserweg zu durchziehen. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal sollte die Donau mit dem Main verbinden und so Süddeutschland mit der weiten Welt des Handels verknüpfen. Zwischen Nürnberg und Fürth grub man deshalb ein gerades, stilles Band aus Wasser durch die Felder. Dort tuckerten einst kleine Lastkähne, gezogen von Pferden am Treidelpfad.
Doch die Zeit war schneller als der Kanal. Die Eisenbahn kam, moderner, stärker und unaufhaltsam. Der Kanal versandete langsam, und sein Bett lag schließlich trocken – wie ein vergessenes Kapitel der Geschichte.
Als in den 1960er Jahren die Planer eine Autobahn zwischen Nürnberg und Fürth brauchten, blickten sie auf diese alte Trasse. Praktisch war sie: schnurgerade, schon gerodet, frei von Häusern. Also legten sie Asphalt über das alte Wasserband. So rollten statt Kähne nun Autos, statt Pferdegespann nun LKW-Kolonnen.
Wer heute also im Stau auf der A73 steht, sollte sich vielleicht vorstellen, dass er eigentlich mitten auf einem Kanal ankert – nur dass das Wasser längst dem Beton gewichen ist.
Hier ist etwas versteckt - Viel Spaß beim suchen.